In Krefelder Keller eingemauert Leiche von Anna S.: Warum hat Polizei sie nicht früher gefunden?

Anna S. aus Gelsenkirchen

Traurige Gewissheit: Die Leiche der seit Juni 2019 vermissten Anna S. (35) ist am Montag (14. März 2022) in einem Keller in Krefeld gefunden worden.

In einem Keller in Krefeld wurde eine Frauenleiche gefunden. Sie wurde eingemauert. Wenig später war es traurige Gewissheit: Es ist die vermisste Anna S.

Der Fund der eingemauerten Leiche von Anna S. (35) im Keller ihres Mörders hat für Trauer, aber auch Fassungslosigkeit gesorgt. Warum erst jetzt? Das fragen sich viele. Die Kinderpflegerin aus Gelsenkirchen war vor fast drei Jahren verschwunden. Das betreffende Haus hatte die Polizei mehrfach durchsucht.

„Wir prüfen in alle Richtungen, wie es dazu kommen konnte, dass die Leiche erst jetzt gefunden werden konnte“, sagt Sonja Hüppe von der zuständigen Essener Staatsanwaltschaft am Mittwoch (16. März 2022) auf Nachfrage von EXPRESS.de.

Anna S. aus Gelsenkirchen: Leiche im Keller eines Wohnhauses in Krefeld

Bin gerade glücklich ... Das waren die letzten Worte von Anna S. (35) an ihre Schwester im Juni 2019. Wenig später war die Gelsenkirchenerin tot. Ihr „Grab“: der Keller ihres Ex-Freundes. Dass sie dort lag, eingemauert zwischen Gerümpel – das blieb fast drei Jahre lang ein grausiges Geheimnis.

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Am Montag (14. März 2022) dann eine Nachricht wie ein dumpfer Paukenschlag: In einem Keller eines Wohnhauses in Krefeld ist ein Leichnam gefunden worden. Einen Tag später schließlich die traurige Bestätigung: Es ist Anna.

Polizeibeamte entdecken Leiche bei Durchsuchung des Hauses in Krefeld

„Eine Obduktion hat zweifelsfrei die Identität der vermissten Frau bestätigt“, so Merle Mokwa, Sprecherin der Polizei Gelsenkirchen. Polizeibeamte hatten den Leichnam am Montag bei der Durchsuchung des Wohnhauses in Krefeld entdeckt.  Schnell sahen die Ermittler eine Verbindung zu dem Fall im Ruhrgebiet.

Die Fassade eines Wohnhauses

Im Keller dieses Hauses in Krefeld wurde am Montag (14. März 2022) die eingemauerte Leiche von Anna B. (35) gefunden. Das Foto ist aus dem Jahr 2019, als die 35-Jährige verschwunden war.

„Das vorläufige Gutachten der Rechtsmedizin ergab, dass die Gelsenkirchenerin vermutlich erstickt wurde“, erklärte Polizeisprecherin Mokwa. Der Täter, ein Mann aus Krefeld, sei bereits im Dezember 2020 durch das Landgericht Essen wegen Mordes zu lebenslanger Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt worden.

Krefeld: Gab Hausmeister den entscheidenden Hinweis?

Dabei handelt es sich um den Ex-Freund (47) von Anna S. Der Kellerraum, in der die 35-Jährige aus Gelsenkirchen einmauert wurde, soll zu der damaligen Wohnung des verurteilten Mörders gehören. Das Wohnhaus selbst gehörte seinem Stiefvater, wie eine Nachbarin erzählt. Dies soll er inzwischen verkauft haben. Möglicherweise aus dem Grund wollte der Hausmeister jetzt den Keller leerräumen.

Der Hausmeister soll der Polizei den entscheidenden Hinweis gegeben haben. Dies wurde bislang nicht bestätigt. „Die haben damals das ganze Haus auf den Kopf gestellt – warum haben die sie damals nicht schon gefunden?“, so eine Anwohnerin fassungslos. Ihr Mann sei Maurer gewesen, der hätte eine frisch gemauerte Wand sofort erkannt.

Die 35-jährige Anna aus Gelsenkirchen war im Juni 2019 verschwunden. Später entdeckte Bilder und Fotos auf dem Computer ihres Mörders zeigten ihre Leiche auf dem Boden seiner Krefelder Wohnung – über ihren Kopf war eine Plastiktüte gestülpt. Der Ex-Freund war bereits 1999 zu elf Jahren Haft verurteilt worden, weil er schon damals eine Frau mit über 100 Messerstichen getötet hatte.

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