Justiz-Skandal: Anklage fordert über 8 Jahre Haft.
Justiz-Beben in HannoverStaatsanwalt soll Drogen-Bossen geholfen haben

Copyright: Moritz Frankenberg/dpa
Acht Jahre und sechs Monate Gefängnis: Das fordert die Anklagebehörde für einen mutmaßlich korrupten Staatsanwalt. (Archivbild)
Ein Justiz-Skandal, der sprachlos macht, erschüttert die Grundfesten des Rechtsstaats: Ein Ankläger aus Hannover muss sich verantworten, da ihm vorgeworfen wird, mit Drogen-Dealern gemeinsame Sache gemacht zu haben. Jetzt verlangt die Staatsanwaltschaft eine empfindliche Haftstrafe: für den 40-Jährigen lautet die Forderung acht Jahre sowie sechs Monate hinter Gitter.
Die Anschuldigungen sind massiv: Es geht um Korruption und die Vereitelung von Strafverfolgung im Dienst. Vor dem Landgericht Hannover erklärte der Ankläger aus Osnabrück, der beschuldigte Jurist habe das Ansehen der Justiz massiv beschädigt. Ein Geständnis liegt bereits vor: Der Mann räumte 9 von insgesamt 14 Anklagepunkten ein.
Geheime Informationen für Cash an eine Drogen-Gang
Der Jurist, der aktuell in U-Haft sitzt, wird beschuldigt, im Zeitraum von Juni 2020 bis März 2021 vertrauliche Details aus laufenden Untersuchungen für Bares weitergegeben zu haben. Die Krönung des Ganzen: Angeblich hat er eine überregional agierende Drogen-Organisation vor einem geplanten Zugriff der Polizei in Kenntnis gesetzt.
Laut Informationen der dpa forderte der Staatsanwalt außerdem, dass 45.000 Euro eingezogen werden. Die Anklage ist überzeugt, der Jurist habe für jede der neun zugegebenen Handlungen eine Summe von 5.000 Euro erhalten. Der Beschuldigte hingegen gibt an, lediglich 2.500 Euro je Fall bekommen zu haben. Für diese Behauptung fehlen laut Staatsanwaltschaft jedoch jegliche Beweise.
Komplize ebenfalls vor Gericht
Nicht nur der Staatsanwalt, sondern auch ein 42 Jahre alter Mann muss sich als mutmaßlicher Komplize verantworten. Die Anklage plädierte für ihn auf eine Freiheitsstrafe von einem Jahr sowie zehn Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt werden soll, aufgrund von Beihilfe zur Korruption. Zusätzlich wird die Einziehung von 15.000 Euro bei ihm gefordert. Die Entscheidung des Gerichts in diesem Fall wird für den kommenden Freitag erwartet.
Während des Verfahrens gab es auch kritische Stimmen gegenüber der ursprünglich verantwortlichen Staatsanwaltschaft in Hannover. Der Ankläger aus Osnabrück machte aber deutlich, dass seine Kollegen aus Hannover „zügig, konsequent und absolut unnachgiebig“ ermittelt und den Großteil der Beweismittel gesichert hätten. (red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

