Die Anwendung für Videos hat sich zu einem Marktplatz entwickelt – was riesigen Anklang findet, aber auch bedenkliche Kehrseiten hat. Der TikTok-Shop hat sein erstes Jubiläum, aber die kritischen Stimmen werden lauter.
Ein Jahr Shopping-Wahn auf TikTokMillionen-Umsätze und eine düstere Warnung

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Der TikTok-Shop wird nicht nur von Jüngeren genutzt.
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TikTok ist seit einem Jahr mehr als nur eine Plattform für soziale Kontakte. In Deutschland können User seit März 2025 direkt in der Video-Anwendung shoppen. Welche Bedeutung hat diese Funktion ein Jahr nach ihrer Einführung tatsächlich?
Die Statistiken sprechen eine deutliche Sprache: Wie die dpa meldet, zeigen Erhebungen des Marktforschungsinstituts NIQ, dass bis zum 1. März dieses Jahres bereits gute 15 Prozent aller deutschen Online-Shopper wenigstens einmal den TikTok-Shop genutzt haben. Dieser Wert lag im vergangenen Herbst noch bei 10,5 Prozent. Stefan Heidenreich, ein Marktforscher bei NIQ, sieht darin einen eindeutigen Trend: Die Einkaufsfunktion wird immer mehr zum festen Bestandteil des alltäglichen Konsumverhaltens.
Was bei TikTok im Warenkorb landet: Fashion, Elektronik und mehr
Erstaunlicherweise zieht die Shopping-Möglichkeit nicht ausschließlich ein junges Publikum an. Die Kundschaft ist über die Altersklassen bis 66 Jahre ziemlich gleichmäßig verteilt. Gemäß NIQ führt Mode mit 17 Prozent die Liste der umsatzstärksten Produktkategorien an. Dicht dahinter kommen Artikel aus den Bereichen Computer und Elektronik (16 Prozent) und Produkte für Wohnen und Haushalt (14 Prozent).
Eine Umfrage von YouGov ergab, dass sieben Prozent der Deutschen wöchentlich oder sogar öfter über TikTok einkaufen. Der echte Hammer ist aber: Die Hälfte der Bevölkerung hat von dem Shop noch nie etwas gehört. Für diese Erhebung wurden über 2.000 Personen repräsentativ interviewt.
Unternehmen sieht „starke Entwicklung“ und großes Potenzial
Max Burianek, der Chef des deutschen TikTok-Shops, äußert sich positiv: „Wir sehen seit dem Start eine starke Entwicklung in allen Bereichen.“ Genaue Kennzahlen gibt die Firma nicht preis, doch die Tagesumsätze der Händler sollen sich im vergangenen halben Jahr fast verdoppelt haben. Über 25.000 Anbieter sind schon dabei, zu denen auch bekannte Namen wie L'Oréal, Nivea, Philips und Samsung gehören.
Die Strategie dahinter wird als „Discovery Commerce“ bezeichnet. Ein spezieller Algorithmus präsentiert den Nutzern Inhalte und Waren, die auf ihr bisheriges Verhalten abgestimmt sind. Sogenannte Influencer präsentieren die Produkte in kurzen Videos oder Live-Übertragungen, und der Kauf kann unmittelbar in der Anwendung abgeschlossen werden – das erinnert stark an Verkaufssender. TikTok kassiert bei jedem abgeschlossenen Geschäft eine Gebühr von bis zu neun Prozent.
Die dunkle Seite: Gefahr für Kinder und Jugendliche?
Aber diese Erfolgsstory hat auch ihre Schattenseiten mit beträchtlichen Gefahren. TikTok sieht sich heftiger Kritik ausgesetzt. Aufgrund potenziell süchtig machender Algorithmen und negativer Folgen für Minderjährige hat die EU-Kommission ein Verfahren gegen die Plattform eingeleitet. Der Firma könnte eine empfindliche Geldstrafe bevorstehen.
Neueste Studien, darunter eine Erhebung der DAK-Gesundheit, untermauern den schädlichen Einfluss. Laut dieser Untersuchung verwendet über ein Viertel der Kinder und Teenager soziale Medien auf eine bedenkliche oder sogar pathologische Weise. TikTok kontert diese Anschuldigungen und verweist auf die vorhandenen Sicherheitsvorkehrungen für die Konten von Jugendlichen. (red)
Aus diesem Grund wird in der Politik eine Verschärfung der Regeln debattiert. Die Parteien CDU und SPD sprechen sich sogar für ein vollständiges Verbot von sozialen Medien für alle Kinder unter 14 Jahren aus.
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