Katastrophe in Südafrika Satellitenbild zeigt Ausmaß der verheerenden Unwetter

Eine Unwetter-Katastrophe schockt Südafrika. Die Zahl der Todesopfer steigt und die nächsten heftigen Regenfälle sind schon im Anmarsch.

Verheerende Überschwemmungen haben im Osten Südafrikas hunderte Menschenleben gefordert. Nach offiziellen Angaben sind zehntausende Menschen von den Folgen der Unwetter betroffen. Das Land wird aktuell von einer der schlimmsten in dem Kap-Staat aufgezeichneten Unwetter-Katastrophen heimgesucht.

In der Küstenprovinz KwaZulu-Natal wird verzweifelt nach Vermissten gesucht; die Aufräumarbeiten haben gerade begonnen. Doch schon gibt es wieder schlechte Nachrichten: Am Osterwochenende werde erneut heftige Regenfälle erwartet. Auch die benachbarten Ost- und Nordkap Provinzen sind in höchste Alarmbereitschaft versetzt worden.

Unwetter in Südafrika: Immer mehr Leichen werden gefunden, darunter viele Kinder

Die Regierung bereite sich auf weitere Fluten und Evakuierungen vor, sagte KwaZulu-Natal Ministerpräsident Sihle Zikalala. „In Bezug auf das Wochenende können wir sagen, dass wir bereit sind, aber das hängt von der Größenordnung der kommenden Überschwemmungen ab“, warnte Zikalala. Aktuell sind 41 000 Menschen direkt von den Fluten und Erdrutschen betroffen. Tausende sind auf Notunterkünfte und humanitäre Hilfe angewiesen.

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Die Zahlen gelten als vorläufig, denn zahlreiche Menschen werden noch vermisst. Immer mehr Leichen werden gefunden - unter ihnen zahlreiche Kinder. Südafrikanische Medien berichten täglich von neuen menschlichen Tragödien: einer Großmutter, die im Auto mit ihren drei Enkeln von einer Brücke gespült wurde; von einem Mann, dessen zehn Familienmitglieder ertranken; von einer Mutter, die mit ihrem zehn Monate alten Baby von einer Schlammlawine verschüttet wurde.

Am Freitag schwärmten zahlreiche Hubschrauber über der Provinz, um Polizei, Militär und Rettungskräften bei der Suche nach Überlebenden und Leichen zu helfen. Rettungsaktionen und Aufräumarbeiten werden jedoch durch die starke Verwüstung, die das Unwetter angerichtet hat, erschwert.

Unwetter in Südafrika: Brücken eingerissen, Straßen weggespült

Zahlreiche Straßen sind weggespült worden, Brücken eingerissen, Häuser eingestürzt. In vielen Gegenden gibt es seit Montag weder Strom noch fließendes Wasser; einige Gebiete bleiben unerreichbar. Nach Angaben der Regionalregierung sind knapp 250 Schulen eingestürzt. Der Hafen der Regionalhauptstadt Durban, einer der größten Frachthäfen Afrikas, ist bis auf Weiteres geschlossen. Dronen-Bilder zeigen, wie Dutzende massive Schiffscontainer durch die Fluten vom Hafengelände auf die nebengelegene Autobahn gespült wurden.

Einige Gebiete erhielten diese Woche nach Angaben des nationalen Wetterdienstes in 48 Stunden mehr als 450 Millimeter Regen, was knapp der Hälfte von Durbans jährlichem Niederschlag entspricht. Präsident Cyril Ramaphosa erklärte die Region zum Katastrophengebiet. Die Schäden sollen sich nach Angaben der Regionalregierung auf mehrere Millionen Euro belaufen.

Eigentlich hatte sich die am Indischen Ozean liegende Küstenprovinz auf den traditionellen Osteransturm in- und ausländischer Touristen vorbereitet. Nach zwei Jahren geringer Einnahmen aufgrund der Corona-Pandemie hatte man in KwaZulu-Natal - einem der wichtigsten Urlaubsziele des Landes - auf die erste, gute Saison gehofft. Doch nun wird das Osterfest für viele Menschen ausfallen. (dpa)

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