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Schock-Fund in NRW Bundeswehroffizier hortete daheim Kriegswaffen – und noch Schlimmeres

Zoll und Polizei stehen bei einer Razzia vor einem Gebäude.

Zoll und Polizei bei der Razzia am 12. Oktober 2021 in Aldenhoven bei Düren. Bei dem Einsatz wurden mehrere Waffen gefunden.

In Aldenhoven im Kreis Düren in Nordrhein-Westfalen wurden bei einer Razzia am 12. Oktober zunächst mehrere Kriegswaffen gefunden. Nun wurde mitgeteilt, dass der inzwischen verhaftete Bundeswehroffizier auch radioaktives Material und Geheimdossiers hortete.

Düren. Es ist wie in einem (schlechten) Spionagefilm: Ein in Nordrhein-Westfalen verhafteter Bundeswehroffizier soll in einem Neubauviertel in Aldenhoven nahe Köln neben Waffen auch radioaktives Material sowie geheime Dossiers des Bundesnachrichtendienstes über Nordkorea gehortet haben.

Gefunden worden sei Strontium-90 aus bislang unbekannter Quelle, sagte eine Sprecherin der Frankfurter Staatsanwaltschaft am Freitag, 22. Oktober, der dpa. Die Vorwürfe gegen den Mann seien deshalb um den Tatbestand unerlaubter Umgang mit radioaktiven Stoffen erweitert worden. Zuvor hatte „Der Spiegel“ darüber berichtet.

NRW: Bundeswehroffizier hortet Kalschnikows und Strontium

Bei der Razzia hatten Ermittler am 12. Oktober ein Waffenlager mit Kriegswaffen entdeckt - Schusswaffen, Granaten, Handgranaten und Minen. Der „Spiegel“ berichtete nun unter Berufung auf einen Vermerk des Ministeriums, der Großteil des Materials stamme aus dem früheren Ostblock. Dem Magazin zufolge geht es um Kalaschnikow-Gewehre, Panzer- und Flugabwehrwaffen sowie etliche entschärfte Granaten und Munition. Der Mann gehört einem Bundeswehrzentrum an, das für die Analyse selbstgebauter Sprengsätze und deren Abwehr zuständig ist.

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt ist zuständig, da dort am Flughafen vom Zoll ein Paket mit Schalldämpfern abgefangen worden war, das der 32-Jährige in die USA schicken wollte. Deswegen leiteten die Behörden ein Verfahren ein und erwirkten einen Durchsuchungsbeschluss. Der Soldat sitzt in Untersuchungshaft.

NRW: Kriegswaffen und Strontium bei Offizier im Kreis Düren gefunden

Die sichergestellten Waffen und die beschlagnahmte Munition stammten nach erster Bewertung nicht aus Bundeswehrbeständen, hatte das Verteidigungsministerium erklärt. Es seien allerdings auch „eingestufte“ Dokumente gefunden worden, die nun Gegenstand der Ermittlungen seien.

Besorgnis bei den Behörden löste auch der Fund zweier sensibler Dokumente bei dem Offizier aus. Nach „Spiegel“-Informationen handelt es sich um zwei aktuelle Dossiers des Bundesnachrichtendienstes über die Lage in Nordkorea. Offen sei, wie der Beschuldigte an die heiklen Papiere kam. Auch „umfangreiche kommunistische Literatur“ soll bei der Razzia sichergestellt worden sein. Neben Staatsanwaltschaft und Zoll ermittelt den Angaben zufolge der Militärische Abschirmdienst, der seine Spionageabwehr eingeschaltet habe. (aa/afp/dpa)

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