RKI-Chef Wieler „Wissen, wie mit dieser Pandemie umzugehen ist“ – doch es gibt eine große Unbekannte

RKI-Chef Lothar Wieler (links), hier bei einer Pressekonferenz auf dem Deutschen Ärztetag am 24. Mai 2022 in Bremen an der Seite von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (r, SPD), will für eine mögliche Corona-Welle im Herbst gerüstet sein.

RKI-Chef Lothar Wieler (links), hier bei einer Pressekonferenz auf dem Deutschen Ärztetag am 24. Mai 2022 in Bremen an der Seite von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (r, SPD), will für eine mögliche Corona-Welle im Herbst gerüstet sein.

Deutschland atmet durch. Vor dem Sommer sinken die Corona-Zahlen. Doch schon jetzt wirft der Herbst seine Schatten voraus. Droht uns eine neue Corona-Welle?

Der Sommer, er bringt erfahrungsgemäß Entspannung bei den Corona-Neuinfektionen. Doch diese Entspannung ist trügerisch und so bereiten sich Mediziner und Experten auf den Herbst – und damit auf steigende Zahlen vor.

Lothar Wieler, Chef des Robert Koch-Instituts (RKI) fordert angesichts einer möglichen neuen Corona-Welle im Herbst einen wirksamen gesetzlichen Rahmen zur Bekämpfung des Virus. „Die gesetzlichen Rahmenbedingungen müssen natürlich stimmen“, sagte Wieler mit Blick auf das Infektionsschutzgesetz am Samstag (28. Mai) im Bayerischen Rundfunk.

Corona-Welle: Bundesregierung ringt um Schutzvorgaben für den Herbst

Die rot-grün-gelbe Bundesregierung ringt derzeit um Corona-Schutzvorgaben für den Herbst. Die derzeit geltende Fassung des Infektionsschutzgesetzes läuft bis zum 23. September.

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Wieler sagte, wohl alle Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, „die sich wirklich ernsthaft und fundiert, also mit Fachwissen, mit dieser Pandemie befassen, gehen davon aus, dass im Herbst die Zahlen wieder steigen werden“. Man werde wieder steigende Inzidenzen sehen. „Was wir aber nicht wissen, - und das ist die große Unbekannte - ist, welche Krankheit wird das Virus machen.“

Er empfehle nach wie vor, dass Masken in bestimmten Situationen getragen würden. „Ich gehe davon aus, dass im Laufe des Sommers man das auch einstellen kann. Aber das hängt wirklich von den Gegebenheiten ab.“ Er erwarte, dass man im Herbst diese Maßnahmen teilweise zurückholen müsse.

Für große Veranstaltungen wie etwa das Münchener Oktoberfest wolle er noch keine Prognosen wagen. Man könne die Situation nur kurz vor dem eigentlichen Ereignis realistisch einschätzen.

„Wir haben alle Mittel und Werkzeuge in der Hand, um auch Zusammentreffen zu ermöglichen. Da sind zum Beispiel die Testungen oder natürlich auch das Tragen von Masken“, sagte der RKI-Chef. Man wisse also sehr gut, wie mit dieser Pandemie umzugehen sei. (dpa)

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