Ist das die Arche Noah? In der Türkei stoßen Forscher bei Bohrungen auf ein extrem widerstandsfähiges Material.
Rätsel um Arche Noah gelöst?Bohrer stoßen auf mysteriöses Hindernis

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Der Berg Ararat in der Türkei. (Archivfoto)
Frische Radardaten und erste Bohrversuche an einer Formation, die wie ein Schiff aussieht, elektrisieren die Fachwelt in der Türkei. Die große Frage: Ist das ein biblischer Fund?
Ein riesiges, schiffsähnliches Gebilde in der Osttürkei – seit über 60 Jahren beißt sich die Wissenschaft daran die Zähne aus! Die sogenannte Durupınar-Formation, die sich rund 30 Kilometer im Süden des Ararat-Berges befindet, ist mit ihren 157 Metern Länge für viele ein heißer Kandidat für die biblische Arche Noah. Jetzt bringen neue Radarbilder und die ersten Bohrungen wieder richtig Zündstoff in die Debatte.
Ein globales Forscherteam, angeführt vom türkischen Archäologen Cenker Atila zusammen mit dem amerikanischen Projekt Noah’s Ark Scans, hat das Gebilde mit hochmoderner Bodenradartechnik durchleuchtet. Die ausgewerteten Daten enthüllen Abweichungen mit auffallend gleichmäßigen Kanten, dazu eckige Gebilde und eventuelle Hohlräume.
Radarbilder deuten auf Kammern im Untergrund
Die Wissenschaftler deuten diese Entdeckungen als mögliche Decks oder sogar Kammern. Besonders spannend: Die Ausdehnung der Formation von circa 157 Metern deckt sich ziemlich genau mit den 300 Ellen, die in der Bibel beschrieben werden (was je nach Umrechnung 150 bis 160 Metern entspricht).
Zum ersten Mal seit dem Jahr 1988 finden dort wieder Bohrungen mit offizieller Erlaubnis statt. Und dann die Überraschung: In vier bis fünf Metern Tiefe traf der Bohrer auf ein extrem widerstandsfähiges Material und ging dabei kaputt.
Die Vermutung des Teams ist spektakulär: Es könnte sich um versteinertes Holz handeln. Auch bei weiteren Bohrversuchen, die bis zu 18 Meter tief gingen, wurde kein massiver Fels gefunden. Stattdessen hat man etwa 1000 Erdproben sowie Keramikfragmente gesichert, deren Alter noch bestimmt werden muss. Vorläufige Analysen weisen auf einen höheren Gehalt an organischen Stoffen im Kern der Struktur hin.
Alles nur eine Laune der Natur?
Allerdings gibt es auch kritische Stimmen. Bereits seit den 1990er-Jahren argumentieren Experten mit einer geologischen Erklärung. Demnach sei die Formation eine sogenannte Synklinale, eine Gesteinsfalte, die durch Abtragung und Erdbewegungen entstanden ist. Sogar manche strenggläubige Wissenschaftler zweifeln an der Arche-Theorie. Die Radardaten würden nur Unterschiede im Material aufzeigen, ein Beweis für ein von Menschen gemachtes Objekt sei das nicht.
Die geborgenen Bohrkerne werden aktuell in Speziallaboren in Ankara untersucht. Mit ersten Resultaten rechnet man im Winter 2026/27. Solange bleibt die spannende Frage unbeantwortet: Schlummert unter der Erdoberfläche ein Stück Weltgeschichte oder ist es doch nur ein faszinierendes Spiel der Natur? (red)

