Preis-Hammer NRW: Parkausweise für Anwohner werden teurer – müssen SUV-Fahrer mehr bezahlen?

Eine Frau zeiht in Duisburg einen Parkschein.

Die Gebühren für Bewohnerparkausweise sollen in NRW demnächst ansteigen. Das Foto entstand in Duisburg am 8. Dezember 2020.

Die Parkgebühren für Anwohner in NRW könnten sich demnächst drastisch erhöhen. Bislang kostete ein Bewohnerparkschein im gesamten Bundesgebiet 30,70 Euro – das wird jedoch nicht mehr lange so bleiben.

Köln. In Nordrhein-Westfalen wird das Parken in naher Zukunft deutlich teurer. Bis zum Juni 2020 waren die Gebühren für einen Anwohnerparkschein in ganz Deutschland auf 30,70 Euro im Jahr gedeckelt. Diese Kostengrenze wurde jedoch im vergangenen Jahr vom Bundestag und vom Bundesrat gekippt. Die Deckelung, die 1993 beschlossen wurde, sei nicht mehr zeitgemäß, hieß es damals.

In Baden-Württemberg haben erste Städte die Gebühren bereits drastisch angezogen. In Tübingen beispielsweise kostet ein Parkausweis für Anwohner ab dem kommenden Jahr bis zu sechsmal mehr als bislang – je nach Größe des Fahrzeugs. SUV-Besitzer zahlen ab 2022 also 180 Euro im Jahr.

In NRW sind die Planungen noch nicht so weit: Verkehrsminister Hendrik Wüst (46, CDU) hatte das entsprechende Projekt eigentlich für den Spätherbst 2021 angekündigt, nun soll es allerdings erst Anfang 2022 kommen. Derzeit wird der Regelungsentwurf finalisiert, heißt es.

Parkgebühren in NRW: Düsseldorf, die Hauptstadt der Geländewagen

Die genauen Preisfestlegungen sind Sache der einzelnen Städte und Kommunen. Laut „rp-online“ Düsseldorf durchaus eine Preisstaffelung in Bezug auf die Größe der Fahrzeuge in Betracht.

In Düsseldorf gibt es deutschlandweit die meisten Geländewagen im Vergleich zur Einwohnerzahl, wie eine Untersuchung aus dem Jahr 2019 ergab: Rund jeder zehnte Autobesitzer fährt in der Landeshauptstadt ein SUV. Allerdings sollen Familien, die auf einen großen Wagen angewiesen sind, nicht benachteiligt werden, wie ein Sprecher der Stadt bekannt gab.

NRW-Parkgebühren: Bonn begrüßt Gesetzesänderung

In Bonn warte man auf die Landesverordnungen, bevor genaue Aussagen zu den Anwohnerparkschein-Kosten getroffen werden könnten, sagte ein Sprecher. Allerdings begrüße die ehemalige Bundeshauptstadt die Gesetzesänderung: „Das bietet uns die Chance, die Gebühren neu zu gestalten und dabei gezielt im Hinblick auf die politisch breit formulierte Forderung nach einer Mobilitätswende einzusetzen“, sagt der städtische Vertreter gegenüber rp-online.

Wie und welchem Umfang sich Kosten für Anwohner in den Kommunen Nordrhein-Westfalens erhöhen, wird sich erst in den kommenden Monaten zeigen. Eins scheint jedoch sicher: Das Abstellen des eigenen Fahrzeugs wird deutlich teurer werden. (nb)

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