Unter kilometerdickem Eis liegt eine fremde Welt: Forscher entdecken Gebirge und Täler – mit möglichen Folgen für Küsten weltweit!
Antarktis-Schock!Verborgene Welt unter dem Eis entdeckt – drohen Küsten zu versinken?

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Neue Karte zeigt die verborgene Landschaft unter dem Eis der Antarktis – mit Gebirgen, Tälern und weiten Ebenen. (Symbolbild)
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Laut „Newsweek“ und Forschern der University of Edinburgh wurde erstmals eine detaillierte Karte der verborgenen Landschaft unter der Antarktis erstellt. Mithilfe von Satellitendaten und einer neuen Analysemethode konnten Wissenschaftler tief unter das Eis blicken – und enthüllen nun eine bislang völlig unbekannte Welt.
Was sie fanden, ist spektakulär: gewaltige Gebirge, tiefe Schluchten und weitläufige Täler, verborgen unter einer Eisschicht von im Schnitt zwei Kilometern, an manchen Stellen sogar über fünf Kilometer dick. Jahrzehntelang blieb dieses Terrain im Dunkeln – obwohl es größer ist als ganze Kontinente.
Neue Antarktis-Studie: Verborgene Landschaft unter dem Eis kartiert
Besonders verblüffend: Wie die an der Studie beteiligte Geowissenschaftlerin Helen Ockenden erklärte, ist über die Landschaft unter dem Eis der Antarktis bis heute weniger bekannt als über die Oberfläche des Mars. Erst neue Methoden liefern nun Hinweise darauf, was sich unter dem ewigen Eis verbirgt. Tausende bislang unbekannte Strukturen wurden identifiziert.
Doch die Entdeckung ist nicht nur faszinierend, sondern auch brisant. Die Form des Untergrunds beeinflusst direkt, wie sich das Eis bewegt. Raue Gebiete können das Abschmelzen bremsen, während glatte Flächen den Eisfluss beschleunigen könnten.
Dadurch könnte sich auch entscheiden, wie stark der Meeresspiegel in Zukunft steigt – mit der Folge, dass Küstenregionen weltweit zunehmend unter Druck geraten oder sogar teilweise versinken könnten.
Antarktis: Späte Entdeckung und lange ein Rätsel
Die Antarktis wurde übrigens vergleichsweise spät entdeckt: Erst im Jahr 1820 sichteten mehrere Expeditionen unabhängig voneinander erstmals das antarktische Festland, darunter Fabian Gottlieb von Bellingshausen und Edward Bransfield. Ein Jahr später, 1821, soll mit John Davis vermutlich erstmals ein Mensch den Kontinent betreten haben. Dennoch blieb die Antarktis lange weitgehend unerforscht und geheimnisvoll.
Erst Ende des 19. Jahrhunderts begann die systematische Erforschung im sogenannten „Heroischen Zeitalter der Polarforschung“. Expeditionen von Forschern wie Roald Amundsen und Robert Falcon Scott machten den Kontinent bekannter. Bis heute gilt die Antarktis trotz moderner Technik in weiten Teilen als eine der am wenigsten verstandenen Regionen der Erde. (jag)

