14. Juli 2021 Neue Studie zeigt: Die Flut in NRW und im Ahrtal hat uns alle verändert

Überflutete Straße nach dem Unwetter Bernd im Jahr 2021.

Die Flut 2021, hier das Örtchen Swisttal-Heimerzheim am 15. Juli, hat die Ängste vieler Menschen in Deutschland verschärft.

Die Angst vor den Einflüssen der Umwelt auf unser Leben ist in Deutschland auf sehr hohem Niveau.

Am Donnerstag (14. Juli) sind 365 Tage vergangen, die Jahrhundert-Flut in NRW und dem Ahrtal nach dem Unwetter „Bernd” jährt sich zum ersten Mal. Ein Rückblick auf die traurigen Ereignisse tut weh, kann aber auch ein Ansatz sein, für die Zukunft zu lernen.

Wie eine neue Studie zeigt, hat die Flut im Juli 2021 nicht nur verheerende materielle Folgen gehabt und zahlreiche Menschenleben gekostet, sie hat auch in den Köpfen der Deutschen einiges verändert. Wir haben mehr Angst!

Flut 2021: Langzeitstudie zeigt Auswirkungen auf Ängste der Deutschen

Die repräsentative Langzeitstudie „Die Ängste der Deutschen” (mit etwa 1000 Menschen) ergibt: Vor immer häufigeren Naturkatastrophen fürchten sich 60 Prozent der Befragten. Dieser Wert lag nur zwei Mal in den 30 Jahren der Studie darüber: Bei einer Umfrage direkt nach der Flut im vergangenen Jahr (69 Prozent) und 2010 nach dem Ausbruch des Vulkans Eyjafjallajökull in Island und der gigantischen Ölpest im Golf von Mexiko (64 Prozent).

Vor den dramatischen Folgen des Klimawandels fürchten sich ebenfalls 60 Prozent der Deutschen. Die Angst vor Wetterextremen ist mit 63 Prozent (2021: 69 Prozent) am stärksten ausgeprägt.

Besonders auffällig: Zwar erreichen die Zahlen derzeit keine Spitzenwerte (im negativen Sinne), alle liegen aber etwa 20 Prozentpunkte über dem Niveau vor der Flutkatastrophe.

Trotz Krieg, Inflation, Gas-Krise: Umweltangst auf hohem Niveau

Wie Studienleiter Grischa Brower-Rabinowitsch erklärt, zeige das, dass die Flut im kollektiven Gedächtnis geblieben ist. „Bereits in der Vergangenheit sorgte sich vielfach mehr als jeder zweite Deutsche um die Umwelt. Die Katastrophe im eigenen Land hat das Thema offensichtlich bei vielen Menschen noch stärker in den Fokus gerückt.“

Die Verantwortlichen der Studie hatten im Vorfeld erwartet, dass die Umweltängste durch den Krieg in der Ukraine, die hohe Inflation und die drohende Gas-Krise an Bedeutung verlieren, doch das ist offenbar nicht der Fall.

Studie zu Umweltangst in Deutschland: Frauen zeigen sich ängstlicher als Männer

Wie bereits häufiger bei anderen Umfragen zeigen sich die Frauen im Durchschnitt ängstlicher als Männer, im aktuellen Beispiel zeigt sich das besonders bei der Angst vor Naturkatastrophen (Frauen: 63 Prozent, Männer: 57 Prozent).

Auch die Menschen in den alten Bundesländern haben laut der Zahlen mehr Angst als die Menschen der ehemaligen DDR. Bei der Sonderbefragung zeigt sich der Unterschied besonders bei der Furcht vor Wetterextremen (West: 65 Prozent, Ost: 56 Prozent). (tw)

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