Nach Suizid von Kellermayr Haus in Oberbayern durchsucht – drohte dieser Mann Ärztin mit Tod?

Nach dem Tod einer von Impfgegnern bedrohten Ärztin gehen die Ermittlerinnen und Ermittler in Österreich und Deutschland gegen die Verfasserinnen und Verfasser von Hasskommentaren vor. In Oberbayern gab es jetzt eine Hausdurchsuchung. 

Drohte er der verstorbenen Lisa-Maria Kellermayr mit dem Tod? Nach dem Suizid der österreichischen Ärztin ist am Freitag (5. August 2022) in Oberbayern die Wohnung eines Mannes durchsucht worden.

Dem 59-Jährigen aus dem Landkreis Starnberg werde Bedrohung und Nachstellung Kellermayrs vorgeworfen, berichtete die Generalstaatsanwaltschaft München anschließend.

Tote Ärztin Kellermayr war massiven Morddrohungen ausgesetzt

Der Mann soll sich im Internet und in sozialen Netzwerken entsprechend geäußert haben. In einem Beitrag soll Kellermayr bedroht worden sein, dass sie beobachtet werde und solche „Kreaturen“ künftig vor „Volkstribunale“ gebracht würden.

Die im Kampf gegen die Corona-Pandemie engagierte Ärztin war massivsten Morddrohungen aus der Szene der Maßnahmengegner ausgesetzt. Sie wurde am vergangenen Freitag (29. Juli) tot in ihrer Praxis gefunden. Das vorläufige Obduktionsergebnis bestätigte einen Suizid.

Laut dem Leitenden Oberstaatsanwalt Klaus Ruhland stellte die Kripo Fürstenfeldbruck am Freitagmorgen Datenträger bei dem Verdächtigen aus dem Kreis Starnberg sicher. Der 59-Jährige habe sich kooperativ gezeigt. Weitere Auskünfte gaben die Ermittelnden zunächst nicht. Die Münchner Generalstaatsanwaltschaft hatte den Fall von der Staatsanwaltschaft München II übernommen, weil die Justizbehörde bayernweit die Ermittlungen wegen Hass und Hetze im Internet koordiniert.

Suizid von Ärztin Kellermayr: Auch Berliner Staatsanwaltschaft ermittelt

Auch die österreichischen Behörden haben inzwischen die Ermittlungen wieder aufgenommen. Die „inländische Gerichtsbarkeit“ sei nach dem Tod der 36-jährigen Hausärztin wieder gegeben, sagte der leitende Staatsanwalt Christian Hubmer am Freitag und bestätigte damit einen Bericht der „Oberösterreichischen Nachrichten“.

Man arbeite auf der Suche nach Verfassern von Morddrohungen in sozialen Medien nun mit den deutschen Anklagebehörden zusammen. In der Bundesrepublik ermittelt auch die Staatsanwaltschaft Berlin in dem Fall.

Unterdessen hat sich Österreichs Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) in einem Schreiben an die Polizeikräfte des Landes gegen den Eindruck gewandt, die Polizei habe zu wenig zum Schutz der Ärztin getan.

Im Gegenteil sei behördlicherseits sehr viel unternommen worden, heißt es in dem Brief, aus dem die österreichische Nachrichtenagentur APA zitiert. „Ein reflexartiges und generelles Schlechtreden der Polizistinnen und Polizisten und der Polizeiarbeit in unserem Land ist (...) völlig unangebracht und unzulässig.“ (dpa)


Ihre Gedanken hören nicht auf zu kreisen? Sie befinden sich in einer scheinbar ausweglosen Situation und spielen mit dem Gedanken, sich das Leben zu nehmen? Wenn Sie sich nicht im Familien- oder Freundeskreis Hilfe suchen können oder möchten – hier finden Sie anonyme Beratungs- und Seelsorgeangebote:

Telefonseelsorge: Unter 0800 – 111 0 111 oder 0800 – 111 0 222 erreichen Sie rund um die Uhr Mitarbeiter, mit denen Sie Ihre Sorgen und Ängste teilen können. Auch ein Gespräch via Chat ist möglich. telefonseelsorge.de

Kinder- und Jugendtelefon: Das Angebot des Vereins „Nummer gegen Kummer“ richtet sich vor allem an Kinder und Jugendliche, die in einer schwierigen Situation stecken. Erreichbar montags bis samstags von 14 bis 20 Uhr unter 11 6 111 oder 0800 – 111 0 333. Am Samstag nehmen die jungen Berater des Teams „Jugendliche beraten Jugendliche“ die Gespräche an. nummergegenkummer.de.

Muslimisches Seelsorge-Telefon: Die Mitarbeiter von MuTeS sind 24 Stunden unter 030 – 44 35 09 821 zu erreichen. Ein Teil von ihnen spricht auch türkisch. mutes.de

Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention: Eine Übersicht aller telefonischer, regionaler, Online- und Mail-Beratungsangebote in Deutschland gibt es unter suizidprophylaxe.de Suizidprävention ist möglich!

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