Das Gebot „Du sollst nicht lügen“ mahnt zur absoluten Pflicht zur Wahrheit. Hat ausgerechnet Papst Benedikt XVI. dieses Gebot missachtet? Nun räumte er seine Falschaussage ein.
MissbrauchsgutachtenPapst Benedikt XVI. räumt seine Falschaussage ein – war „ein Versehen“

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Der emeritierte Papst Benedikt XVI. hat seine Falschaussage eingeräumt. Das Foto zeigt ihn im Juni 2020 bei einem Besuch in Freising.
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Es war eine Falschaussage! Das hat der emeritierte Papst Benedikt XVI. jetzt eingeräumt. Der 94-Jährige gab zu, bei seiner Stellungnahme für das Missbrauchsgutachten des Erzbistums München und Freising eine falsche Aussage gemacht zu haben.
Er habe demnach anders als zunächst behauptet, doch im Jahr 1980 als Erzbischof von München und Freising an einer Sitzung teilgenommen, bei der über einen Priester gesprochen wurde, der mehrfach wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern auffällig geworden war.
Das teilte Benedikts Privatsekretär Georg Gänswein am Montag, 24. Januar 2022, in einer Presseerklärung mit, die das Portal „Vatican News“ und die Tagespost Stiftung veröffentlichten. Jener Priester wurde später in Bayern wieder als Seelsorger eingesetzt.
Papst Benedikt bittet um Entschuldigung
Der 94-Jährige wollte bei seiner Korrektur der Aussage „betonen, dass dies nicht aus böser Absicht heraus geschehen ist, sondern Folge eines Versehens bei der redaktionellen Bearbeitung seiner Stellungnahme war“, hieß es in dem Statement. „Dieser Fehler tut ihm sehr leid und er bittet, diesen Fehler zu entschuldigen.“
Gänswein wollte zudem klarstellen, dass in jener Sitzung vom Januar 1980 „über einen seelsorgerlichen Einsatz des betreffenden Priesters nicht entschieden wurde. Vielmehr wurde lediglich der Bitte entsprochen, diesem während seiner therapeutischen Behandlung in München Unterkunft zu ermöglichen“.
Papst Benedikt: Opfer-Ausführungen erfüllen ihn mit Scham und Schmerz
Benedikt studiere derzeit intensiv das Gutachten und sei seiner früheren Diözese „nahe“ und „im Bemühen um Aufklärung sehr verbunden“. Die bisherige Lektüre der Ausführungen, so die Erklärung, erfülle ihn „mit Scham und Schmerz über das Leid“, das den Opfern zugefügt worden sei.
Laut des Berichts waren mindestens 497 Kinder und Jugendliche zwischen 1945 und 2019 in dem katholischen Bistum von Priestern, Diakonen oder anderen Mitarbeitern der Kirche sexuell missbraucht worden. Mindestens 235 mutmaßliche Täter gab es demnach - darunter 173 Priester und 9 Diakone. Allerdings sei dies nur das „Hellfeld“ - es sei von einer viel größeren Dunkelziffer auszugehen. (dpa)


