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Brandenburg und SachsenTeils kritische Lage – Kinderferienlager in Tschechien evakuiert

In Brandenburg und Sachsen kämpfen Einsatzkräfte der Feuerwehren weiter gegen Wald- und Flächenbrände. Die Flammen sind zum Teil außer Kontrolle. Die Löscharbeiten könnten noch Wochen dauern. In einer tschechischen Gemeinde mussten Bewohnerinnen und Bewohner ihre Häuser verlassen. 

Auch am Dienstagabend, 26. Juli, waren die Flammen mancherorts noch außer Kontrolle: Die Lage in den Waldbrandgebieten von Brandenburg und Sachsen ist weiterhin kritisch. In Brandenburg brannte es auf einer Wald- und Wiesenfläche von 8,5 Quadratkilometern – das entspricht fast einer Größe von 1200 Fußballfeldern. 

Hunderte Feuerwehrleute haben am Dienstag (26. Juli 2022) in Brandenburg und Sachsen weiter gegen zwei große Waldbrände gekämpft. Wegen eines ausgedehnten Brands in der Nähe der brandenburgischen Stadt Falkenberg an der Elster waren zunächst aber keine weiteren Evakuierungen geplant, wie der Landkreis Elbe-Elster (Brandenburg) in Herzberg am Nachmittag mitteilte. Diese seien „nicht erforderlich“.

Die Gefahr sei aber trotzdem noch nicht vorüber, erklärte der Leiter des Verwaltungsstabes, Dirk Gebhard. „Wetterankündigungen über Sturmböen von über 60 Kilometern pro Stunde machen uns Sorge, dass das Brandgeschehen noch einmal an Dynamik gewinnt.“

Zuvor hatte der Landkreis mitgeteilt, dass sich die Lage im Lauf des Vormittags „deutlich entspannt“ habe. Gegen Mittag wurden deshalb bereits die ersten Evakuierungen aufgehoben. In den zu Falkenberg gehörenden Ortschaften Kölsa und Rehfeld konnten die Menschen wieder in ihre Wohnungen zurückkehren.

Brandenburg: Schweinemastanlage abgebrannt

Für die Kölsa-Siedlung blieb die Anordnung zur Evakuierung jedoch bestehen. Die Räumung der drei Ortschaften war am Montag angeordnet worden, betroffen waren rund 700 Einwohnerinnen und Einwohner.

Die Feuerwehr löscht einen Waldbrand in Falkenberg (Landkreis Elbe-Elster, Brandenburg) am 26. Juli 2022.

Copyright: dpa

Die Feuerwehr löscht einen Waldbrand in Falkenberg (Landkreis Elbe-Elster, Brandenburg) am 26. Juli 2022.

In der Nähe des Gewerbegebiets Lönnewitz liefen die Löscharbeiten laut Landkreis aber unvermindert weiter. Das Einsatzgebiet umfasste demnach rund 850 Hektar. Es wurde davon ausgegangen, dass die Löscharbeiten noch bis Mittwochabend fortgesetzt werden müssen.

Die Behörden hatten am Montagnachmittag eine Großschadenslage ausgerufen. Das aus zunächst unbekannter Ursache ausgebrochene Feuer in einem Waldgebiet mit Windkraftanlagen breitete sich – angetrieben durch heftige Sturmböen – rasch aus. Auch brannte eine Schweinemastanlage nieder.

Waldbrände in Brandenburg: Auch Feuerwehrleute verletzt

Insgesamt waren 480 Kräfte aus mehreren Landkreisen mit 90 Fahrzeugen im Einsatz. Sieben Feuerwehrleute wurden verletzt. Unterstützung kam von mehreren Bundeswehrhubschraubern sowie bei der Lageerkundung von einem Polizeihelikopter. Ein Pionierpanzer der Bundeswehr sollte zudem eine Schneise schlagen, um die Brandausbreitung zu verhindern.

Für die Wasserentnahme der Helikopter sprach der Landkreis für den Kiebitzsee ein Badeverbot aus. Auch ein Teil der Bundesstraße 183 wurde gesperrt.

