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KommentarErdbeben-Katastrophe in der Türkei: Diese Tragödie hätte verringert werden können

Luftaufnahme aus der türkischen Provinz Hatay, bei der zerstörte Häuser zu sehen sind.

Ein Bild des Grauens: Viele Häuser in der Türkei, wie hier in der Provinz Hatay, fielen beim Erdbeben in sich zusammen.

Nach dem verheerenden Erdbeben im türkisch-syrischen Grenzgebiet läuft die Ursachenforschung. Dabei wird auch Präsident Erdogan für die große Katastrophe verantwortlich gemacht.

von Marcel Schwamborn (msw)

Die Zahl der Opfer steigt minütlich, die Bilder sind erschütternd. Das verheerende Erdbeben im türkisch-syrischen Grenzgebiet hat unfassbares Leid erzeugt. Ein Land befindet sich im Schockzustand.

Auch wenn in diesen Stunden und Tagen der Einsatz der Rettungskräfte Vorrang hat, es zunächst darum gehen sollte, möglichst viele Überlebende zu finden und die große Katastrophe zu begreifen, beginnt auch schon die Ursachenforschung und der Blick nach vorn.

Erdbeben: Oppositionsführer greift Präsident Recep Tayyip Erdogan an

Der türkische Oppositionsführer Kemal Kilicdaroglu (74) warf Präsident Recep Tayyip Erdogan (68) persönlich Versagen vor. Er habe es versäumt, das Land in seiner 20-jährigen Regierungszeit auf solch ein Beben vorzubereiten. Vielerorts wird unter anderem Pfusch am Bau als ein Grund für die vielen eingestürzten Häuser diskutiert. Eigentlich wurden sogar Regeln eingeführt, nach denen erdbebensichere Gebäude gebaut werden sollten.

Alles zum Thema Recep Tayyip Erdogan

Die Türkei ist ein relativ wohlhabendes Land, das in den vergangenen Jahren ein beträchtliches Wirtschaftswachstum verzeichnen konnte. Dennoch legte dieses Beben nun große Teile der Infrastruktur massiv lahm. Naturkatastrophen sind oft weitgehend unvermeidbar. Aber die Politiker und Behörden müssen sich die Frage gefallen lassen, ob sie wirklich alles Menschenmögliche getan haben, um solch eine Tragödie zu verhindern.

Forscher haben seit Jahren schwere Erdbeben in der Türkei vorausgesagt, doch offenbar wurde im Vorfeld zu wenig dagegen getan. Chile erlebte beispielsweise im Jahr 2010 einen Erdstoß der Stärke 8,8, dazu noch einen Tsunami. Insgesamt starben dort aber „nur“ 521 Menschen. Die Beben in der Türkei am Montag waren etwas schwächer, töteten aber über 20-mal so viele Menschen.


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Sollte eines Tages die Metropole Istanbul mit 16 Millionen Menschen ein ähnliches Beben erleben, steuert das Land auf eine noch größere Katastrophe zu.

Bauunternehmen mit einflussreicher Macht und korrupte Politiker scheinen sich beim Streben nach Gewinnmaximierung weiterhin gegen den oft geäußerten Willen, Sicherheitsvorkehrungen und Standards beim Häuserbau einzuhalten, durchzusetzen. Vorschriften für erdbebensicheres Bauen dürfen nicht nur auf dem Papier existieren. Sie müssen auch gelebt werden.