Schock im Havelland: Kinderarzt soll 70 Kinder missbraucht haben
Horror-Vorwürfe gegen ArztKinderarzt soll über 70 Kinder und Jugendliche missbraucht haben

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Das Landgericht Potsdam befasst sich mit der Anklage gegen einen Kinderarzt wegen Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung. Es geht um 130 Fälle und mehr als 70 Betroffene. (Symbolbild)
Anschuldigungen, die sprachlos machen und Eltern im ganzen Land alarmieren. Im Havelland steht ein Kinderarzt im Zentrum eines Skandals, bei dem die Staatsanwaltschaft von über 70 Betroffenen spricht. Wie das Landgericht Potsdam bekannt gab, sind die mutmaßlichen Opfer laut Anklageschrift zwischen 2 und 20 Jahre alt und umfassen beide Geschlechter.
Dem beschuldigten Arzt, einem ehemaligen Mitarbeiter der Havelland Kliniken, legt die Anklage 130 einzelne Vergehen zur Last. Die Palette der Vorwürfe reicht von schwerem sexuellen Kindesmissbrauch bis hin zu Vergewaltigung. Besonders schockierend: Die Mehrheit dieser Taten soll der Mann während seiner Schichten in der Klinik verübt haben – einem Ort, der für Kinder eigentlich Geborgenheit bedeuten sollte.
Prozessbeginn? Gericht prüft Anklage
Derzeit liegt die Entscheidung bei der 2. Strafkammer des Landgerichts: Sie befindet darüber, ob die Anklage zugelassen und das Hauptverfahren eröffnet wird. Ein Entschluss dazu soll bald fallen. „Im Falle einer Eröffnung ist mit einer zeitnahen Terminierung zu rechnen, da der Angeschuldigte sich in Untersuchungshaft befindet“, so das Gericht. Über die entsetzlichen Details der vorgeworfenen Taten hüllt sich die Behörde in Schweigen.
Der beschuldigte Mediziner ist bereits seit November 2023 in Untersuchungshaft. Das setzt die Justiz unter Druck: Nach der Strafprozessordnung darf die U-Haft im Normalfall die Dauer von sechs Monaten nicht überschreiten. Im Mai läuft diese Frist ab.
Ein Albtraum über zwölf Jahre
Die vorgeworfenen Vergehen sollen sich über einen langen Zeitraum von zwölf Jahren hingezogen haben. Öffentlich wurde der Skandal erst im Januar dieses Jahres. Auslöser war die Anzeige einer Mutter, die Mut bewies und die Ermittlungen in Gang setzte, woraufhin Durchsuchungen stattfanden. Die Havelland Kliniken reagierten auf die Enthüllungen mit der Einleitung einer Aufarbeitung und einer Überprüfung ihres bestehenden Kinderschutzkonzepts. (dpa/red)
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