Laut dem Waldbrandexperten Philipp Haase unterscheidet sich der Großbrand in Brandenburg von anderen Bränden im Land. „Wir reden hierbei von einem Baumkronenbrand, das Feuer läuft von Krone zu Krone und findet sehr viel brennbares Material wie Nadeln“, sagte der stellvertretende Waldbrandschutzbeauftragte am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.

Das Feuer brenne über den Spitzen der Bäume in einer Höhe von bis zu 25 Metern. Dort seien die Windgeschwindigkeiten auch höher als am Waldboden, die Flammen könnten sich schneller ausbreiten, so Haase.

Waldbrand in Sachsen: 24-stündiges Betretungsverbot aller Wälder

Auch bei einem Waldbrand in Sachsen waren mehr als 250 Feuerwehrleute im Einsatz, zusätzlich unterstützen ebenfalls Bundespolizei und Bundeswehr die Löscharbeiten. Der Brand war am Sonntagmorgen im tschechischen Nationalpark Böhmische Schweiz ausgebrochen und griff dann auf deutsches Gebiet über.

Der Wald im Nationalpark Sächsische Schweiz brennt: Für Bad Schandau (Sachsen) sei Katastrophenalarm ausgelöst worden, sagte ein Sprecher des Landratsamtes Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge am Dienstagmorgen (26. Juli 2022).

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Der Wald im Nationalpark Sächsische Schweiz brennt: Für Bad Schandau (Sachsen) sei Katastrophenalarm ausgelöst worden, sagte ein Sprecher des Landratsamtes Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge am Dienstagmorgen (26. Juli 2022).

Für die Gemeinde Bad Schandau löste das zuständige Landratsamt am Dienstag Katastrophenalarm aus. Für Sebnitz war am Montag eine Vorstufe zum Katastrophenalarm ausgegeben worden. Zudem wurde ein 24-stündiges Betretungsverbot aller Wälder des Landkreises in den Regionen Sächsische Schweiz und Osterzgebirge verhängt.

Die Waldbrandsituation sei „unverändert angespannt“, teilte das sächsische Umweltministerium am Dienstag mit. Das Feuer überwinde teilweise weite Strecken, weil durch den Wind Funken weit transportiert würden und an anderer Stelle die ausgetrocknete Waldvegetation entzündeten. Nach Einschätzung der Behörden werde die Brandbekämpfung deshalb noch mehrere Tage andauern.

Tschechien: Waldbrand auf 30 Hektar ausgebreitet

In Tschechien hat sich unterdessen die Lage bei dem Waldbrand im Nationalpark Böhmische Schweiz nahe der Grenze zu Sachsen dramatisch zugespitzt. Mehr als 400 Feuerwehrleute kämpften am Dienstag gegen die Flammen, wie ein Sprecher mitteilte.

Blick auf den Waldbrand im tschechischen Nationalpark Böhmische Schweiz in Hrensko nahe der Grenze zu Sachsen. Das Foto wurde am 26. Juli 2022 aufgenommen.

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Blick auf den Waldbrand im tschechischen Nationalpark Böhmische Schweiz in Hrensko nahe der Grenze zu Sachsen. Das Foto wurde am 26. Juli 2022 aufgenommen.

Sie wurden von Polizei- und Armeehubschraubern unterstützt. Der Waldbrand breitete sich auf eine Fläche von rund 30 Hektar aus.

In dem Ort Mezna fingen acht Gebäude Feuer und brannten komplett aus. Fast alle Bewohnerinnen und Bewohner der Gemeinde Hrensko, die als Tor zum Nationalpark gilt, mussten am Dienstagmorgen ihre Häuser verlassen, teilte ein Sprecher der tschechischen Feuerwehr mit. Zudem evakuierten die Einsatzkräfte ein Kinderferienlager in Srbska Kamenice mit rund 100 Teilnehmenden aus Deutschland. (afp/dpa)

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