Irre Story: Sein Laden ist neben der ausgeraubten Sparkasse.
Irre Posse in GelsenkirchenDirekt neben ausgeraubter Sparkasse verkauft er Tresore

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Roter Schirm symbolisiert Schutz, Möller denkt um (Symbolbild).
Was für eine verrückte Geschichte, die das Leben schreibt. In Gelsenkirchen-Buer, direkt neben der Sparkasse, die Opfer eines Mega-Einbruchs mit über 3000 geplünderten Schließfächern wurde, führt Joachim Möller seinen Laden für Sicherheitstechnik. Und während nebenan die Tränen fließen, preist er in seiner Auslage Tresore als „Wertschutz für Zuhause“ an – versicherbar bis zu einer Million Euro.
Für Tausende von Betroffenen in Gelsenkirchen ist das ein absoluter Albtraum. Sie dachten, ihr Gold, ihr Bargeld und ihr Schmuck wären im Schließfach der Bank bombensicher – ein fataler Irrtum. Jetzt winkt ihnen eine maximale Kompensation von 10.300 Euro, aber auch nur, wenn sie den Wert der gestohlenen Sachen belegen können. „Viele Kunden von mir sind betroffen. Sie haben keine Fotos als Beleg, das ist bitter“, erklärt Möller. Das berichtet „FOCUS online“.
Experte: „Die Wand ist eine andere Baustelle“
Der Sicherheitsprofi hatte selbst volles Vertrauen in die Bank; für einen Angehörigen, der Pflege brauchte, hatte er dort ein Fach. Er kennt das Gebäude bestens. „Ich kenne die Örtlichkeit. Ich habe die Schließanlage eingebaut“, so Möller, dessen Kunde auch die Sparkasse ist. „Das war alles gut abgesichert“, unterstreicht der Experte. Aber im Nachhinein ist er schlauer: „Die Wand ist eine andere Baustelle.“ Und genau diesen wunden Punkt machten sich die Einbrecher eiskalt zunutze.
Die Alarmanlage sicherte nur Türen und Fenster, erklärt Möller. An einen Angriff mit dem Kernbohrer direkt durch die Mauer dachte wohl niemand – das schien einfach zu verrückt. „Wer kommt auf so eine Idee? Das ist einen Film wert“, wundert sich der Fachmann über die kriminelle Energie. Doch die Methode ist kein Einzelfall: Schon 2013 wurden in Berlin über 200 Fächer einer Volksbank so geknackt. In Hamburg-Norderstedt traf es 2023 eine Sparkasse mit rund 650 Fächern, und auch in Lübeck schlug man bei der Deutschen Bank mit über 300 aufgebrochenen Fächern zu.
Angesichts der gewaltigen Versicherungssumme von mehr als 30 Millionen Euro für über 3000 Fächer kann Möller die Deckelung auf 10.300 Euro pro Fach nachvollziehen. Trotzdem hat der Vorfall seine Sichtweise verändert: „Nach dem Einbruch denke ich anders.“ Ein hochwertiger Tresor in den eigenen vier Wänden ist für ihn jetzt die bessere Wahl, weil das Knacken extrem aufwendig ist.
Ein guter Markentresor, so Möller, schlägt mit 2000 bis 2500 Euro zu Buche, plus 300 bis 400 Euro für die fachgerechte Installation mit Verankerung in Wand und Boden. „Ich habe meinen Tresor zu Hause“, gibt er zu. Sein eigener Laden, der im nächsten Jahr sein 65. Jubiläum feiert, wurde im Gegensatz zur Bank nebenan noch nie geknackt. Viele in Gelsenkirchen werden sich jetzt wohl ärgern, dass sie auf der Jagd nach Sicherheit für ihr Hab und Gut nicht bei ihm angeklopft haben. (red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.
