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Wetter-Chaos in Europa Auf Hitze folgen Fluten – Kinder von Baum erschlagen

Auf die Dürre folgt die Flut. In weiten Teilen Europas haben Unwetter zahlreiche Menschenleben gefordert - darunter auch Kinder. Ein Ende des Wetter-Chaos ist nicht in Sicht.

Es ist ein Sommer der Extreme. Rekordtemperaturen, lang anhaltende Hitzewelle, extreme Dürre – Europa bekommt den Klimawandel auf die denkbar schlimmste Weise zu spüren.

Böen mit einer Geschwindigkeit von mehr als 200 Kilometern pro Stunde, Zehntausende Haushalte ohne Strom, mindestens 13 Tote. Das ist die Bilanz heftiger Unwetter im Mittelmeerraum und in Österreich. Jetzt wappnen sich auch Teile Deutschlands für „regional extremen Dauerregen“.

Warnung des Deutschen Wetterdienstes vor ergiebigem Dauerregen

Der Deutsche Wetterdienst warnt vor ergiebigem Dauerregen im Südosten des Landes. An der Grenze zu Österreich könne es bis Samstagmorgen auch „extrem ergiebigen Dauerregen“ geben, sagten die Meterologen voraus. Im Nordosten Deutschlands sind vereinzelt starke Gewitter möglich.

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Bei heftigen Unwettern wurden im Mittelmeerraum und in Österreich mindestens 13 Menschen getötet. Allein auf der französischen Mittelmeerinsel Korsika kamen am Donnerstag (18. August) sechs Menschen ums Leben.

In der Toskana wurden ein Mann und eine Frau nahe Lucca sowie in der Küstenstadt Carrara von umstürzenden Bäumen getroffen, wie Medien berichteten. In anderen Landesteilen von Frankreich und Italien richteten Unwetter ebenfalls Schäden und Überschwemmungen an. Schwere Unwetter forderten in Österreich fünf Menschenleben und legten den Verkehr im Süden des Landes lahm.

Unwetterwarnungen für Teile Deutschlands

Für den Süden Bayerns und Teile Baden-Württembergs warnt der DWD vor den Folgen extremen Dauerregens. Am Alpenrand gilt bis Samstagmorgen eine Unwetterwarnung vor extrem ergiebigen Dauerregen bis 140 Liter pro Quadratmeter. In weiteren Teilen Bayerns sowie dem äußersten Südwesten Baden-Württembergs sind laut DWD 50 bis 80 Liter pro Quadratmeter möglich.

Das könnte drohen:

  • Überflutungen von Kellern und Straßen
  • Hochwasser in Bächen und Flüssen
  • Überschwemmungen von Straßen
  • Erdrutsche

Die Bevölkerung wurde aufgerufen, Fenster und Türen zu schließen. Nach Wochen der Dürre und teils schwerer Waldbrände sagte der Deutsche Wetterdienst (DWD) für diesen Freitag auch örtlich starke, zum Teil schwere Gewittern mit Starkregen im Osten und Nordosten voraus. Vereinzelt könne es auch Hagelschauer und Windböen geben. Am Abend sollen weitere Schauer- und Gewitterwolken vom Westen und Nordwesten her aufziehen. Auch hier seien Unwetter möglich.

Über die französische Mittelmeerinsel Korsika zogen am Donnerstag Böen mit einer Geschwindigkeit von mehr als 200 Kilometern pro Stunde. 45 000 Haushalte waren zeitweise ohne Strom. Auch in anderen Teilen Frankreichs wie in Marseille gab es Unwetter und überflutete Straßen.

Frankreichs Innenminister Gérald Darmanin besuchte am Donnerstagabend Korsika. 20 Personen seien verletzt worden, dabei handele es sich um eine vorläufige Bilanz. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sicherte der Insel und ihren Bewohnern Unterstützung zu. An Macrons Urlaubsort an der Côte d'Azur wurde am Abend ein Krisenstab unter Beteiligung von Premierministerin Élisabeth Borne gebildet.

Für den Norden Italiens bis Südtirol und weite Teile Mittelitaliens galt eine Unwetterwarnung. Einige Menschen erlitten bei den heftigen Stürmen mit mehr als 100 Kilometern pro Stunde und starkem Regen Verletzungen wie etwa auf einem Campingplatz im toskanischen Marina di Massa, als dort Bäume umfielen. Der Regionalpräsident der Toskana, Eugenio Giani, teilte auf Twitter ein Video aus der Küstenstadt Piombino, auf dem ein Riesenrad vom starken Wind herumgedreht wurde. Auf anderen Fotos waren von Bäumen zerquetschte Autos und verwüstete Strände zu sehen.

„Leider ist es noch nicht vorbei“, sagte Luigi D'Angelo vom italienischen Zivilschutz der Zeitung „La Stampa“ (Freitag). Von den Unwettern betroffen seien der Nordosten und die Mitte. Kalte Luft aus Nordeuropa, die auf warme Luft im Mittelmeerraum treffe, seien der Grund für die heftigen Wolkenbrüche, erklärte der Physiker und Klimaexperte Antonio Navarra der Zeitung „Corriere della Sera“ (Freitag).

Italien scheint mittlerweile zweigeteilt: Während der Norden und Teile der Mitte des Stiefels von Stürmen und Starkregen betroffen sind, lodern im Süden und auf den Inseln weiter zahlreiche Wald- und Buschbrände.

Wie Polizei und Rotes Kreuz in Österreich mitteilten, stürzten am Donnerstag an einem kleinen Badesee in St. Andrä im Bundesland Kärnten mehrere Bäume um. Zwei Mädchen im Alter von vier und acht Jahren starben, elf Menschen wurden teils schwer verletzt. „Es hat uns alle völlig unerwartet erwischt“, erzählte ein Augenzeuge der „Kleinen Zeitung“. Badegäste seien von dem orkanartigen Sturm umgeweht worden.

Weiter nördlich wurden im niederösterreichischen Gaming drei Frauen bei einer Wanderung von einem Baum erschlagen, wie die Polizei mitteilte. Laut dem staatlichen meteorologischen Dienst ZAMG wurden am Donnerstag Sturmgeschwindigkeiten bis zu 139 Stundenkilometern gemessen.

Unwetter mit Todesopfern, Zehntausende ohne Stromversorgung

In der Steiermark waren Zehntausende Haushalte von der Stromversorgung abgeschnitten, da Hochspannungsleitungen und 2000 Trafostationen beschädigt waren. „Vielfach müssen sich unsere Kollegen den Weg zu den Reparaturarbeiten mit der Motorsäge freischneiden“, sagte ein Sprecher von Energie Steiermark dem Sender ORF. Die Behebung aller Schäden könne Tage, wenn nicht Wochen dauern.

Auch am Tag nach dem Unwetter mit fünf Todesopfern blieben einige Bahnverbindungen im Süden des Landes unterbrochen. Die Südautobahn (A2), die wegen umgestürzter Bäume und Stromausfällen in Tunneln gesperrt worden war, war laut dem Autobahnbetreiber Asfinag am Freitag wieder befahrbar. (dpa)

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