Während der Wasserstand sinkt, eskaliert der Streit im Team. Schafft das „Fisch-Menü“ die Rettung für Buckelwal „Timmy“?
„Timmy“ in TodesgefahrWal-Retter zerfleischen sich – Minister serviert Fisch-Menü

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Helfer sind direkt am Buckelwal vor der Insel Poel im Einsatz und versuchen mit Saug- und Spülgerät den Wal zu entlasten. Der Wal liegt an der gleichen Stelle wie am Vorabend.
Es ist ein Krimi, der ganz Deutschland den Atem anhalten lässt – doch jetzt droht die Rettung von Buckelwal „Timmy“ im Chaos zu versinken! Während der sanfte Riese vor der Insel Poel verzweifelt um sein Leben kämpft, fliegen laut „Bild“-Zeitung im Helfer-Team die Fetzen.
Zoff-Eskalation an der Küste
Statt Einigkeit herrscht blankes Entsetzen: Erst knallte die US-Tierärztin Dr. Jenna Wallace die Tür zu, jetzt warf auch noch Sprecherin Christiane von Gregory das Handtuch. Der Vorwurf: Die Zustände vor Ort seien nicht mehr professionell. Ein Schlag ins Gesicht für die Rettungsmission, während „Timmy“ auf der Sandbank feststeckt.
Der Wasserstand fällt und fällt – für den Wal eine tödliche Falle. Umweltminister Till Backhaus (SPD) versucht nun das Unmögliche. Sein Plan: Ein „Menü“ aus Heringen und Shrimps soll das Tier stärken. Ob der bereits „kurzatmige“ Gigant überhaupt noch fressen kann? Ungewiss!
Kampf gegen den Sand
Die Bilder gehen ans Herz:

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Helfer sind direkt am Buckelwal vor der Insel Poel im Einsatz und bespritzen das Tier mit Wasser.
Dauereinsatz: Helfer spritzen den Wal ununterbrochen nass, damit seine Haut nicht reißt.
Schweres Gerät: Saugbagger und Sea-Scooter wirbeln im Schlamm, um den Sand unter „Timmy“ wegzuspülen. Er braucht dringend Platz für seine Flossen!
„Die Hoffnung stirbt zuletzt“, beschwört Backhaus die Lage. Während die Retter streiten, wächst die Solidarität im Netz: Die Walpatenschaften beim WWF schießen in die Höhe.

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Der Buckelwal liegt vor der Insel Poel an der gleichen Stelle wie am Vorabend.
Am Mittag wurde es technisch in der Wismarer Bucht: Ein Ponton mit einem Bagger rückte direkt zu „Timmy“ vor. Ein Helfer bediente die Schaufel, um den Sand rund um das Tier abzutragen – ein letzter Versuch, den Giganten aus seinem Gefängnis zu befreien.
Gespenstische Stille: Alle Retter weg
Gegen 13.00 Uhr dann die plötzliche Wende: Alle Boote drehten ab und verschwanden im Hafen. Zurück blieb nur der einsame Ponton neben dem Wal. „Timmy“ ist jetzt völlig auf sich allein gestellt. Währenddessen kreiste eine mysteriöse Drohne über der Szenerie – ob zur Überwachung oder zur Rettung, blieb zunächst unklar.
Der Berliner Walforscher Fabian Ritter schlägt unterdessen Alarm. Durch das sinkende Wasser leidet der Wal immer mehr unter seinem eigenen Körpergewicht. Ritters bittere Empfehlung: Man solle das Tier jetzt „strikt in Ruhe lassen“. Es scheint, als könne der Mensch das Drama kaum noch ertragen, während die Natur ihr Urteil fällt. (jag)
