Ein GPS-Signal sollte Pannen sicherer machen. Jetzt lockt es Kriminelle direkt zum Auto.
Alarm auf MallorcaNeue Pannen-Leuchte wird zur Gauner-Falle

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V16-Leuchte macht Pannenautos durch Standortübermittlung zur Zielscheibe
Eine Autopanne auf Mallorca, mitten in der Nacht auf der Ma-13, irgendwo auf der Strecke von Inca nach Sa Pobla. Ein Albtraum-Szenario, das jetzt noch unheimlicher wird. Seit dem 1. Januar ist in Spanien eine neue Pannenleuchte, die V16, Pflicht. Sie sollte eigentlich für mehr Sicherheit sorgen, doch sie entpuppt sich als gefährliche Falle. Wer sie aktiviert, dessen Fahrzeug erscheint sofort auf einer öffentlichen Online-Karte – eine regelrechte Einladung für Kriminelle.
Der ganze Skandal kam im spanischen Fernsehen bei Antena 3 ans Licht. Dort schlug der Cybersicherheits-Profi Javier Sanz Alarm und warnte mit deutlichen Worten: „Jeder Kriminelle kann nun in Echtzeit sehen, wo ein Fahrer gerade feststeckt.“ Die Leuchte übermittelt den genauen Standort an die Plattform „DGT 3.0“. Ein IT-Experte demonstrierte, wie kinderleicht diese Daten abzugreifen sind. Prompt ging eine Webseite online, die alle Pannen live anzeigte. Das berichtet „Mallorca Magazin“.
Auch auf Mallorca ist diese Grusel-Karte aktiv. Am Donnerstagvormittag (8. Januar) gegen 9.45 Uhr waren bereits über ein halbes Dutzend liegengebliebener Fahrzeuge zu sehen. Wie brandgefährlich das ist, zeigte ein TV-Team: Die Reporter fanden eine Frau mit einer Panne innerhalb von Minuten, noch vor dem offiziellen Pannendienst. Ihre fassungslose Frage: „Wie haben Sie mich gefunden?“. Javier Cantero von der Polizeigewerkschaft AUGC warnt vor einem klaren Muster: „Zuerst wird das Opfer ausgesucht, dann folgt die Tat.“ Besonders nachts an abgelegenen Orten werden Fahrer in Stresssituationen zu leichten Zielen für Überfälle.
Doch nicht nur Räuber wittern ihre Chance. Fachleute warnen auch vor sogenannten „Grúas pirata“, also Piraten-Abschleppdiensten. Diese unseriösen Anbieter nutzen die Live-Daten, tauchen ungefragt am Pannenort auf und schleppen das Auto ab. Oft landet der Wagen dann in einer Werkstatt, die ihn nur gegen überhöhte Rechnungen wieder herausgibt. Die Verkehrsbehörde DGT in Spanien gibt zwar zu, dass die Echtzeit-Ortung problematisch sein kann, betont aber, die Daten seien anonym. Inzwischen wird diskutiert, den Zugriff auf die Live-Karten stark zu beschränken.
Bei der V16-Leuchte handelt es sich um eine LED-Lampe mit Batterie, die bei einer Panne magnetisch auf dem Autodach befestigt wird, ohne dass man aussteigen muss. Sie blinkt weithin sichtbar und sendet gleichzeitig ein anonymes GPS-Signal an die Verkehrsleitstelle DGT 3.0. Diese Warnung landet dann in Navis und Verkehrs-Apps, um andere Fahrer zu warnen. Sie ersetzt das alte Warndreieck, weil das Aufstellen auf viel befahrenen Straßen lebensgefährlich ist. Für Biker gilt die Leuchte nur als Empfehlung, sie ist aber nicht zwingend.
Erhältlich ist die V16 im Autozubehörhandel, in Supermärkten oder online. Wichtig ist dabei die offizielle CE-Homologation, sonst ist die Leuchte nicht zugelassen und es drohen Strafen. Die Pflicht gilt für alle Mietwagen und Autos mit spanischem Kennzeichen. Wer mit deutschem Kennzeichen unterwegs ist, braucht sie nicht, kann sie aber freiwillig nutzen. Wird man ohne erwischt, droht eine Strafe von 80 Euro, im Wiederholungsfall können es sogar 200 Euro werden. Private Informationen wie der Name oder das Kennzeichen werden hierbei nicht übermittelt. (red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.
