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Skandal bei Rossmann Kundin übel beleidigt – als sie Polizei ruft, eskaliert es völlig

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Bei Rossmann (hier eine Filiale in München 2014) soll eine Kundin rassistischh beleidigt worden sein.

Berlin – Eine Bankkarte mit deutschem Namen bei einer schwarzen Kundin: Daran soll sich in einer Berliner Drogerie ein Fall von rassistischer Beleidigung entzündet haben. Vorwürfe werden auch gegen die Polizei laut.

Die Kundin erstattete Anzeige. In einem Video auf Facebook, das sie später löschte, wandte sie sich darüber hinaus an die Öffentlichkeit. Es sei so angefangen, dass sie ihren Ausweis vorzeigen sollte, nachdem sie erfolgreich mit der Karte bezahlt hatte.

Rossmann-Kundin schildert Vorfall auf Facebook

„Die Kassiererin meinte dann auf einmal ganz laut, dass ich gerade einen Kartenmissbrauch begehe und ich nicht die Inhaberin der Karte wäre, erzählt die Betroffene.

Dabei habe sie ihren Ausweis vorgezeigt und sich eindeutig identifiziert. Sie erklärte der Frau, dass es damit nachgewiesenermaßen ihre Karte sei. Doch auf die Argumente wollte die Mitarbeiterin offenbar nicht hören. Vielmehr soll sie gesagt haben: „Eine Schwarze wie sie kann eine solche Karte nicht haben.“

Obwohl die Kundin mehrfach versicherte, dass die Karte ihr gehört und auf die Übereinstimmung der Namen auf ihrem Ausweis und der Karte hinwies, eskalierte die Situation zunehmend.

Schließlich wurde sogar die Filialleiterin hinzugerufen, erläutert die Betroffee auf Facebook. Auch sie habe behauptet, die Kundin sei nicht die Inhaberin der Karte.

Rossmann-Kundin ruft Polizei, doch es wird noch schlimmer

Der Kundin wurde es zu bunt und sie entschied sich, die Polizei zu rufen. Doch es wurde noch schlimmer. Nicht nur war die Betroffene von der Filialleiterin und einer anderen Kundin angeschrien worden, vor den Augen ihres 4-jährigen Sohnes.

Hinzu kam, dass auch die hinzugerufenen Polizisten ihren Worten angeblich keinen Glauben schenkten. Vielmehr wiesen sie ihr die Schuld zu und drohten ihr damit, dass sie festgenommen werden könnte, weil der Beamte angeblich wisse, dass sie gelogen habe und es sich um eine Falschaussage handele.

Dabei hatten die Beamten bereits zu dieser Zeit offenbar eine Videoaufnahme von dem Vorfall zur Einsicht gehabt. Linken-Politiker Hakan Taş war an dem entsprechenden Abend des 9. Juni zufällig an der Drogerie vorbeigekommen und hatte ein Video aufgenommen.

Dort habe die Kundin unter Tränen mehreren Menschen und auch ihm von dem angeblichen Vorfall berichtet.

Linken-Politiker Hakan Taş wurde Zeuge und fordert Aufklärung

Taş forderte inzwischen Aufklärung auch zum Vorgehen von Polizisten. Die Polizeiführung und Innensenator Andreas Geisel (SPD) müssten „gerade in solchen kritischen Zeiten“ ihrer Verantwortung gerecht werden, sagte Taş. „Das darf man nicht so stehen lassen.“

Vor allem, dass die Polizei den Vorfall offenbar als „einfache Beleidigung“ aufgenommen hat, macht den Politiker wütend, schreibt er in einem Facebook-Post.

Laut Polizei prüft eine interne Beschwerdestelle den Fall, zwei Beamte würden zu dem Einsatz befragt. Wann ein Ergebnis vorliege, sei offen.

Die Polizei hat eine Strafanzeige gegen die Kassiererin aufgenommen und leitete ein Ermittlungsverfahren wegen Beleidigung mit rassistischer Motivation ein, wie die Behörde bei Twitter schrieb. Noch seien nicht alle Informationen zusammengetragen. „Wenn sich der Vorfall so abgespielt hat, dann steht ein strafbares oder disziplinarwürdiges Verhalten unseres Kollegen im Raum“, hieß es.

Hakan Taş sagte, er habe die Polizisten vor Ort noch angetroffen und mit den Vorwürfen konfrontiert - etwa ob es stimme, dass sie die Anzeige der Kundin zunächst nicht aufgenommen und auch ihre Dienstnummer nicht angegeben hätten. Die Beamten hätten sich unter Verweis auf „laufende Ermittlungen“ nicht weiter geäußert.

Rossmann nimmt Stellung zu Rassismus-Skandal

Das Unternehmen Rossmann nahm auf Anfrage des EXPRESS inzwischen auch Stellung zu den Vorwürfen. „Wir bedauern sehr, was unsere Kundin in unserer Filiale in Berlin erlebt hat“, teilte eine Sprecherin der Drogeriemarktkette Rossmann mit.

Aktuell arbeite man den Vorfall intern auf, „um daraus die notwendigen Konsequenzen zu ziehen“.

Das Unternehmen suche den Dialog mit allen Beteiligten, vor allem mit der Kundin, die man inzwischen über die sozialen Medien kontaktiert habe. „Leider sehen wir derzeit nicht nur eine gute und konstruktive Auseinandersetzung mit der Situation, sondern teils auch eine besorgniserregende Zuspitzung. Unsere MitarbeiterInnen unserer Berliner Filiale werden konkret bedroht."

Der Firma sei es wichtig, „nicht übereinander, sondern miteinander zu sprechen - um ein besseres Verständnis füreinander zu bekommen und voneinander zu lernen“, hieß es weiter von Rossmann.

Man wolle die eigenen Mitarbeiter für das Thema Alltagsrassismus noch einmal stärker sensibilisieren, „denn dieser hat bei uns keinen Platz“, betonte die Sprecherin. (sp/jv/dpa)

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