Für Autofahrer in NRW gibt es auch für 2026 keine guten Nachrichten.
Stau-Hölle auch 2026Auf Autobahnen im Rheinland droht Kollaps

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Die Arbeiten am zweiten Teil der Leverkusener Rheinbrücke sind in vollem Gange. Trotzdem wird das Bauwerk frühestens im Frühjahr 2027 für den Verkehr freigegeben.
Aktualisiert
Für Nordrhein-Westfalen deutet nichts darauf hin, dass es den unschönen Titel des „Staulandes Nummer 1“ im neuen Jahr abgeben wird. Auch die kurz vor Weihnachten erfolgte Freigabe des ersten Teilstücks der Rahmede-Talbrücke auf der A45 im Sauerland wird daran nichts ändern. Der ADAC prognostiziert, dass es 2026 ebenfalls unzählige Baustellen auf den Autobahnen geben wird.
„Rund 60 Prozent aller baustellenbedingten Verkehrseinschränkungen auf Autobahnen befinden sich in NRW“, erklärt ein Sprecher des ADAC laut „Kölner Stadt-Anzeiger“. Die Situation könnte sich sogar noch zuspitzen, da die Deutsche Bahn für 2026 zwei Generalsanierungen auf stark befahrenen Strecken plant. Dies betrifft von Februar bis Juni den Abschnitt zwischen Köln, Wuppertal und Hagen sowie im zweiten Halbjahr ab Juli bis Dezember die rechte Rheinseite zwischen Troisdorf und Wiesbaden.
Baufällige Brücken sorgen immer wieder für schlechte Nachrichten
Der ADAC befürchtet, dass aus diesem Grund noch mehr Pendler und Pendlerinnen im Rheinland auf ihr Auto ausweichen werden. Gleichzeitig wird eingeräumt, dass die Bauarbeiten in den meisten Fällen ohne Alternative sind. Es sei daher entscheidend, Großbaustellen auf Autobahnen, Bundes- und Landstraßen so gut wie möglich aufeinander abzustimmen, um Ausweichstrecken freizuhalten. Der Automobilclub verlangte zudem eine rechtzeitige sowie umfassende Information der Öffentlichkeit.
Dies ist aus der Perspektive der Autobahn GmbH Rheinland jedoch leichter gesagt als getan. Insbesondere die baufälligen Brücken sorgen immer wieder für schlechte Nachrichten.

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Die Bonner Nordbrücke muss ab Mitte Januar für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen gesperrt werden.
Das aktuell größte Problem stellt die Bonner Nordbrücke dar. Sie muss ab Mitte Januar aufgrund des maroden Zustands der linksrheinischen, 660 Meter langen Vorlandbrücke für alle Fahrzeuge ab 7,5 Tonnen gesperrt werden, um sie überhaupt noch erhalten zu können.
„Die Planungen laufen auf Hochtouren. Wir hoffen, dass wir wenigstens Ausnahmen für Rettungsfahrzeuge und Busse machen können“, teilt eine Sprecherin der Autobahn GmbH Rheinland auf Anfrage mit. „Wir bekommen selbst große Probleme, wenn wir beispielsweise im Winterdienst die Brücke nicht mehr mit unseren schweren Fahrzeugen nutzen können.“
Bonner Nordbrücke entwickelt sich zum Problemfall
Bislang ist auch völlig offen, ob der Schienenersatzverkehr, der wegen der Bahnarbeiten über die Brücke fahren sollte, aufrechterhalten werden kann. NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) hat Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) in einem dringenden Schreiben kurz vor Weihnachten gebeten, alles zu unternehmen, um einen schnellen Neubau der maroden Brücke nach dem Vorbild der Rahmede-Brücke zu starten.
Kopfzerbrechen bereitet den Fachleuten ebenfalls die Wiehltalbrücke auf der Autobahn 4 zwischen den Anschlussstellen Gummersbach und Wiehl/Bielstein. Sie muss noch mindestens ein Jahr durchhalten, bevor die Instandsetzungs- und Verstärkungsarbeiten beginnen können. Bisher ist dies für Ende 2026 geplant. Bis dahin werde alles unternommen, um eine Sperrung für den Lkw-Verkehr oder im schlimmsten Fall für alle Fahrzeuge zu verhindern, so eine Sprecherin der Autobahn GmbH auf Anfrage. Ausschließen könne man dies jedoch nicht. Laut Informationen des NRW-Verkehrsministeriums plant der Bund, dort bald eine Schrankenanlage zu installieren, die verhindern soll, dass überladene Lkw trotz des geltenden Fahrverbots die Brücke befahren.

