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„Keine Gerechtigkeit“17-Jährige brutal ermordet –Täter erhält nur Mini-Strafe

US-Einsatzkräfte sichern einen Tatort.

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US-Einsatzkräfte sichern einen Tatort. (Symbolbild)

Aktualisiert

56 Jahre blieb der Mord an Mary Kay ungelöst – bis ein schockierendes Urteil 2025 die Kleinstadt erneut erschütterte.

Laut der US-Sendung „48 Hours“ wurde der Mord an Mary Kay Heese erst kürzlich nach mehr als fünf Jahrzehnten juristisch aufgearbeitet – doch das Urteil sorgte für Entsetzen. Der Fall galt als einer der längsten ungelösten Mordfälle Nebraskas und zählt auch im landesweiten Vergleich zu den außergewöhnlich späten Cold-Case-Anklagen. Er veränderte eine ganze Kleinstadt für immer.

True Crime: Der Mord an Mary Kay Heese

Was war passiert? Am 25. März 1969 verschwindet die 17-jährige Schülerin nach der Schule in Wahoo. Stunden später wird ihr Körper in einem Straßengraben gefunden.

Ihre Schulbücher und die Handtasche liegen ordentlich gestapelt in Tatortnähe, im gefrorenen Boden sind Reifenspuren und Fußabdrücke sichtbar. Die Obduktion ergibt: 14 Messerstiche, zuvor wurde sie geschlagen. Ein grausames Verbrechen, das in einer Region, in der Morde selten waren, blankes Entsetzen auslöst.

Ermittlungen 1969: Spur zu Joseph Ambroz und mysteriösem Chevy

Zeugen wollen gesehen haben, wie Mary Kay am Nachmittag in ein Auto mit zwei Männern steigt. Beschrieben wird ein zweifarbiger Chevrolet aus den 50er-Jahren. Schnell gerät Joseph Ambroz ins Visier, damals 22, auf Bewährung und Arbeiter in einem Schlachthof. Er und sein Freund Wayne Greaser werden befragt und polygraphiert.

Ein Schuhabdruck der Größe 9½ wird am Tatort gesichert – Joseph Ambroz trägt diese Größe. Doch Blutspuren an Fahrzeugen werden nicht untersucht, Schuhe nicht systematisch verglichen. Die Ermittlungen verlaufen im Sand, der Fall wird zum Cold Case.

Cold Case 1999: Neue DNA-Hoffnung bleibt ohne Durchbruch

Mit der Gründung einer Cold-Case-Einheit der Nebraska State Patrol wird der Fall 1999 neu aufgerollt. Ermittler prüfen alte Beweisstücke auf Fingerabdrücke und DNA. Schulbücher, Handschuhe, Kleidung – alles wird erneut analysiert. Ambroz wird in Florida befragt, gibt eine Blutprobe ab und unterzieht sich erneut einem Lügendetektortest.

Doch weder DNA noch Fingerabdrücke bringen den erhofften Durchbruch. Die Beweislage bleibt dünn, der Verdacht aber verschwindet nicht. Wieder vergeht Zeit, wieder stirbt die Hoffnung ein Stück mehr.

Neue Hinweise und Exhumierung 2024: Schlachthof-Spur sorgt für Aufsehen

2015 nimmt ein Ermittler den Fall erneut auf, sammelt alte Akten, befragt Zeugen, die jahrzehntelang schwiegen. Hinweise auf Streitigkeiten zwischen Ambroz und Greaser tauchen auf. 2024 wird Mary Kays Leichnam exhumiert und erneut untersucht.

Die zweite Obduktion liefert laut Staatsanwaltschaft neue Erkenntnisse: Die Art der Stichführung entspreche Techniken, wie sie in Schlachthöfen gelehrt würden. Ambroz hatte auf dem sogenannten „Kill Floor“ gearbeitet. Für die Ermittler ein weiteres Puzzleteil, das sie vor eine Grand Jury bringen.

Anklage 2024: Festnahme nach 55 Jahren – Hoffnung auf Gerechtigkeit

Im November 2024 wird der inzwischen 77-jährige Joseph Ambroz in Oklahoma festgenommen und nach Nebraska überstellt. Die Grand Jury erhebt Anklage wegen Mordes ersten Grades. Für die Familie von Mary Kay ist es ein emotionaler Moment.

Endlich scheint Bewegung in den Fall zu kommen, endlich könnte es Antworten geben. Doch die Beweislage ist kompliziert: kein Tatmesser, keine eindeutige DNA, viele Zeugen inzwischen verstorben. Die Staatsanwaltschaft weiß, dass ein Prozess riskant wäre.

Urteil 2025: Zwei Jahre Haft und bittere Enttäuschung der Familie

Im Juli 2025 kommt es zu einem Deal. Ambroz bestreitet die Tat weiterhin, akzeptiert aber eine Verurteilung wegen Verschwörung zum Mord – ohne ein Geständnis abzulegen.

Nach dem Strafrecht von 1969 drohen dafür maximal zwei Jahre Haft. Durch Anrechnung und Strafverkürzung wird die Strafe halbiert, im November 2025 kommt er frei. Vor Gericht sagt Ambroz kein Wort. Über seinen Anwalt lässt er ausrichten, er halte an seiner Unschuld fest.

Für Mary Kays Angehörige ist das ein Schlag ins Gesicht. „Wir alle wissen, das ist keine Gerechtigkeit“, sagt eine Cousine. Ein anderer Verwandter erklärt wütend: „Er wollte nicht im Gefängnis sterben. Mary Kay wollte an diesem Tag auch nicht sterben.“ 56 Jahre nach dem Mord an der 17-Jährigen bleibt für die Familie vor allem eines: bittere Enttäuschung.

Das Symbolfoto zeigt einen Kassierer in seiner Arbeitskleidung hinter dem Tresen. In der Hand hält er einen Lottoschein.

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