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Zecken-Alarm in EuropaBorreliose-Fälle explodieren – was das für uns bedeutet

Forscher in Maske und Handschuhen hält Zecke

Copyright: IMAGO / Zoonar

Forscher in Maske und Handschuhen hält Zecke.

Die kleinen Blutsauger sind auf dem Vormarsch! Die Zahl der Borreliose-Infektionen nimmt dramatisch zu.

Eine Nachricht aus England, die aufhorchen lässt! Mediziner warnen eindringlich, denn die Zahl der Borreliose-Erkrankungen hat dort in nur einem Jahr einen massiven Anstieg von über 20 Prozent erlebt. Diese durch winzige Parasiten verursachte Entwicklung löst große Unruhe aus, und gleichzeitig suchen Forscher unter Hochdruck nach wirksamen Gegenmitteln und Vakzinen.

Offizielle Zahlen der britischen Gesundheitsinstitution UK Health Security Agency (UKHSA) untermauern die ernste Lage: Für das Jahr 2025 meldet die Behörde 1.168 im Labor nachgewiesene Infektionen. Das ist ein Zuwachs von satten 22 Prozent im Vergleich zu den 959 registrierten Erkrankungen von 2024. Obwohl die aktuelle Zahl nahe an den 1.151 Infektionen aus 2023 liegt, ist die Tendenz alarmierend. Obendrauf kamen 2025 noch zwei vermutete Fälle der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), die ebenfalls von Zecken weitergegeben wird. Das berichtet „the Guardian“.

Borreliose: Die unsichtbare Gefahr nach dem Biss

Hinter der Krankheit steckt das Bakterium Borrelia burgdorferi, das sich im Verdauungstrakt von Zecken einnistet. Diese kleinen Spinnentiere halten sich bevorzugt in hohem Gras oder im Unterholz auf und warten auf ihre Opfer – Vögel, Säugetiere und eben auch Menschen, um deren Blut zu saugen. Dr. Claire Gordon von der UKHSA bestätigt den Trend: „In den letzten Jahren haben wir eine zunehmende geografische Ausbreitung von Zecken im Vereinigten Königreich beobachtet“.

Die Anzeichen einer Infektion sind oft unspezifisch: Ein klassisches Warnsignal ist die sogenannte Wanderröte, eine kreisförmige Hautrötung an der Einstichstelle. Aber auch Fieber, Schmerzen in Muskeln und Gelenken oder extreme Abgeschlagenheit können auftreten. Bleibt eine Behandlung aus, droht ein chronischer Verlauf. Selbst nach der Einnahme von Antibiotika klagen einige Patienten über langanhaltende Probleme.

Ein Impfstoff, der vom Markt verschwand: Der Skandal

Was viele nicht verstehen: Für Hunde und Katzen existieren seit Langem Impfungen und regelmäßige Medikamente. Menschen müssen sich dagegen mit Prävention begnügen: Sprays gegen Insekten, bedeckende Kleidung und helle Farben, damit man die Parasiten besser sieht. Aber wieso gibt es keinen besseren Schutz für uns? Linden Hu, Immunologie-Professor an der Tufts Medical School, liefert eine Erklärung: Studien mit Tieren seien unkomplizierter, da man sie kontrolliert infizieren könne, um Wirkstoffe zu testen – ein Vorgehen, das bei Menschen aus ethischen Gründen ausgeschlossen ist.

Jetzt kommt der Knaller: Es gab schon mal einen Impfstoff für Menschen! Unter dem Namen LYMErix war das Präparat in den Vereinigten Staaten erhältlich und Studien bescheinigten ihm eine Effektivität von 76 Prozent. Doch im Jahr 2002 verschwand es wieder vom Markt – wegen zu geringer Nachfrage. „Es gab ein paar Dinge, die zu den niedrigen Verkaufszahlen führten“, so Hu. Die US-Gesundheitsämter rieten nur Risikopersonen zur Impfung, zudem kursierten Gerüchte über eine Verbindung zu Arthritis. Obwohl es dafür keine stichhaltigen Belege gab, besiegelten die negative Presse und der Vertrauensverlust das Schicksal des Vakzins.

Lichtblick am Horizont: Neue Waffen gegen Borreliose

Aber die Forschung steht nicht still und es gibt Hoffnungsschimmer: Aktuell werden gleich mehrere neue Therapien entwickelt. Darunter ist ein mRNA-Vakzin von Moderna, das bereits in der zweiten Phase der klinischen Tests ist, und auch Pfizer und Valneva arbeiten an einem eigenen Impfstoff. Der entscheidende Fortschritt: Beide neuen Kandidaten umgehen gezielt jene Immunreaktion, die beim früheren Vakzin möglicherweise Arthritis getriggert haben könnte.

Zusätzlich werden weitere Ansätze verfolgt. Die Firma Tonix Pharmaceuticals forscht an einem monoklonalen Antikörper, der als Prophylaxe vor einem Biss wirken soll. Professor Hu entwickelt zudem gemeinsam mit Tarsus Pharmaceuticals ein Mittel mit dem Wirkstoff Lotilaner, das schon erfolgreich bei Haustieren verwendet wird. Das Besondere daran: Das Medikament greift nicht die Bakterien an, sondern tötet die Zecke ab, noch bevor sie den Erreger übertragen kann.

Doch Julia Knight von der Hilfsorganisation Lyme Disease UK bleibt skeptisch, ob ein neues Vakzin in Großbritannien überhaupt Anklang finden würde. Sie argumentiert, dass die gemeldeten Fallzahlen zwar gering wirken, die Dunkelziffer aber enorm sein dürfte. Der Grund: Rund 70 Prozent der Infizierten werden allein aufgrund der charakteristischen Rötung behandelt, ohne dass ein Labortest die Diagnose bestätigt. „Ob die Menschen einen Impfstoff im aktuellen Klima der Impfskepsis annehmen werden, bleibt abzuwarten“, gibt sie zu bedenken. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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