In Wuhan WHO-Experten suchen nach Corona-Auslöser – ihre Erkenntnis ist ernüchternd

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Ein Team von Experten der WHO konnte den Ursprung des Coronavirus bislang nicht identifizieren. Unser Foto zeigt eine Ärztin in einem Labor in China im März 2020.

Wuhan  – Wochenlang forschte ein Expertenteam der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Wuhan nach den Ursprüngen des Coronavirus. Nun ist klar: Die Experten-Mission hat bislang nicht klären können, wie das neuartige Coronavirus auf den Menschen übergegangen ist.

  • WHO-Experten können Corona-Überträger nicht identifizieren
  • Coronavirus vermutlich von Fledermäusen in Wuhan übertragen
  • „Zwischenwirt” zwischen Fledermaus und Mensch noch nicht identifiziert

Das Tier, auf das die Übertragung auf den Menschen vermutlich zurückzuführen sei, sei noch nicht gefunden worden, teilten die WHO-Experten und ihre ebenfalls an der Untersuchung beteiligten chinesischen Kollegen am Dienstag (9. Februar 2021) bei einer Abschluss-Pressekonferenz in Wuhan mit.

WHO-Experten können Corona-Überträger nicht identifizieren

Eine Übertragung von Tieren auf den Menschen sei wahrscheinlich, aber „das Erregerreservoir muss noch identifiziert werden”, sagte der Leiter des chinesischen Wissenschaftlerteams, Liang Wannian.

Hinweise, dass es bereits vor Dezember 2019 Infektionen mit Sars-CoV-2 beim Menschen gab, wurden demnach ebenfalls nicht gefunden.

In der Elf-Millionen-Einwohner-Metropole Wuhan im Zentrum Chinas war Ende 2019 der weltweit erste Infektionsherd des damals neuartigen Erregers festgestellt worden, an dem inzwischen mehr als 2,3 Millionen Menschen starben.

WHO-Experten: Suche nach „Zwischenwirt” 

Die meisten Wissenschaftler gehen davon aus, dass Fledermäuse die ursprünglichen Wirte des Coronavirus waren und dieses auf einem Markt in Wuhan auf den Menschen übertragen wurde.

Ungeklärt ist, welches Tier bei der Übertragung auf den Menschen als sogenannter Zwischenwirt diente.

Die unter anderem vom früheren US-Präsidenten Donald Trump geäußerte Theorie, Sars-CoV-2 sei aus einem Labor in Wuhan entwichen, bezeichnete der Chef der WHO-Mission, Peter Ben Embarek, als „extrem unwahrscheinlich”. Er und seine Kollegen würden dieser These daher nicht weiter nachgehen.

Der WHO-Experte bezeichnete die Übertragung auf den Menschen durch einen tierischen Zwischenwirt als „die wahrscheinlichste” Hypothese.

Kritik an China wegen möglicher „Falschmeldungen” 

Die zehn internationalen Experten der WHO-Mission, darunter Fabian Leendertz vom Robert Koch-Institut in Berlin, waren am 14. Januar in Wuhan eingetroffen. Nach zweiwöchiger Quarantäne besuchten sie dort ab Ende Januar unter anderem das Zentrum für Tierseuchen-Prävention und das Institut für Virologie und sprachen mit Behördenvertretern.

Die Anreise der Experten hatte sich wegen fehlender Genehmigungen von chinesischer Seite um einige Tage verzögert, die WHO reagierte mit Kritik darauf.

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Ein Mitglied des Teams der Weltgesundheitsorganisation hält einen Laptop und geht nach einem Treffen mit chinesischen Vertretern, das in einem abgesperrten Hotelbereich stattfand, einen Korridor entlang.

Für China war die WHO-Mission heikel. Zunächst hatte Peking eine unabhängige internationale Untersuchung der Ursprünge des Virus verweigert. Später schwenkte die Volksrepublik um und verbreitete Thesen, dass das Virus seinen Ursprung in anderen Ländern habe.

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Wie politisch aufgeladen die Mission war, zeigten Ende Januar auch Äußerungen der neuen US-Regierung. Die Sprecherin von Präsident Joe Biden, Jen Psaki, äußerte „große Sorge” über eine mögliche „Falschinformation” durch „einige Quellen in China” und forderte eine „belastbare” Untersuchung. (afp, ta)

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