Ein neuer Fall wie bei „White Tiger“: Ein 18-Jähriger soll Mädchen zu sexuellen Handlungen und Selbstverletzungen genötigt haben.
Neuer „White Tiger“ Fall18-Jähriger ahmte Sadisten-Netzwerk nach und quälte Mädchen

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Erneut muss sich in Hamburg ein junger Mann vor Gericht verantworten, der Kinder und Jugendliche im Internet manipuliert und zu Selbstverletzungen genötigt haben soll. (Archivbild)
Der Fall weckt schreckliche Erinnerungen an den Pädokriminellen „White Tiger“: In Hamburg muss sich erneut ein junger Mann vor Gericht verantworten, der Kinder und Jugendliche im Internet zu sexuellen Handlungen und sogar Selbstverletzungen vor der Webcam genötigt haben soll. Laut Anklage waren die sieben Opfer Mädchen im Alter zwischen 12 und 15 Jahren. Dem heute 18-Jährigen werden zudem schwulenfeindliche Angriffe auf Männer vorgeworfen.
Der Prozess findet vor einer Jugendkammer des Landgerichts statt, die Öffentlichkeit ist zum Schutz der Opfer ausgeschlossen. Angeklagt sind über 50 Straftaten, die der Hamburger noch als Jugendlicher begangen haben soll. Das Gericht hat zunächst 16 Verhandlungstage angesetzt.
Angeklagter soll Sadisten-Netzwerk nachgeahmt haben
Laut Staatsanwaltschaft gründete der Angeklagte Online-Gruppen nach dem Vorbild des internationalen Sadisten-Netzwerks „764“. In diesem Netzwerk soll auch der als „White Tiger“ bekannt gewordene mutmaßliche Pädokriminelle eine führende Rolle gespielt haben. Eine direkte Verbindung zwischen den beiden Beschuldigten gibt es laut der Staatsanwaltschaft aber nicht.
Ähnlich wie „White Tiger“ soll aber auch der jetzt angeklagte 18-Jährige seine Opfer emotional manipuliert und zu immer schlimmeren Taten gezwungen haben. Eines der Mädchen soll er dazu gebracht haben, sich die Namen des Angeklagten und seiner Gruppen in die Haut zu ritzen. Die Taten soll er zwischen Mai 2023 und März 2024 begangen haben. Die Vorwürfe wiegen schwer: schwerer sexueller Missbrauch von Kindern, sexuelle Nötigung und gefährliche Körperverletzung.
Schwulenfeindliche Angriffe über Dating-Portale
Zusätzlich soll der junge Mann zwischen Sommer 2024 und Frühjahr 2025 Straftaten gegen Homosexuelle begangen haben. Laut Anklage vereinbarte er in elf Fällen über Dating-Portale Treffen mit Männern, nur um sie dann – vermutlich aus homophoben Motiven – plötzlich anzugreifen und zu verletzen.
Seit Dezember 2023 sitzt der Beschuldigte in Untersuchungshaft.
Fall „White Tiger“: Prozess läuft seit Januar 2024
Im Fall „White Tiger“ läuft bereits seit Januar 2024 der Prozess gegen einen 21-jährigen Deutsch-Iraner vor dem Landgericht Hamburg – ebenfalls unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Der Hamburger soll zwischen 2021 und 2023 insgesamt 204 Straftaten begangen haben.
„White Tiger“ gilt als Kopf des Sadisten-Netzwerks „764“, das über Kontinente hinweg Kinder und Jugendliche per Internet missbraucht haben soll. Seine perfide Masche: Er soll erst ihr Vertrauen gewonnen, sie dann mit intimen Bildern und Videos erpresst und vor laufender Kamera zu immer heftigeren Selbstverletzungen gezwungen haben – in manchen Fällen bis zum Suizid.
Der Name des Netzwerks „764“ stammt laut einem Bericht der „Washington Post“, die sich auf FBI-Angaben beruft, von einem Teil der Postleitzahl der texanischen Stadt Stephenville. Dort lebte der Gründer des Netzwerks, der in den USA bereits zu 80 Jahren Haft verurteilt wurde. (dpa/red)
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