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Lese-Alarm in DeutschlandNeue Iglu-Studie gestartet: Jedes vierte Kind kann nicht lesen

Jeder vierte Viertklässler kann nicht richtig lesen

Copyright: Sebastian Gollnow/dpa

Nach der Iglu-Studie von 2021 beginnt nun in Deutschland die nächste Erhebung. (Archivbild)

Neue Iglu-Studie: Droht der nächste Bildungs-Schock?

Die letzte große Lese-Studie war ein Desaster für Deutschland. Jetzt werden wieder Tausende Viertklässlerinnen und Viertklässler getestet. Droht uns der nächste Bildungs-Schock?

Für die Internationale Grundschul-Lese-Untersuchung, kurz Iglu, beginnen in Deutschland wieder die Erhebungen. Bundesweit nehmen rund 4.000 Grundschülerinnen und Grundschüler der vierten Klasse an den Tests teil – auch an Schulen in Köln und der Region.

Die Ergebnisse der letzten Studie von 2021 hatten schockiert: Damals konnte rund ein Viertel der Viertklässlerinnen und Viertklässler nicht richtig und sinnerfassend lesen. Eine dramatische Zahl, die jetzt auf dem Prüfstand steht.

Bildungsforscherin: Zeigt sich jetzt, ob Maßnahmen wirken?

Bildungsforscherin Nele McElvany, die Iglu Deutschland wissenschaftlich leitet, sagt, es werde sich nun zeigen, ob die seit 2021 ergriffenen Maßnahmen Wirkung zeigen. Die Tests werden auf digitalen Geräten durchgeführt und erfassen die Lesekompetenz. Zusätzlich werden auch Lehrkräfte, Schulleitungen und Eltern befragt.

Besonders alarmierend war vor fünf Jahren, dass in Deutschland vor allem Kinder aus sozial benachteiligten und zugewanderten Familien von der schwachen Lesefähigkeit betroffen waren. Dabei gilt Lesekompetenz als absolute Schlüsselqualifikation für einen erfolgreichen Lebensweg.

Deutschland im internationalen Vergleich

Die neue Erhebung für 2026 ist Teil einer riesigen internationalen Untersuchung. Insgesamt werden mehr als 400.000 Schülerinnen und Schüler in rund 60 Staaten und Regionen getestet. So sollen nicht nur die Leistungen der Kinder erfasst, sondern auch die Lernbedingungen wie Digitalisierung und Unterrichtsqualität international verglichen werden.

„Mit Iglu werden fundierte Daten darüber gewonnen, wie gut Kinder vor dem Übergang auf die weiterführenden Schulen Texte verstehen und nutzen können, aber auch zentrale Informationen über die Lernbedingungen in Schulen oder Veränderungen in der Schülerschaft“, heißt es vom zuständigen Institut für Schulentwicklungsforschung (IFS) an der Uni Dortmund.

Expertin McElvany betont, wie wichtig der Blick über den Tellerrand ist. „Die internationale Perspektive ist dabei besonders wichtig.“ Viele Länder stünden vor ähnlichen Herausforderungen wie Deutschland. Von ihren Erfahrungen mit bestimmten Strategien könne das deutsche Schulsystem wichtige Impulse bekommen. Die Ergebnisse der Studie führen oft zu konkreten Maßnahmen wie mehr Leseförderung oder früherer Sprachförderung. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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