Enormer Preiskampf Keine Einigungen mit Herstellern: Drohen ab Herbst leere Regale?

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Drohen uns im Herbst leere Supermarkt-Regale, ähnlich wie zu Beginn der Corona-Krise im März? Experten halten das Szenario für durchaus möglich.

Köln – Das könnte ein großer Einschnitt für die Weihnachtseinkäufe werden: Supermarkt- und Discounter-Ketten wie Rewe, Lidl, Aldi oder Edeka verhandeln die Lebensmittelpreise mit Herstellern wie Kraft, Unilever oder Nestle jedes Jahr aufs Neue.

Doch dieses Jahr scheinen diese Verhandlungen besonders hart zu werden.

Wegen Corona müssen sich die Supermärkte neu aufstellen

Denn durch den Corona-Shutdown im März müssen sich auch die Lebensmittel-Giganten auf dem Markt neu positionieren, feilschen laut „Focus Online“ bereits um die kleinsten Cent-Beträge.

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Rainer Münch, Branchen-Experte der Strategie-Beratung Oliver Wyman, glaubt nicht, dass die Discounter von ihrem harten Kurs abweichen werden: „Aus Sicht vieler Händler tobt am Markt eine Preisschlacht. Doch die Konsumenten erkennen dies nur teilweise als vorteilhaft an und fühlen sich durch die Vielzahl der Preisreduktionen in Folge der Mehrwertsteuersenkung augenscheinlich eher überwältigt.“

Einige Supermärkte nahmen bereits in der Vergangenheit Produkte aus den Regalen

Bereits in den vergangenen Jahren haben einige Supermärkte oder Discounter reagiert und bei gescheiterten Verhandlungen die Produkte der entsprechenden Hersteller aus dem Sortiment genommen.

So konnte sich Kaufland im Jahr 2018 beispielsweise nicht mit Unilever einigen und nahm deswegen bekannte Produkte von Pfanni oder Knorr aus dem Sortiment. Auch Edeka zog im Jahr 2019 Konsequenzen und listete bekannte Nestle-Produkte aus.

Rainer Münch: Leere Regale zum Weihnachtsgeschäft durchaus vorstellbar

Aufgefangen wird diese Auslistung von den Supermärkten und Discountern dann meist von Eigenmarken. Doch weniger Marken-Artikel in den Regalen würde neben dem Image-Verlust auch Einbußen für alle Beteiligten mit sich bringen.

So wären die Lücken in den Regalen vor allem rund um das Weihnachtsgeschäft alles andere als verkaufsfördernd und laut Rainer Münch auch durchaus im Bereich des Möglichen. (nb)

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