Eine DNA-Analyse wirft neue Fragen zum Schicksal von Buckelwal „Timmy“ auf. Ein Abgleich der Proben zeigt überraschende Abweichungen.
DNA-Hammer bei „Timmy“Ist der Buckelwal gar nicht tot?

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Der tote Wal, der als „Timmy“ bekannt wurde, liegt aufgebläht vor der dänischen Insel Anholt. (Archivbild vom 26. Mai 2026)
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Nach einer für Mittwoch in Hamburg angekündigten Pressekonferenz könnte der Fall um den in der Ostsee bekannt gewordenen Buckelwal „Timmy“ eine neue Wendung nehmen. Nach Berichten der „Bild“ und des „stern“ soll eine DNA-Analyse ergeben haben, dass Gewebeproben des im Mai vor der dänischen Insel Anholt tot aufgefundenen Wals nicht mit Vergleichsproben übereinstimmen, die dem Tier vor seiner Freilassung entnommen worden waren.
Die Proben stammen demnach zum einen von dem US-Walexperten Jeff Forster, der bei der Befestigung eines Ortungsgeräts Gewebe von „Timmy“ gesichert hatte. Zum anderen wurden Proben vom Kadaver des auf Anholt angeschwemmten Wals genommen. Das Ergebnis der Analyse soll am Mittwochnachmittag offiziell vorgestellt werden.
DNA-Ergebnis könnte Fall um Buckelwal „Timmy“ neu aufrollen
Sollte sich der Befund bestätigen, würde dies Zweifel an der bisherigen Identifizierung des Kadavers als „Timmy“ aufwerfen. Die Aussagekraft der Untersuchung lässt sich derzeit jedoch noch nicht abschließend bewerten.

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Der Wal wurde in einem gefluteten Lastschiff transportiert (Aufnahme aus einem Flugzeug). (Archivbild vom 29. April 2026)
Nach Berichten der „Bild“ und des „stern“ gibt es Fragen zur Dokumentation der Probenentnahme und des Transports. Weder das Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommern noch das Meeresmuseum Stralsund waren demnach an der Probenentnahme beteiligt.
Tracker und Verletzungen sprechen weiter für „Timmy“
Gegen die Annahme, dass es sich bei dem Kadaver um ein anderes Tier handeln könnte, sprechen allerdings mehrere Indizien. Am Fundort auf Anholt wurde der Tracker entdeckt, der dem Buckelwal bei der Rettungsaktion angebracht worden war.
Auch die aufgezeichneten Positionsdaten passen zum bekannten Verlauf von „Timmys“ Reise. Zudem wurden am Kadaver Verletzungen an der Schwanzflosse festgestellt, die bereits bei dem zuvor gesichteten Wal dokumentiert worden waren.

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Der tote Wal wird an Land der dänischen Insel Anholt gezogen. (Archivbild vom 30. Mai 2026)
Der Wal-Forscher und Meeresbiologe Fabian Ritter bestätigte laut „Bild“ die Identität des Tieres nach einem Vergleich der Schwanzflosse. Er verwies demnach auf individuelle Merkmale am hinteren Rand der Fluke, die mit den zuvor dokumentierten Merkmalen von „Timmy“ übereinstimmten.
Rätsel auch um das Geschlecht des Wals
Für zusätzliche Verwirrung hatte zuletzt das Geschlecht des Tieres gesorgt: Während der auf Anholt geborgene Kadaver als weiblich bestimmt wurde, war „Timmy“ zuvor als männlicher Wal eingeschätzt worden.
Buckelwal „Timmy“ war Anfang März 2026 erstmals in der Wismarer Bucht gesichtet worden. Nach mehreren Strandungen wurde das Tier Ende April mithilfe einer Transportplattform in Richtung Nordsee gebracht und Anfang Mai freigelassen. Später wurde der Kadaver vor der dänischen Insel Anholt entdeckt.
Ob die DNA-Analyse tatsächlich eine neue Wendung im Fall bringt, soll die angekündigte Pressekonferenz am Mittwoch zeigen. (jag)
