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Hilfsgeld kommt nicht Kölner Flutopfer: Ich sitze auf 260.000 Euro Schaden

Markus Jonas ist ein Flut-geschädigter Kölner, hier steht er vor dem Müllberg seines Hauses in Weilerswist.

Markus Jonas vor dem Müllberg vor seinem Haus, das durch die Flut im Juli geschädigt wurde.

Flutopfer Markus Jonas wartet auf die Bearbeitung seiner Hilfsanträge. Er droht auf 260 000 Euro Schaden sitzen zu bleiben, wie er EXPRESS.de berichtet.

Die Fluthilfe stockt. Fast fünf Monate nach der Hochwasser-Katastrophe kommt die Auszahlung der staatlichen Hilfsmittel an die Betroffenen nicht voran.

Nach Recherchen der „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“ steckten 5600 der NRW-weit insgesamt 9000 Fluthilfe-Anträge z.T. wegen der händischen Bearbeitung noch in der „Vorprüfung“. So seien nur 1900 Fälle bislang zur Weiterbearbeitung freigegeben, weitere 1500 Anträge wegen Formfehlern an die Betroffenen gar zurückgeschickt worden. Auch der Kölner Markus Jonas (51) versteht die Welt nicht mehr.

Flutopfer klagt an: Wann kommen die Hilfsgelder?

Im Juli wurde der kaufmännische Angestellte von dem Hochwasser ebenfalls überrascht. Die Folgen quälen ihn bis heute.

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„Ich bin mit zwei Objekten betroffen. Ein Haus in Kirchheim, in der eine Wohnung überschwemmt worden ist, sowie ein Mehrfamilienhaus in Weilerswist, in dem 1,15 Meter hoch das Wasser im Keller stand“, schildert er EXPRESS.de sein Dilemma.

Da dringend neue Heizungen benötigt werden, ist er auf die Auszahlung der versprochenen staatlichen Hilfen angewiesen. Die Anträge seien seit über zwei Monaten gestellt, doch es passiere auch in seinem Fall rein gar nichts, beklagt er.

Jonas: „Die Heizung ist kaputt, und es ist Winter, und ich kann keine neue bestellen. Die Angebote sind drei Prozent teurer geworden. Ohne Bescheid bin ich nicht in der Lage, die Aufträge an die Handwerker zu erteilen. Ich habe die Handwerker noch nicht beauftragt, und die Preise steigen.“

Sanierungsarbeiten im Haus des Kölner Flutopfers Markus Jonas

Noch immer ist Jonas in seinen Objekten mit der Sanierung beschäftigt.

Er weiß schlicht nicht mehr weiter: „Laut Gutachten beziffert sich der Schaden alleine im Objekt in Weilerswist auf 260 000 Euro. Darauf sitze ich gerade. Die ganze Zeit telefoniere ich zwischen den Ämtern hin und her und werde nur vertröstet. Ich frage nach, wie ich mich verhalten soll, und da dreht sich die Sache im Kreis: Die Flutopferhilfe Düsseldorf verweist mich nach Köln, die wiederum an die Flutopferhilfe und auch bei der Hotline in Euskirchen wissen sie nix.“

Stattdessen habe er von einer Mitarbeiterin zu hören bekommen, dass er mit acht Wochen Wartezeit ja noch in bester Gesellschaft sei. Sein vernichtendes Fazit unmittelbar vor dem Weihnachtsfest: „Von unbürokratischer Hilfe kann absolut keine Rede sein.“

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