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Harte Strafe!Tiktok-Kuss hat brutale Folgen – Paar öffentlich ausgepeitscht

Ein Henker bereitet sich darauf vor, einen Verstoß gegen die Scharia begangenen in Banda Aceh auszupeitschen.

Copyright: IMAGO/ZUMA Press Wire

Aceh ist die einzige Provinz in Indonesien, wo die Scharia offiziell angewendet wird. (Symbolbild)

Aktualisiert:

In Indonesien wurde ein unverheiratetes Paar nach einem Tiktok-Kuss vor Zuschauern ausgepeitscht. Die Zuschauer feuern sogar an!

Weil sie sich in einem Tiktok-Video geküsst hatten, sind ein Mann und eine Frau in der indonesischen Provinz Aceh öffentlich gezüchtigt worden. Sie erhielten am Donnerstag in einem Park in der Hauptstadt Banda Aceh jeweils 21 Stockschläge, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete.

Dutzende Schaulustige schauten dabei zu und forderten teilweise sogar eine härtere Vollstreckung der Strafe. Das unverheiratete Paar, dessen Alter nicht angegeben wurde, war angezeigt worden, weil es sich in einem Livestream auf der Videoplattform Tiktok geküsst hatte.

Wie der Chef der Scharia-Polizei in Banda Aceh, Muhammad Rizal, sagte, wurde bei den Ermittlungen ein „eindeutiger Verstoß“ gegen das islamische Scharia-Recht festgestellt - und zugleich der erste in einem Onlinedienst.

Im mehrheitlich muslimischen Indonesien ist Aceh die einzige Region, in der das strenge Strafrecht der islamischen Scharia gilt. Es sieht die Prügelstrafe für Sex, aber auch für Küsse, Umarmungen oder andere Berührungen zwischen Unverheirateten vor.

Ein weiteres Paar wurde am Donnerstag mit jeweils 27 Stockschlägen für den Austausch von Zärtlichkeiten bestraft. Im Mai waren zwei Männer und zwei Frauen mit jeweils 100 Stockhieben für außerehelichen Sex bestraft worden.

Menschenrechtsorganisationen fordern von der indonesischen Regierung eine Abschaffung der Prügelstrafe. Der Sprecher von Amnesty International in Indonesien, Haeril Halim, kritisierte, dass die Scharia nun auch auf „friedliche“ Interaktionen in Online-Netzwerken angewendet werde und verurteilte die Strafe für den Kuss auf Tiktok als „erschreckende Diskriminierung“. (AFP)

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