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An der Wiehltalbrücke soll eine Schrankenanlage installiert werden, um schwere Lkw aufzuhalten.
Im Vergleich dazu ist die Meldung, dass der zweite Teil der neuen Leverkusener Rheinbrücke voraussichtlich erst im Frühjahr 2027 und somit drei Monate später als geplant für den Verkehr freigegeben wird, fast schon eine positive Nachricht. „Ja, wir haben einen leichten Zeitverzug“, bestätigt die Sprecherin der Autobahn GmbH. Lange Hochwasserphasen am Rhein könne man sich nicht mehr erlauben.
Die Verkehrsleitzentrale Leverkusen der Autobahn GmbH hat eine Liste der Baustellen mit dem größten Staurisiko an Anschlussstellen (AS), Autobahnkreuzen (AK) und Autobahndreiecken für das Jahr 2026 zusammengestellt. Hier sind die Top 10:
A1 AS Köln-Niehl: Hier laufen die Arbeiten für den zweiten Teil der Leverkusener Rheinbrücke. Daher sind in Fahrtrichtung Dortmund/Leverkusen mit Engpässen zu rechnen.
A1 AK Dortmund/Unna - Kreuz Kamen: In diesem Abschnitt werden zahlreiche Brücken erneuert. Anschließend beginnen die Arbeiten zum Ausbau des AK Dortmund/Unna.
A2 AD Bottrop - AK Oberhausen: Die gesamte Fahrbahn wird in diesem Bereich saniert.
A2 AS Gelsenkirchen-Buer - AK Recklinghausen: An dieser Stelle werden zwei Brücken neu errichtet. Während der Bauzeit soll der stark frequentierte Abschnitt der A2 von drei auf zwei Spuren reduziert werden.
A3 AD Köln-Heumar: Hier werden drei Brücken neu gebaut. Danach kann der eigentliche Umbau des Dreiecks Heumar starten. Der Abschluss des ersten Teilprojekts ist für Ende 2026 geplant.
A3/A40 AK Breitscheid - AK Kaiserberg - AK Oberhausen: Der Ausbau des hochbelasteten AK Kaiserberg wird fortgesetzt – inklusive aller Brücken und Rampen. Der sogenannte Spaghetti-Knoten soll so jeweils einen zusätzlichen Fahrstreifen pro Richtung erhalten.
A43 AK Recklinghausen - AS Bochum-Riemke: Die A43 wird auf insgesamt sechs Fahrstreifen erweitert, zudem werden mehr als 20 Brücken erneuert. Außerdem ist die Brücke über den Rhein-Herne-Kanal für schwere Lastwagen gesperrt.
A57 Anschlussstelle Krefeld-Oppum - Kreuz Meerbusch: Dieser Streckenabschnitt wird bis Ende 2027 auf sechs Spuren ausgebaut, einschließlich neuer Lärmschutzwände und Entwässerungsanlagen. Für die Arbeiten sind 2026 und 2027 zeitweise auch Vollsperrungen erforderlich, die möglichst in die Ferienzeit fallen sollen.
A59 Monheim - Düsseldorf-Süd: Seit Oktober ist die A59 bei Düsseldorf in Richtung Leverkusen für insgesamt acht Monate komplett gesperrt. Danach soll die Gegenrichtung gesperrt werden. Grund dafür ist die Sanierung der Fahrbahn.
A565/A562 Bonn: Im Raum Bonn sind für 2026 gleich mehrere Baumaßnahmen vorgesehen, die den Autofahrern und Autofahrerinnen Geduld abverlangen werden. Dazu zählen die Instandsetzung der Rheinbrücke Bonn-Nord auf der A565 und der sechsspurige Ausbau der A565 zwischen dem AK Bonn-Nord und der AS Bonn-Endenich. Zusätzlich wird eine Brücke an der A562 zwischen Bonn-Rheinaue und Bonn-Ost gebaut. (red mit dpa)
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