„Frage des Respekts“ Café in Mülheim mit klarer Jogginghosen-Ansage: Viele Gäste flippen aus

Mülheim an der Ruhr: Betriebsleiter Noel Endemann (31) im Café Leonardo

Hier sind Jogginghosen unerwünscht. Betriebsleiter Noel Endemann (31) am Montag (27. September) im Café Leonardo in Mülheim an der Ruhr. 

Das Café Leonardo in Mülheim an der Ruhr hat seine Kunden gebeten, das Lokal nicht mehr in Jogginghosen zu betreten. Doch mit dieser neuen Kleiderregel hat sich das Café nicht nur Freunde gemacht. 

Mülheim an der Ruhr. Das Café Leonardo hat seine Kunden letzten Dienstag (21. September) dazu aufgerufen im Lokal keine Jogginghosen mehr zu tragen. Seitdem ist viel passiert. Viele Gäste haben Verständnis für die Bitte, doch vor allem Facebook-Kommentatoren sind stinksauer und verschaffen ihrem Ärger Luft. EXPRESS.de hat beim Café nachgehört, was hinter der Jogginghosen-Verbannung steckt.

Café Leonardo mit Aufruf: „Jogginghosen nicht erlaubt“

Viele ärgern sich aktuell über die Dresscode-Ansage, dabei hat das Café Leonardo genau vor zwei Jahren schon einmal den gleichen Post abgesetzt und die Kunden gebeten, im Lokal keine Jogginghosen zu tragen. Damals hatte die Bitte der Gastronomen ganz und gar nicht für Aufsehen, sondern für großes Verständnis gesorgt. Das ist aktuell komplett anders.

Viele Kommentatoren in den sozialen Medien fühlen sich persönlich angegriffen. Doch was war die Intention des Café Leonardo?

„Wir wollten die Leute mal wieder aufwecken und damit sagen, dass der Lockdown nichts daran geändert hat, dass die Jogginghose bei uns unerwünscht ist“, sagt Café-Betriebsleiter Noel Endemann (31) gegenüber EXPRESS.de. Gerade in den vergangenen Corona-Monaten habe sich bei manchen Gästen eine Bequemlichkeit entwickelt, die sich wohl auch im Kleidungsstil einiger Kunden widerspiegele. Daher habe sich das Café dazu veranlasst gesehen, sich klar gegen die Jogginghose im Café auszusprechen. 

Die einzige Ausnahme: „Wenn Kunden krankheitsbedingt eine bequeme Hose tragen müssen, ist das natürlich in Ordnung“, betont Endemann.

NRW: Café Leonardo – fast 1000 Kommentare unter Facebook-Aufruf

Die Reaktionen der Facebook-Nutzer sind gemischt. Manche Kommentatoren befürworten den Dresscode und haben großes Verständnis, andere sind stinksauer und irritiert.

  • Hendrik S.: „Ich finde die Entscheidung gut – es gibt viele Restaurant mit Dresscode. Allerdings weiß ich nicht, ob eine zerrissene Jeans und ein Couchpullover so viel besser sind. Ein eleganter Jogger ist immer noch vorzeigbarer, als eine zerrissene Jeans.“
  • Ernesto L.: „Arroganz? Vielleicht haben sie es einfach nicht nötig. Ich würde deshalb schon aus Prinzip (selbst im Anzug) nicht in so ein Lokal gehen. Jeder Inhaber kann entscheiden, wie er möchte, doch solche Kleidervorschriften erregen in mir immer schon den Widerstand.“
  • Jenny K.: „Also ich finde, man sollte seine so Gäste akzeptieren wie sie sind, egal ob in Jogger oder Anzug. Wer das als Wirt nicht kann, sollte sich einen anderen Beruf suchen.“

Café Leonardo: „Hätten nicht mit damit gerechnet, dass es eskaliert“

Mit den teils heftigen Reaktionen muss sich das Café-Team jetzt auseinandersetzen und hofft auf ein Umdenken der Gäste.

„Dass dieser Weckruf so groß gemacht wird und eskaliert, damit haben wir nicht gerechnet“, sagt der Betriebsleiter. Mittlerweile haben sich unter dem Facebook-Post fast 1000 Kommentare angesammelt. Der Grund für die deutliche Ansage bei Facebook? Zum Ärger des Teams seien in letzter Zeit gehäuft Kunden mit Jogginghose im Café aufgetaucht.

„Wir reden hier nicht von modischen Trainingsanzügen, sondern von der klassischen Joggingbuxe, mit der man nur auf der Couch liegen sollte“, sagt Endeman. Anfangs habe man versucht, die Kunden anzusprechen, doch das allein habe nicht funktioniert.

Café Leonardo: Kleidungsstil im Lokal ist eine Frage des Respekts

„Der Kleidungsstil ist eine Frage des Respekts. Ich lege mich auch nicht zu den Kunden auf die Couch! In Jogginghosen geht man auch nicht in die Kneipe oder in eine Diskothek, und wir wollen hier am Wochenende ähnliche Feiern ausrichten, wie in der Diskothek“, so Endemann. Im Café selbst habe er jedoch auch viele positive Rückmeldungen erhalten. „Wir glauben, dass unsere echten Kunden die Entscheidung gutheißen. Die Shitstorm-Fraktion war wahrscheinlich noch nie hier.“

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