Flammen, Dreck, Angst: Eine Einsatzkraft berichtet von katastrophalen Bedingungen.
Feuer-Hölle in FlüchtlingsheimHamburger Retter packt aus – „Menschenunwürdig!“

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Dichter Rauch aus einem Gebäudedach.
Ein Feuerwehrmann aus Hamburg schlägt nun öffentlich Alarm. Obwohl Jochen (Name geändert) als Oberbrandmeister in seiner Laufbahn schon einiges gewohnt ist, machen ihn die Erlebnisse in dem Heim für Geflüchtete am Überseering fassungslos. Die Einsatzkräfte mussten allein 2025 und im aktuellen Jahr zu circa 160 Vorfällen ausrücken. Der routinierte Helfer beschreibt die Gegebenheiten als „furchtbar, menschenunwürdig“. An den Träger „Fördern & Wohnen“ richtet er die verzweifelte Bitte: „Holt doch wenigstens die Kinder da raus.“
Laut Stand vom 28. Februar sind in der Einrichtung 144 Kinder im Alter von zwei bis acht Jahren untergebracht. Jochen schildert Nächte, in denen er wegen Bränden doppelt alarmiert wurde, so etwa in der Nacht vom 26. auf den 27. März. Zunächst stand nur etwas Abfall in einem Gang in Flammen. Doch die Situation eskalierte Stunden später: Fünf Feuerherde zur selben Zeit! „Die Flure waren stark verqualmt und Menschen, darunter auch Kinder, schrien panisch“, so seine Schilderung. Die Helfer kamen nur mühsam voran, da sie sich einen Weg durch Abfallberge bahnen mussten. Weitere Feuer brachen am Ostersamstag um circa 5.30 Uhr und am nachfolgenden Dienstag aus. Das berichtet „FOCUS online“.
Notausgänge blockiert? Das Amt dementiert
Nach Einschätzung des Oberbrandmeisters war es eine lebensbedrohliche Lage. „Wir mussten die Menschen über die verqualmten Flure in Sicherheit bringen, denn viele der Fenster konnten nicht geöffnet werden.“ Sein schwerwiegender Vorwurf lautet, die Fenster seien verschraubt worden, damit die Bewohner keinen Abfall hinauswerfen können. Die verantwortliche Sozialbehörde weist diese Darstellung energisch zurück. Die Fenster seien nicht verschraubt, sondern nur so justiert, dass sie lediglich gekippt werden können. In Treppenhäusern, die an die U5-Baustelle grenzen, habe man zum Teil die Griffe demontiert, damit keine Objekte in die Baugrube gelangen.
Bestätigung für die alarmierenden Berichte kommt von einem früheren Angestellten des Heims. Er hat der MOPO Fotos zugespielt, welche die ganze Misere dokumentieren sollen: Abfallberge in den Fluren, Speisereste am Boden, demolierte Toiletten sowie mit Exkrementen verschmutzte Waschbecken. Von der Polizei heißt es dazu, man befinde sich deswegen in einem intensiven Dialog mit der Sozialbehörde.
„Einfach furchtbar, hier zu leben“
Aber wie sieht das tägliche Leben für die Betroffenen aus? Irina (49) aus der Ukraine, die seit drei Jahren in dem Heim wohnt, erklärt: „Viel zu viele Menschen auf engstem Raum, da kommt es natürlich zu Konflikten, ist doch klar.“ Sie berichtet von den traumatisierten Mitbewohnern, von denen etliche im Krieg Familienmitglieder verloren haben. „Da drehen Leute eben durch.“ Irina selbst bewohnt ein nur rund zwölf Quadratmeter großes Zimmer zusammen mit zwei Personen, die sie nicht kannten.
Im Zimmer selbst gebe es keine Waschmöglichkeit, die gemeinschaftlichen Waschräume seien häufig außer Betrieb und die Duschen würden sich in einem anderen Gebäudeteil befinden. Ihr Resümee ist erschütternd: „Es ist einfach furchtbar, hier zu leben.“ Die Sozialbehörde hält mit eigenen Angaben dagegen: Im Außenbereich stünden 46 Duschcontainer bereit, im Inneren des Gebäudes gäbe es circa 20 Sanitärzonen. Die meisten Zimmer hätten eine Fläche zwischen 18 und 32 Quadratmetern, bei der Zuteilung würden „Familienkonstellationen“ berücksichtigt.
Anfeindungen und Rassismus im Heim
In dem Heim mit 1047 untergebrachten Personen (davon 97 Prozent Ukrainer) kommt es nach MOPO-Recherchen auch zu rassistisch begründeten Konflikten. Demnach werden Roma aus der Ukraine von anderen Ukrainern gemieden und attackiert. Christian Rosenberg, der Vorsitzende des Hamburger Sinti-Vereins zur Förderung von Kindern und Jugendlichen, bekräftigt, dass die Anfeindungen gegen Sinti und Roma in der Ukraine stark ausgeprägt seien. Er habe dem Träger „Fördern & Wohnen“ wiederholt eine räumliche Trennung der Gruppen empfohlen, um Eskalationen zu verhindern. (red)
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