St. Martin 2021 Überblick für NRW: Köln bricht Lanze für Kinder – in Bonn gibt es Zoff

Ein Darsteller des Heiligen Martin reitet 2017 bei einem Zug am Kölner Dom vorbei.

Ein St. Martins-Umzug vor dem Kölner Dom am 10. November 2017. In Köln können sich die Kinder auch in 2021 auf die Umzüge freuen.

In vielen Städten in NRW werden St. Martins-Umzüge stattfinden, so zum Beispiel in Köln. Allerdings nur in abgespeckter Version. In Bonn gibt es wiederum Zoff. 

Düsseldorf. Nach dem weitgehenden Wegfall von Martinsumzügen 2020 wegen der Corona-Pandemie gibt das Land Nordrhein-Westfalen in diesem Jahr wieder Grünes Licht für öffentliche Martinsfeiern.

„Veranstaltungen zum Martinsfest können nach aktuellem Stand in Nordrhein-Westfalen stattfinden und unterliegen, sofern nicht mehr als 2500 Personen teilnehmen, keinerlei Beschränkungen“, teilte das NRW-Gesundheitsministerium auf der Grundlage der aktuellen Coronaschutz-Verordnung mit.

St. Martin 2021: Drohen neue Beschränkungen im November?

Die Verordnung läuft allerdings am 29. Oktober, also noch vor St. Martin (11. November) aus. Ob es danach – wenn viele Tausend NRW-ler aus dem Urlaub zurück sind – Verschärfungen der Corona-Lage und damit der Auflagen gibt, kann niemand vorhersagen. Manche Fachleute erwarten sie. „Zu zukünftigen Regelungen können generell keine Aussagen gemacht werden, da diese abhängig von der weiteren Entwicklung des Infektionsgeschehens sind“, betont das Ministerium.

Das ist vielen Veranstaltern zu unsicher. „Das Risiko ist zu groß“, sagt etwa der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Krefelder Bürgervereine (AKB), Manfred Grünwald. Die Vorbereitung der Züge mit Pferd, Musik, Feuer, Ordnern und Schulen sei für Ehrenamtler eine große Anstrengung. Wenn dann Absagen wegen gestiegener Inzidenzwerte drohten, verzichte man lieber von vornherein. Bei den Krefelder Bürgervereinen gebe es nur eine einzige Anmeldung - und eine gut zweistellige Zahl von Absagen - oder die Vereine hätten erst gar keine Züge vorbereitet, so Grünwald.

St. Martin-Zoff in Bonn: „Ein echtes Trauerspiel“

Das Stadtdekanat Bonn sagte am vergangenen Donnerstag (7. Oktober 2021) „mit großem Bedauern“ den für den 8. November geplanten großen Zug ab. Wegen Corona und der Auflagen der Stadt Bonn sei eine verantwortungsvolle Durchführung unmöglich. Der Krisenstab der Stadt hatte Ende September Kontrollen der 3G-Regel (genesen, geimpft, getestet) und eine Maskenpflicht auch für kleinere Züge mit unter 2500 Teilnehmern angekündigt, diese Entscheidung aber am vergangenen Freitag zurückgenommen.

Laternen stehen während eines Martinsumzug auf dem Boden.

In Bonn wird es in diesem Jahr keine St. Martins-Umzüge geben. Das Foto der zwei gebastelten Laternen entstand am 8. November 2017 in Hamburg.

Die Rolle rückwärts brachte wiederum die Katholische Kirche in Bonn auf die Palme. Die Zusage von Oberbürgermeisterin Katja Dörner „auf öffentlichen Druck“, dass die verschärften Corona-Regeln nun doch nicht für die Martinszüge gelten sollen, komme am letzten Tag vor den Herbstferien zu spät, teilte Stadtdechant Wolfgang Picken am Sonntag verärgert mit. Man könne den großen Zug nun nicht mehr so kurzfristig organisieren. „Der große Martinszug wird also ausfallen und die Stadtverwaltung trägt dafür die alleinige Verantwortung. Man hat die Martinszüge vor die Wand fahren lassen. Das ist – um es gelinde zu sagen – ein echtes Trauerspiel.“

St. Martin 2021: So läuft es in Dortmund, Essen, Duisburg und Co. ab

In Kleve am Niederrhein sind derzeit 9 Martinszüge im Genehmigungsverfahren. 2019 waren es am Martinstag schließlich 22, wie ein Sprecher sagt. In Wesel gebe es erst drei Anmeldungen, hieß es dort. Umzüge würden bisher nur „zögerlich“ angemeldet, berichtete auch die größte Ruhrgebietsstadt Dortmund.

Allerdings soll der große Umzug im Dortmunder Westfalenpark mit rund 1500 Teilnehmern stattfinden, in Essen ist sogar ein Martinsumzug mit mehr als 2500 Teilnehmern angemeldet, in Duisburg soll es am 5. November einen großen Laternenumzug geben.

Köln bricht Lanze: Wenn der 11.11. stattfindet, findet auch St. Martin statt

Köln bricht eine Lanze für die Martinszüge als eines der wenigen Angebote auch und besonders für Kinder. „Es wäre ein fatales Signal an unsere Kinder, St. Martins-Umzüge und -Feuer nur mit Einschränkungen zuzulassen oder gar zu verbieten, während zur gleichen Zeit erwachsene „Jecken ohne Mund-Nasen-Bedeckung stadtweit den 11.11. feiern“, sagt der Kölner Beigeordnete für Gesundheit, Harald Rau.

Ähnlich sieht es NRW-Minister Karl-Josef Laumann (CDU): „Gerade in unruhigen Zeiten ist es wichtig, sich auf Tugenden wie die der Solidarität und des Helfens zu besinnen“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Dafür stehe das Martinsfest. Es freue ihn besonders für die Kinder und Jugendlichen, dass die Infektionslage wieder verantwortungsvolle Martinsfeiern zulasse. Die Veranstalter der Umzüge sollten das „angemessen organisieren“. (dpa/nb)

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