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Zugriff in Holland Polizei fasst geflüchteten Mörder aus NRW

Ein Polizeiwagen mit Blaulicht fährt am Silvesterabend durch die Innenstadt zu einem Einsatz. (Aufnahme mit langer Belichtungszeit). +++ dpa-Bildfunk +++

Polizisten haben einen flüchtigen Mörder aus NRW in den Niederlanden gefasst. Unser Archivfoto zeigt einen Polizeiwagen mit Blaulicht, der am Silvesterabend 2020 durch Dresden fährt.

Er ist gefasst! Ralf H. wurde dafür verurteilt, die 16-jährige Nicole Schalla getötet zu haben. Kurz vor seinem Haftantritt flüchtete er. Jetzt wurde er in den Niederlanden festgenommen.

Zugriff in Holland! Der verurteilte Mörder Ralf H., der vor Haftantritt in Münster seine Fußfessel abgelegt hat und geflüchtet ist, wurde von der Polizei verhaftet.

Am Freitagmorgen (24. Dezember 2021) teilte eine Polizeisprecherin mit: „Im Zuge der Ermittlungen verdichteten sich die Hinweise darauf, dass sich der Gesuchte in einer Wohnung in Enschede aufhalten könnte.“

Weiter sagte sie: „Dieser Verdacht erhärtete sich durch die Auswertung der Standortdaten, die durch die „elektronische Fußfessel“ erlangt werden konnten. Zudem fanden die Ermittler einige hundert Meter entfernt von der ermittelten Anschrift eines der beiden Fahrzeuge, welches auf die Verlobte des 56-Jährigen zugelassen ist.“

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Fahndung nach Mörder aus NRW: Ralf H. in Holland gefasst

Zusammen mit Kollegen der niederländischen Polizei erfolgte dann um 0.15 Uhr in der Nacht auf Freitag der Zugriff. In der Wohnung in Enschede trafen die Beamten auf H. und seine Freundin. „Der 56-Jährige wurde festgenommen. Die Ermittlungen gegen seine Verlobte dauern an“, so die Sprecherin.

Schon am Donnerstag (23. Dezember) hieß es, dass der Gesuchte offenbar von seiner Lebensgefährtin begleitet werde. Die Polizei suchte nach dem Fluchtwagen der beiden und veröffentlichte am Donnerstag ein entsprechendes Foto.

Fahndung nach Mörder aus NRW: Ralf H. für Mord an 16-Jähriger verurteilt

Ralf H. (56) war im vergangenen Januar 27 Jahre nach dem gewaltsamen Tod der damals 16-jährigen Nicole Schalla vom Landgericht Dortmund zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Er hatte sie 1993 in einem Dortmunder Vorort überfallen und erwürgt – aus sexuellen Motiven.

Weil die Justiz keine Fluchtgefahr sah und das Urteil noch nicht rechtskräftig war, blieb der Deutsche nach dem Schuldspruch frei und bekam eine Fußfessel. Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Mittwoch sagte, wurde das Urteil nach einer Entscheidung des Bundesgerichtshof vor wenigen Tagen rechtskräftig.

Am Dienstag sei die Staatsanwaltschaft darüber informiert worden, woraufhin sie die Haft vollstrecken lassen wollte. Noch am Abend legte Ralf H. seine Fußfessel in Münster gewaltsam ab und verschwand. Dabei soll ihm seine Lebensgefährtin geholfen haben. Eine Richterin erließ am Donnerstag, 23. Dezember, auf Antrag der Staatsanwaltschaft Münster Haftbefehl gegen die 54-Jährige aus Münster.

Anwältin von Nicole Schallas Eltern: „Eine Katastrophe“

Anwältin Arabella Pooth, die Nicole Schallas Eltern als Nebenkläger vor Gericht vertreten hatte, sagte am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur: „Es war klar, dass der Mann sich seiner Haftstrafe nicht stellen würde.“ Dass er seinerzeit nach dem Prozess zunächst auf freiem Fuß geblieben war, sei rechtlich zwar möglich gewesen, aber aus ihrer Sicht falsch. Dass der Mann nun verschwunden sei, sei für die Eltern des Opfers „eine Katastrophe“ und nicht zu begreifen.

Sein Verteidiger Udo Vetter bestätigte am Mittwoch, dass auch er die Entscheidung des Bundesgerichtshofes erhalte habe. Im Prozess hatte der Anwalt stets auf die schwachen Indizien hingewiesen. Der Gerechtigkeit sei nicht Genüge getan, wenn jemand verurteilt werde. „Es muss auch der Richtige verurteilt werden“, so Vetter. (jv/jan)

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