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Nach Wal-TransportHeftige Kritik: Der Satz „Endlich, das Mistviech ist weg“ sei gefallen

Tierärztin Dr. Kirsten Tönnies spricht vor Medienvertretern.

Copyright: Philip Dulian/dpa

Tierärztin Dr. Kirsten Tönnies spricht vor Medienvertretern.

Das Schiff „Fortuna B“ hat den mehrfach gestrandeten Buckelwal tagelang in Richtung Nordsee gezogen. Jetzt ist das Schiff nach Freilassung des Tiers in den Hafen von Cuxhaven eingelaufen.

Eines der beiden Schiffe, die den mehrfach vor der deutschen Küste gestrandeten Wal in die Nordsee brachten, ist am Sonntagabend in Cuxhaven eingelaufen.

Nach Informationen eines dpa-Reporters vor Ort machte der Schlepper „Fortuna B“ kurz vor Mitternacht im Hafen fest. Die Polizei war vor Ort.

„Fortuna B“ macht im Hafen von Cuxhaven fest

Der Wal war am Samstag etwa 70 Kilometer von der nördlichsten Stadt Dänemarks, Skagen, entfernt abgesetzt worden. Angaben zum Zustand des Tiers zu diesem Zeitpunkt und zum genauen Ablauf der Freisetzung wurden nicht bekannt, auch öffentlich zugängliche Bilder oder Videos gab es nicht.

Das andere große Schiff des Transport-Konvois war die „Robin Hood“. Sie befand sich am späten Sonntagabend nach Daten des Schiffs-Ortungsdienstes Vesselfinder in der Nähe der Westküste Dänemarks.

Einige Mitglieder der Initiative hatten am Samstag kritisiert, die Schiffsbesatzung sei bei der Freisetzung des Wals grob vorgegangen.

Tierärztin Dr. Kirsten Tönnies über die Stimmung an Bord: „Die letzten anderthalb, zwei Tage war es wirklich mulmig für mich auf dem Schiff“, erklärte sie gegenüber „Bild“. Der Satz „Endlich, das Mistviech ist jetzt weg, das ist die Hauptsache, nächstes Projekt“ sei gefallen.

Die Bereederungsgesellschaft des Begleitschiffs „Robin Hood“ sprach in einem Schreiben, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, allerdings von einem Erfolg. Die Freisetzung sei in Abstimmung mit allen Beteiligten erfolgt, hieß es.

Der vier bis sechs Jahre alte Walbulle war Anfang März erstmals in der Ostsee gesehen worden. In den etwa 60 Tagen bis zum Transport lag er rund zwei Drittel der Zeit in Flachwasserzonen, zuletzt vor der Insel Poel. Am Dienstag war er in den Lastkahn bugsiert worden, der dann an den Schlepper gekoppelt Richtung Nordsee startete.

Wird der Wal überleben?

Bereits die Bergung war gegen den Rat vieler Wissenschaftler, Fachinstitutionen und Tierschutzorganisationen erfolgt. Die Überlebenschance schätzte Thilo Maack von der Naturschutzorganisation Greenpeace als minimal ein. Die mehrfache Strandung gilt als klares Anzeichen dafür, dass der Wal krank war, als er die deutsche Küste erreichte.

Weiterhin wird davon ausgegangen, dass das Tier extrem geschwächt ist. Kaum abzuschätzen ist, ob tatsächlich zu einem späteren Zeitpunkt von einer „Rettung“ gesprochen werden kann. Nur mit Trackingdaten und damit dem jeweiligen Aufenthaltsort des Wals ließe sich transparent machen, ob sich das Leiden des Wals auf dieser Reise gelohnt hat, sagte Greenpeace-Experte Maack am Samstag. (dpa)

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