Lager niedergebrannt Merkel und Macron wollen Hunderte Flüchtlinge aufnehmen

Frau flieht mit Kind vor Feuer im Flüchtlingslager Moria

Eine Frau flieht mit einem Kind auf dem Arm vor dem Feuer im griechischen Flüchtlingslager Moria.

Athen – Kanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident Emmanuel Macron wollen nach den Bränden im griechischen Flüchtlingslager Moria in einer gemeinsamen Aktion mit anderen EU-Ländern 400 unbegleitete Minderjährige übernehmen.

Die Zahl sollte nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vom Donnerstag für alle teilnehmenden Länder gelten. Wie viele der Flüchtlinge davon Deutschland übernehmen würde, stehe noch nicht fest, hieß es weiter.

Merkel sagte, sie hoffe, dass sich auch andere EU-Mitgliedsstaaten an der Aufnahme der minderjährigen Flüchtlinge beteiligen würden,

Alles zum Thema Corona

Moria: Mehrere Brände in griechischem Flüchtlingslager

In der Nacht zu Mittwoch hatte es im Flüchtlingslager Moria auf der Insel Lesbos mehrere Brände gegeben. Nach bisherigen Erkenntnissen wurden sie gelegt. Das Lager ist auf 2800 Bewohner ausgelegt, zuletzt lebten mehr als 12.000 Migranten dort.

Frau flieht mit Kind vor Feuer im Flüchtlingslager Moria

Eine Frau flieht mit einem Kind auf dem Arm vor dem Feuer im griechischen Flüchtlingslager Moria.

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) hatte gefordert, dass Deutschland vorangehen und 2000 Migranten aufnehmen solle. Mehrere deutsche Bundesländer hatten sich bereit erklärt, Flüchtlinge aufzunehmen.

Erste Maßnahmen nach Brand in Flüchtlingslager angelaufen

Derweil waren die ersten Maßnahmen zur Unterbringung von Menschen nach dem Großbrand im Migrantenlager von Moria angelaufen.

165 unbegleitete Minderjährige wurden an Bord eines Flugzeugs von Lesbos zur griechischen Hafenstadt Thessaloniki gebracht. Weitere 240 Minderjährige sollten noch am Donnerstag folgen, berichtete der staatliche Rundfunk (ERT).

Brand_Moria

Wohncontainer stehen in Flammen, weshalb die Behörden das Lager evakuierten.

Die Feuerwehr konnte in der Nacht zum Donnerstag mehrere kleinere neue Brände löschen. Die Feuer hätten übrig gebliebene unbeschädigte Zelte und andere provisorische Unterkünfte von Moria zerstört, berichtete das Staatsfernsehen.

Moria: Polizei setzte Tränengas gegen Jugendliche ein

Tausende Menschen verbrachten die erste Nacht nach dem Großbrand auf den Straßen rund um das Lager Moria. Die Polizei stoppte unter Einsatz von Tränengas einige jugendliche Migranten, die versuchten, in die Hauptstadt der Insel zu kommen, wie das Staatsfernsehen berichtete. Zuvor hatten einige Migranten die Polizei mit Steinen angegriffen.

Zu groß ist die Angst eines unkontrollierbaren Ausbruchs der Corona-Epidemie. 35 Migranten waren positiv auf das Virus getestet worden. Sie sind im Gefolge des Großbrandes untergetaucht und könnten Tausende andere Menschen anstecken. Die Polizei habe nur acht von ihnen aufgreifen können, teilte die Regierung mit.

Eine Fähre, die „Blue Star Chios“, wurde am Donnerstagvormittag in einem Hafen im Westen der Insel erwartet. Dieses Schiff soll rund 1000 Migranten aufnehmen. Andere Migranten sollen in den nächsten Tagen von zwei Schiffen der griechischen Kriegsmarine aufgenommen werden.

Nach wie vor gibt es keine offiziellen Angaben zur genauen Anzahl der Menschen, die durch den Brand obdachlos geworden sind. (dpa, so)

Sie verwenden einen veralteten Browser. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um Ihren Besuch bei uns zu verbessern.