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Wal-Drama um TimmyEr lebt! Aber jetzt kracht es im Retter-Team

Der Buckelwal wird in seiner Barge vom Schlepper Fortuna B entlang der dänischen Küste in Höhe Aarhus in Richtung Nordsee durch die Ostsee gezogen, die Robin Hood begleitet den Konvoi weiterhin.(Luftaufnahme aus Flugzeug)

Copyright: Christoph Reichwein/dpa

Der Buckelwal wird in seiner Barge vom Schlepper Fortuna B entlang der dänischen Küste in Höhe Aarhus in Richtung Nordsee durch die Ostsee gezogen, die Robin Hood begleitet den Konvoi weiterhin.(Luftaufnahme aus Flugzeug)

Wal Timmy lebt! Doch jetzt kracht es im Retter-Team.

Nach dem ganzen Drama um die Freilassung von Buckelwal „Timmy“ am Samstag, endlich ein Aufatmen. Am Montagmorgen gab es die erste vorsichtige Entwarnung. Tierärztin Dr. Kirsten Tönnies konnte bestätigen, dass der am Wal befestigte Tracker am Vormittag gleich mehrere Signale schickte. Weil der Sender nur dann Daten sendet, wenn das Tier zum Atmen auftaucht, ist das ein klares Zeichen: Timmy lebt! Darüber berichtet auch die „Bild“.

Chaos bei der Freilassung

Die ganze Rettungsaktion, die am Samstagmorgen etwa 70 Kilometer im Norden von Skagen zu einem vorläufigen Abschluss kam, lief nicht nach Plan. Timmy verließ seine Transportplattform schon gegen 9.00 Uhr – deutlich eher, als es die medizinische Crew geplant hatte. Weil der Peilsender anfangs keine GPS-Signale sendete, war das ganze Wochenende über völlig unklar, wo der Wal war und wie es ihm ging.

Heimkehr unter Polizeischutz

In der Zwischenzeit machen sich die Schiffe, die an der Aktion beteiligt waren, auf den Weg zurück in die Heimat. Das Begleitschiff „Fortuna B“ kam in der Nacht zum Montag in Cuxhaven an. Der Anlegevorgang wurde dabei von zehn bis zwölf Polizisten der Wasserschutzpolizei abgesichert.

Der Wal liegt am Mittwochmorgen in einem gefluteten Lastschiff kurz vor der dänischen Grenze (Aufnahme aus einem Flugzeug).

Copyright: Philip Dulian/dpa

Der Wal liegt am Mittwochmorgen in einem gefluteten Lastschiff kurz vor der dänischen Grenze (Aufnahme aus einem Flugzeug). (Foto vom 29.April 2026)

Grund für diesen Polizeieinsatz war die angespannte Sicherheitslage: Nach Aufrufen von Aktivisten in den sozialen Medien hatte die Besatzung Störungen im Hafenbecken befürchtet. Laut Polizeiangaben blieb die Ankunft allerdings ohne Zwischenfälle.

Das andere Begleitschiff, die „Robin Hood“, wird für Montagmittag im Hafen von Kiel erwartet. Der Verband zieht die leere Transportplattform mit einem Tempo von circa 5,6 Knoten durch die Bucht von Kiel.

Schwere Vorwürfe und interner Streit

Doch die guten Neuigkeiten vom Peilsender können die miese Stimmung nicht heben. Laut „Bild“ ist die Laune bei den Fachleuten am Tiefpunkt. Die ganze Aktion wird immer mehr von internem Zoff überschattet. Nach ihrer Ankunft in Cuxhaven machte Dr. Kirsten Tönnies schwere Anschuldigungen gegen Mitglieder der Besatzung und die Missionsleitung.

Der Buckelwal wird in seiner Barge vom Schlepper Fortuna B entlang der dänischen Küste in Höhe unterhalb von Skagen, im sogenannten Skagerrak, durch die Ostsee gezogen (Luftaufnahme aus einem Flugzeug).

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Der Buckelwal wird in seiner Barge vom Schlepper Fortuna B entlang der dänischen Küste in Höhe unterhalb von Skagen, im sogenannten Skagerrak, durch die Ostsee gezogen (Luftaufnahme aus einem Flugzeug). (Foto vom 1. Mai 2026)

Sie ist nicht die Einzige. Auch die frühere Teamärztin Dr. Jenna Wallace äußerte sich öffentlich mit heftiger Kritik. Auf einer Social-Media-Plattform stellte sie die Frage nach den Verantwortlichen auf der Plattform während eines gescheiterten Manövers am Freitag. Dabei war ein Tau an der Schwanzflosse von Timmy festgemacht worden. Die Mission, die man als „echten Krimi“ beschreiben kann, wird wahrscheinlich ein rechtliches und professionelles Nachspiel haben. (jag)

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