Nächster Wal-Krimi in der Ostsee! Nach „Timmy“ wurde Buckelwal „Hartwin“ gesichtet. Experten in Sorge: Droht die nächste Strandung?
Nach „Timmy“Nächstes Wal-Drama bahnt sich an – „Hartwin“ gesichtet!

Copyright: Marcus Golejewski/dpa
Droht das nächste Wal-Drama? In der Ostsee wurde erneut ein Buckelwal gesichtet. (Archivbild)
Aktualisiert:
Was ist nur in unserer Ostsee los? Kaum ist das emotionale Drama um Sorgen-Wal „Timmy“ vorbei, droht schon der nächste traurige Wal-Krimi im Norden. Am Kleinen Belt in Dänemark wurde jetzt wieder ein riesiger Buckelwal gesichtet. Er schwimmt geradewegs nach Süden – und Experten schlagen bereits Alarm. Das Tier hat laut RTL auch schon einen Namen bekommen: „Hartwin“.
Touristen hielten Wal für ein Ruderboot
Es sind Szenen, die düstere Erinnerungen wecken. Die dänische Reiseleiterin Linda Frølund Hansen (51) stand am Samstagabend mit einer Gruppe auf der alten Brücke „Lillebæltsbro“ (Verbindung zwischen Jütland und der Insel Fünen), um in 55 Metern Höhe nach Schweinswalen Ausschau zu halten.
Plötzlich tauchte etwas Riesiges unter der Stahlkonstruktion auf. „Zuerst dachten wir, es sei die Spitze eines Ruderbootes“, berichtet die Dänin gegenüber der „Bild“-Zeitung. Doch als der Koloss auftauchte und blies, war klar: Hier zieht ein rund 15 Meter langer Buckelwal seine Bahnen. Seelenruhig – und leider in die völlig falsche Richtung. „Hartwin“ steuert tiefer in die Ostsee hinein.
Wal-Experte besorgt: „Das sieht nicht gut aus“
Während erste unvernünftige Wassersportler bereits mit Booten neben dem Wal herfuhren, wächst bei Biologen die Angst. Der renommierte Wal-Experte Fabian Ritter hat das Bildmaterial analysiert und zeichnet ein düsteres Bild: „Ich erkenne klar einen Buckelwal. Wenn sich das Tier immer sehr nah an der Oberfläche aufhält, deutet das auf jeden Fall auf Schwäche hin.“
Noch schlimmer: Die helle Färbung auf „Hartwins“ Rücken deutet auf massive Hautprobleme hin, das Tier wirke phasenweise völlig apathisch.
Droht das nächste Drama? Zittern in Schwerin und Kiel
Die Parallelen zum Fall „Timmy“ sind erschreckend. Der schwere kranke Buckelwal war Mitte Mai nach einer dramatischen Rettungsaktion unweit der dänischen Insel Anholt tot angespült worden. Die Ostsee ist für diese Riesen wegen des geringen Salzgehalts und der warmen Temperaturen eine tödliche Falle.
Sollte „Hartwin“ weiter Kurs auf die deutsche Küste nehmen, droht die nächste Strandung. Und während in Schleswig-Holstein das Umweltministerium in Kiel die Lage beobachtet, dürfte vor allem in Schwerin das große Zittern beginnen.
Mecklenburg-Vorpommerns langjähriger Umweltminister Till Backhaus (SPD) stand beim Fall „Timmy“ wegen des Krisenmanagements massiv in der Kritik. Gut möglich, dass der Minister derzeit im Büro sitzt und sich ganz fest selbst die Daumen drückt, dass „Hartwin“ rechtzeitig abdreht – oder zumindest im Zuständigkeitsbereich der Kollegen in Schleswig-Holstein bleibt. (jag)
