Tagebau Garzweiler Festgenommene Aktivisten mit irrer Methode, um ihre Identität zu verbergen

Eine Fahne und Ausrüstungsgegenstände hängen in den Seilen eines Absetzers im Braunkohletagebau Garzweiler II.

Eine Fahne und Ausrüstungsgegenstände hängen in den Seiten eines Absetzers im Braunkohletagebau Garzweiler II. Am Freitagmorgen (1. Oktober 2021) hatten Klimaaktivisten einen Bagger und einen Absetzer besetzt. 

Braunkohlegegner gehen wieder gegen den Tagebau und den Abriss der umliegenden Dörfer auf die Barrikaden. Einige besetzen Bagger, andere treffen sich zu einer Protestaktion in Lützerath.

Erkelenz. Klimaschutz-Aktivisten hatten am Freitag einen Bagger und zwei Absetzer im Braunkohletagebau Garzweiler II bei Erkelenz besetzt. 14 von ihnen wurden festgenommen. Samstag (2. Oktober 2021) teilte die Polizei mit, dass die Demonstranten die Feststellung ihrer Identität unmöglich gemacht hätten – durch die Manipulation ihrer Fingerkuppen!

Nach Angaben der Gruppe „Gegenangriff – für das gute Leben“ waren am Freitag gegen 4 Uhr 21 Teilnehmer auf die Geräte geklettert. Sie forderten nach Angaben einer Sprecherin unter anderem einen sofortigen Kohleausstieg und den Erhalt aller vom Tagebau bedrohten Dörfer.

Braunkohlegegner festgenommen: Polizei beantragt längeres Gewahrsam

Um erkennungsdienstliche Maßnahmen auch noch zu einem späteren Zeitpunkt durchführen zu können, habe die Polizei gegen die festgenommenen Aktivisten ein längerfristiges Gewahrsam beim zuständigen Amtsgericht beantragt. Die Maßnahme sei für 14 Besetzer richterlich bestätigt beziehungsweise angeordnet worden, hieß es. 

Die Braunkohlegegner kritisieren die Festsetzung. „Es kann nicht sein, dass die Polizei Menschen wegsperrt, die das tun, was die Politik seit Jahren verspricht und was bitter notwendig ist, nämlich effektiven Klimaschutz“, erklärte die Sprecherin der Gruppe „Gegenangriff – für das gute Leben“.

Tagebau Garzweiler: Polizei holte 22 Besetzer von Braunkohlebaggern

Am Freitag waren bis zum Abend nach Angaben der Polizei insgesamt 22 Personen von den Großgeräten geholt worden, teilweise wurden sie aus rund 40 Metern Höhe abgeseilt. Gegen alle Besetzer seien Strafverfahren wegen Hausfriedensbruch eingeleitet worden. Einen entsprechenden Antrag hatte der Energiekonzern RWE gestellt. 

Dessen Sprecher hatte die Besetzung verurteilt. Die Teilnehmer brächten sich damit in Lebensgefahr. „Außerdem verkennen die Aktivisten die Transformation von RWE“, sagte der Sprecher. Das Unternehmen setze den gesetzlichen Kohleausstieg konsequent mit der schrittweisen Stilllegung von Kraftwerken und Tagebauen um.

Ebenfalls am Freitag hatten Braunkohlegegner mit einer symbolischen Sitzblockade gegen den Abriss des Dorfes Lützerath demonstriert. Mit gelben Kreuzen, Stühlen und Tischen setzten sie sich vor Bäume und Häuser. „RWE droht in Lützerath Fakten zu schaffen, noch bevor eine neue Bundesregierung überhaupt steht und die künftige Klimapolitik beschlossen hat“, sagte Greenpeace-Klimaexperte Bastian Neuwirth laut Mitteilung. Die Zerstörung von Lützerath müsse gestoppt werden. „Die geplante Ausdehnung des Braunkohletagebaus ist mit den Pariser Klimazielen nicht vereinbar.“

Am Freitag hatte die sogenannte Rodungssaison begonnen. Bis Ende März darf der Energiekonzern RWE dann Bäume und andere Gehölze am Tagebau fällen. Der RWE-Sprecher wollte keine Angaben dazu machen, wann die Rodungen starten sollen. (dpa)

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