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„Timmy“-SchockExperten sind sicher, dass der Wal „nicht mehr lebt“

Der Blas eines Wales, bei dem es sich vermutlich um den in einer flachen Ostsee-Bucht an der Insel Poel geborgene Buckelwal handelt, ist im Meer bei Skagen zu sehen.

Copyright: Sebastian Peters/NEWS5/dpa

Der Blas eines Wals, bei dem es sich vermutlich um den in einer flachen Ostsee-Bucht an der Insel Poel geborgenen Buckelwal handelt, ist im Meer bei Skagen zu sehen. (Archivbild vom 2. Mai 2026)

Aktualisiert:

Das Meeresmuseum äußert schlimme Befürchtungen. War die 1,5 Millionen Euro teure Rettung umsonst? Ein juristisches Nachspiel droht.

Die Nachricht schlägt ein wie eine Monsterwelle: Für Wal „Timmy“ gibt es wohl kein Happy End! Während die Retter noch von angeblichen Lebenszeichen sprechen, lässt das renommierte Meeresmuseum Stralsund am Dienstagmittag die Hoffnung zerplatzen. Die Wissenschaftler sind sich sicher, dass der Buckelwal mit hoher Wahrscheinlichkeit bereits verendet ist.

Die Fachleute aus Stralsund fällen ein gnadenloses Urteil über die 1,5-Millionen-Euro-Mission. „Timmy“ war nach seiner wochenlangen Odyssee durch die Ostsee schlichtweg am Ende seiner Kräfte. Die Experten gehen davon aus, dass der Riese viel zu schwach war, um im tiefen Wasser der Nordsee längerfristig zu überleben. Der Buckelwal ist nach Einschätzung von Experten wahrscheinlich tot. Es sei davon auszugehen, dass das extrem geschwächte Tier „nicht genug Kraft besaß, um längerfristig im tiefen Wasser zu schwimmen, und nicht mehr lebt“.

„Keine Kraft mehr“: Das bittere Experten-Urteil

Besonders brisant ist die Informationslage. Während die Privat-Initiative behauptete, noch Signale vom Tier zu empfangen, schütteln die Wissenschaftler nur den Kopf. Es gebe keine unabhängig verifizierbaren Informationen über den Zustand des Tieres. Das bedeutet im Klartext, dass die angeblichen „Vitalzeichen“ reines Wunschdenken sein könnten. Seit Samstagmorgen um 9 Uhr, als Timmy bei Skagen in die Freiheit schwamm, herrscht bittere Funkstille.

Nach dem Verschwinden des Wals geht das Drama an Land erst richtig los. Die Flotte ist zurück im Hafen, doch der Frieden trügt gewaltig. Geldgeberin Karin Walter-Mommert ist auf Zinne und erhebt schwere Vorwürfe gegen den Kapitän des Begleitschiffs. Er soll Timmy eigenmächtig und viel zu früh in die Nordsee entlassen haben. Jetzt stehen saftige Schadensersatzforderungen im Raum und es geht um die gigantische Summe von 1,5 Millionen Euro.

Der Buckelwal wird in seiner Barge vom Schlepper Fortuna B entlang der dänischen Küste in Höhe unterhalb von Skagen, im sogenannten Skagerrak, durch die Ostsee gezogen (Luftaufnahme aus einem Flugzeug).

Copyright: Christoph Reichwein/dpa

Der Buckelwal wird in seiner Barge vom Schlepper Fortuna B entlang der dänischen Küste in Höhe unterhalb von Skagen, im sogenannten Skagerrak, durch die Ostsee gezogen (Luftaufnahme aus einem Flugzeug). (Archivbild vom 1. Mai 2026)

In Cuxhaven musste die Crew bereits von Beamten geschützt werden, weil die Stimmung vollends kippte. Da die gesamte Aktion gegen den Rat fast aller namhaften Experten durchgezogen wurde, drohen nun auch behördliche Konsequenzen. Hat man hier ein todkrankes Tier unter gigantischem Aufwand in den Tod geschleppt?

Ohne GPS-Daten wird Timmy sein trauriges Geheimnis wohl mit in sein nasses Grab nehmen. Ein Millionen-Grab in der Nordsee, bei dem am Ende nur Tränen und ein hässlicher Streit ums Geld bleiben. (jag)

Blas im Meer.

Wo ist „Timmy“?

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