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„Klima hat sich verschärft“Themis-Vertrauensstelle meldet mehr körperliche Gewalt in Kultur

Illustration zur häuslichen Gewalt

Copyright: Fabian Sommer/dpa

Bei Themis können sich Menschen aus der Kulturbranche melden, wenn sie sexuelle Belästigung oder Gewalt erfahren haben. (Symbolbild)

Alarm bei Themis: Körperliche Angriffe nehmen stark zu.

Die Vertrauensstelle Themis, eine Anlaufstelle für Opfer von Gewalt in der Kulturbranche, meldet eine alarmierende Zunahme bei körperlichen Angriffen. Im Jahr 2025 führten die Fachleute der Organisation mehr als 600 Konsultationen durch, darunter waren 105 erstmalige Anfragen.

Gegründet wurde die Initiative 2018 in Berlin als direkte Reaktion auf den MeToo-Skandal. Kreative aus den Bereichen Film, Fernsehen, Theater und Musik, die sexuelle Gewalt oder Belästigung erlebt haben, finden dort Gehör. Themis vermittelt kostenfrei psychologische und juristische Unterstützung und wird von diversen Sendern und Branchenverbänden getragen.

Körperliche Angriffe nehmen überhand

Besonders auffällig ist die Entwicklung im Vergleich zum Vorjahr: Die Art der gemeldeten Vorfälle hat sich drastisch gewandelt. Im Jahr 2025 wurden bei den Erstkontakten 68 Mal körperliche Gewalt oder Vergewaltigung gemeldet, aber nur 37 Mal verbale Attacken.

Ein Blick auf 2024 zeigt den krassen Unterschied: Damals wurden bei knapp 130 Erstberatungen noch 68 verbale Vorfälle und 61 körperliche Angriffe oder Vergewaltigungen registriert. Der Trend setzt sich anscheinend 2026 fort, denn in den ersten drei Monaten des Jahres suchten bereits 20 Betroffene wegen körperlicher Gewalt Hilfe.

Expertin: „Frauenfeindlichkeit ist enthemmter“

Die Präsidentin von Themis, Martina Zöllner, äußerte sich gegenüber der „Zeit“ zu den Gründen: „Das Verhältnis von körperlichen zu nicht körperlichen Übergriffen hat sich verändert. Das mag ein Spiegel der gesamtgesellschaftlichen Entwicklung sein.“

Martina Zöllner

Copyright: Annette Riedl/dpa

Martina Zöllner ist seit 2025 Präsidentin der Themis Vertrauensstelle. (Archivbild)

Auch Maren Lansink, die geschäftsführende Vorständin von Themis, erläuterte in der „Zeit“ mehrere Ursachen für diese Zunahme. Sie beobachtet eine Verschärfung des gesellschaftlichen Klimas. „Frauenfeindlichkeit ist online wie offline enthemmter geworden, und das schlägt auch im Arbeitsalltag durch“, erklärte sie.

Zusätzlich seien die Arbeitsbedingungen in der Kulturbranche mit ihren starken Abhängigkeiten und der oft engen körperlichen Interaktion an Sets „unverändert ein Nährboden für Übergriffe“. Lansink fügte hinzu, dass sich insbesondere jüngere Menschen heute eher ermutigt fühlen, solche Taten auch klar als das zu bezeichnen, was sie sind. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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