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Junge (14) überlebt Corona Blutgefäße im ganzen Körper waren entzündet

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Unser Symbolfoto wurde in Spanien aufgenommen. Eine Frau zeigt eine medizinische Mundschutzmaske für Kinder. In Europa sind 230 Kinder am „pädiatrisch entzündlichen Multisystem-Syndrom” erkrankt. Bei den Betroffenen wurde teils positiv auf Sars-CoV-2 getestet.

New York – Der 14-jährige Jack McMorrow aus New York hat die Hölle hinter sich. Der Schmerz habe seinen Körper mit „einem pochenden, stechenden Rausch” überschwemmt.

„Man konnte fühlen, wie er durch die Adern strömte, und es war fast so, als ob jemand einem direktes Feuer injiziert hätte”, erzählte der Jugendliche nach überstandener Krankheit. Jack hätte „definitiv sterben können", sagt sein Arzt.

Der 14-Jährige hat eine Infektion mit dem Coronavirus durchlebt – zusätzlich quälte ihn eine mysteriöse Entzündungskrankheit bei Kindern, die eventuell mit Sars-Cov-2 zusammenhängt.

Entzündungskrankheit könnte mit Corona zusammenhängen

Das sogenannte „pädiatrisch entzündliche Multisystem-Syndrom” (MIS-C) tritt seit Beginn der Corona-Pandemie deutlich häufiger auf als zuvor. Doch was steckt dahinter?

Ärzte und Forscher vermuten, dass es durch eine Überreaktion der körpereigenen Abwehr auf das Virus ausgelöst wird. Das Immunsystem greift dabei das Gewebe und die Organe an. Und das ist alles andere als ungefährlich.

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Ein Zusammenhang mit dem Coronavirus scheine plausibel, hieß es in einer Mitteilung des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) vom 15. Mai 2020.

New York: 14-jähriger Jack McMorrow erkrankte an Entzündungskrankheit

Bei Jack McMorrow habe es Mitte April 2020 mit leichtem Fieber und Ausschlägen an den Händen angefangen, wie er nun zusammen mit seinem Vater der US-Zeitung „New York Times” und dem US-Nachrichtensender CNN erzählte.

Vater John berichtete, dass die Familie anfangs dachte, der Junge habe einfach zu häufig Desinfektionsmittel benutzt, was den Ausschlag verursacht haben könnte.

Doch dann sei es Jack in den folgenden zehn Tagen immer schlechter gegangen. Symptome wie Übelkeit, ein geschwollener Hals, trockener Husten und ein metallischer Geschmack seien hinzugekommen.

Per Videochat traten die Eltern mit Jacks Kinderärzten in Kontakt. An einem Wochenende seien sie sogar in eine Notfallklinik gefahren. Eines Morgens wachte ihr Junge auf und konnte sich nicht mehr bewegen.

Blutgefäße in Jacks ganzem Körper waren entzündet

Das Fieber sei so hoch gewesen, dass er „nichts mehr bewegen konnte”, erzählte Jack gegenüber CNN.

„Selbst wenn andere meine Gliedmaßen bewegten, war es schmerzhaft. Die einzige Art, wie ich es beschreiben könnte, ist, dass es sich fast wie Elektrizität oder Feuer anfühlte, das durch meine Adern strömte.”

Jack musste daraufhin ins Krankenhaus. Er hatte zusätzlich zum Fieber einen tennisballgroßen Lymphknoten, einen rasenden Herzschlag und extrem niedrigen Blutdruck bekommen.  

Der schockierende Befund der Ärzte: Jack erlitt eine Form von Herzinsuffizienz, die als kardiogener Schock bezeichnet wird, erklärte der Leiter der pädiatrischen Intensivmedizin des Krankenhauses, Steven Kernie, der „New York Times”.

Corona-Infektion: Steroide halfen dem kranken Jack McMorrow

Der Zustand des 14-Jährigen sei „ziemlich schwerwiegend” gewesen, so der Mediziner. Die Blutgefäße in Jacks ganzem Körper seien entzündet gewesen, so dass die Muskeln der Gefäße „den Blutfluss nicht so gut kontrollierten, wie sie sollten”.

Mehrere Tage kämpften die Ärzte darum, Jacks Zustand zu verbessern. Erst als sie ihm Steroide verabreichten, die eine entzündungshemmende und immunsuppressive Wirkung haben können, ging es Jack langsam besser.

Inzwischen ist der Teenager wieder zu Hause, jedoch werde er noch eine Weile Medikamente nehmen müssen – Steroide und Blutverdünner.

Nach Erkrankung: 14-jähriger Jack will später vielleicht Medizin studieren

Es sei nicht ausgeschlossen, dass Jack von der Erkrankung Herzklappenrisse und eine Restentzündung des Herzens davongetragen habe. Die Ärzte sind aber optimistisch. Sie gehen davon aus, dass diese von alleine heilen werden.

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Die schlimme Erfahrung hat den Jugendlichen sichtlich verändert. Er weiß sein Leben noch mehr zu schätzen als davor. So erzählte er, dass er früher einmal überlegt habe, Schauspieler zu werden. 

Doch durch seine Erkrankung haben sich aber offenbar andere Pläne im Kopf des 14-Jährigen manifestiert. Nach der Schule möchte er nun vielleicht Medizin studieren: „Ich will einfach mehr aus meinem Leben machen, jetzt, wo ich es zurückhabe.” (jba)

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