Viel Arbeit für die Einsatzkräfte in der Silvesternacht in Nordrhein-Westfalen.
Silvester in BonnScharmützel mit der Polizei: „Es ging sehr, sehr lebhaft zu“

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Feiernde zünden Feuerwerk in der Silvesternacht am Rheinufer an der Kennedybrücke.
Die erste Bilanz der Silvesternacht in Nordrhein-Westfalen zeigt: Polizei und Rettungskräfte hatten jede Menge zu tun. Die heftigsten Einsätze gab es bislang in Bielefeld. Dort starben zwei Jugendliche durch selbstgebastelte Böller.
In den Ruhrgebietsmetropolen Dortmund, Duisburg und Essen blieb es zwar „insgesamt ruhig“, wie die Behörden auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur am frühen Morgen mitteilten. Dennoch gab es für die Polizei und Feuerwehr in mehreren Städten immer wieder herausfordernde Einsätze.
Scharmützel mit der Polizei Bonn
In Bonn lieferten sich Menschen im Stadtteil Tannenbusch für knapp zwei Stunden ein Scharmützel mit der Polizei. Mit Pyrotechnik beschossen sie Gebäude, Fahrzeuge und Einsatzkräfte. „Es ging sehr, sehr lebhaft zu“, sagte ein Sprecher.
Die Silvesterfeierlichkeiten in Essen und Mülheim bescherten der Polizei eine arbeitsreiche Nacht. Nicht ordnungsgemäße Nutzung von Pyrotechnik, mehrere Brände, Sachbeschädigungen sowie Auseinandersetzungen und Körperverletzungsdelikte hätten zu einem „hohen Einsatzaufkommen“ vor allem im Essener Stadtgebiet geführt.
Unter anderem zündeten laut Polizei unbekannte Personen Mülltonnen an und beschossen Polizei sowie Feuerwehr vereinzelt mit Raketen. Auch an anderen Orten in Essen sei es in Einzelfällen zu gezieltem Beschuss von Einsatzkräften gekommen. Ein Polizeibeamter habe ein Knalltrauma erlitten, als in seiner Nähe ein Böller explodierte. Er sei ambulant in einem Krankenhaus behandelt worden.
Schüsse aus Schreckschusspistolen
In Hagen feierten auf mehreren Plätzen große Menschengruppen. Die Polizei sprach mehrere Platzverweise gegen Personen aus, die missbräuchlich Feuerwerkskörper entzündeten. Zudem stellten die Einsatzkräfte mehrere Personen fest, die Schreckschusspistolen abfeuerten. Die Beamten stellten die Waffen sicher.
In der Innenstadt von Recklinghausen richtete ein 17-jähriger Jugendlicher eine Feuerwerksbatterie in Richtung eines unbesetzten Streifenwagens. Die Polizisten konnten den jungen Mann stellen und nahmen ihn mit zur Polizeiwache.
Wohnungsbrand in der siebten Etage
Mehrere größere Brände forderten die Feuerwehr in Wuppertal. Im Stadtteil Cronenberg brannte eine Wohnung in der siebten Etage eines Mehrfamilienhauses komplett aus. Alle 52 Bewohnerinnen und Bewohner hätten das Haus verlassen müssen, berichtete ein Polizeisprecher. Ausgelöst worden sei das Feuer vermutlich durch ein Feuerwerk auf dem Balkon. Den Angaben nach gab es eine leicht verletzte Person.
In Hagen brannten gleich mehrere Dachstühle. Flammen eines brennenden Baumes griffen zunächst auf ein Haus und dann auf zwei Dächer benachbarter Gebäude über, wie die Polizei mitteilte. Verletzt wurde niemand. Die Gebäude brannten vollständig aus. Ob der Brand durch einen Feuerwerkskörper hervorgerufen wurde, sei nun Gegenstand der kriminalpolizeilichen Ermittlungen, hieß es.
In Recklinghausen löschte die Feuerwehr einen Brand in einem Einfamilienhaus. Verletzt wurde niemand. Nach ersten Erkenntnissen könnte ein Feuerwerkskörper die Ursache sein. In Bottrop brannte ein Dachstuhl in einem Mehrfamilienhaus. Auch hier könnte laut Polizei ein Feuerwerkskörper den Brand verursacht haben.
In Solingen fingen Holzpaletten in einem Unterstand neben einem Firmengebäude Feuer. Laut Feuerwehr ist die Brandursache bislang nicht bekannt.
Böllerverbote missachtet
NRW hatte sich auf die Silvesternacht mit starker Polizeipräsenz eingestellt. Landesweit waren rund 7.600 Polizistinnen und Polizisten im Einsatz. Etliche Städte richteten lokale Böllerverbotszonen ein.
Nicht überall beachteten die Menschen dieses temporäre Verbot. So wären an der Rheintreppe am Burgplatz in Düsseldorf immer wieder Böller und Raketen in die Menschenmenge geworfen worden, berichtete der WDR. Mehrfach habe die Polizei eingreifen müssen. (dpa)
