Mega-Razzia: Falsche Krebs-Mittel für Todkranke verkauft.
Falsche Krebs-PillenInterpol-Razzia: Gefälschte Medikamente im Millionenwert entdeckt

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Bei einem Schlag gegen den Handel mit gefälschten Medikamenten haben Fahnder Produkte im Millionenwert beschlagnahmt. (Archivbild)
Mega-Razzia gegen die skrupellose Pharma-Mafia: Fahnder haben bei einer internationalen Aktion gefälschte und nicht zugelassene Medikamente im Millionenwert sichergestellt. Die Ermittler warnen vor einer besonders perfiden Masche, die auf todkranke Menschen abzielt.
Bei der von Interpol koordinierten Operation in rund 90 Ländern wurden mehr als 6,4 Millionen Dosen eingezogen. Der Wert der Stoffe: umgerechnet etwa 13,2 Millionen Euro. Am häufigsten fanden die Ermittler angebliche Mittel gegen Erektionsstörungen, Beruhigungsmittel und Produkte, die beim Aufhören mit dem Rauchen helfen sollen.
Insgesamt nahmen die Fahnder 269 Verdächtige fest und zerschlugen 66 kriminelle Gruppen. Zudem wurden Tausende Online-Seiten und Kanäle vom Netz genommen. Die meisten gefälschten Produkte wurden in Großbritannien, Kolumbien und Australien entdeckt. Deutschland war an der Aktion nicht beteiligt.
Interpol-Generalsekretär: „Gefälschte Medikamente bringen Leben in Gefahr“
Interpol-Generalsekretär Valdecy Urquiza warnt eindringlich: „Gefälschte Medikamente sind nicht nur Betrug, sie bringen Leben in Gefahr.“ Kriminelle würden über Online-Marktplätze und informelle Lieferketten gezielt Lücken in der Kontrolle ausnutzen.
Sie hätten es auf Menschen abgesehen, die schnelle und erschwingliche Hilfe suchen. Doch die Konsequenzen könnten schwer und sogar tödlich sein, so Urquiza.
Beunruhigender Trend: Falsche Krebs-Mittel im Umlauf
Besonders alarmierend ist ein neuer Trend, den die Ermittler aufdeckten. Sie beschlagnahmten deutlich mehr Antiparasitika als in den Vorjahren. Die Mittel Ivermectin und Fenbendazol werden als Teil sogenannter „Kits zur Krebsbehandlung“ verkauft – obwohl Gesundheitsbehörden warnen, dass es dafür keinerlei wissenschaftliche Grundlage gibt.
Große Mengen dieser falschen Krebs-Mittel wurden in Australien, Neuseeland, Singapur, den USA und Großbritannien gefunden. Laut dem Krebsinformationsdienst gibt es zu Ivermectin als Krebsmedikament bisher nur Grundlagenforschung an Zellen und Mäusen. Diese Ergebnisse seien nicht auf den Menschen übertragbar. „Es gibt keine abgeschlossenen klinischen Studien am Menschen, die eine Wirkung gegen Krebs zeigen.“
Auch zu einer möglichen Wirkung von Fenbendazol ist die Datenlage Experten zufolge noch schwächer. Die Warnung ist klar: Der Kauf von Medikamenten aus dubiosen Online-Quellen kann lebensgefährlich sein, besonders wenn es um angebliche Heilmittel für schwere Krankheiten geht. (dpa/red)
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