Millionen-Prozess geplatzt: Richterin befangen?
Irre Prozess-PosseMillionen-Verfahren gegen Ex-Manager zum vierten Mal geplatzt

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Das Landgericht Arnsberg hat über den Befangenheitsantrag noch nicht entschieden. (Symbolbild)
Wieder alles auf Anfang! Der Prozess wegen millionenschwerer Untreue gegen einen Ex-Verantwortlichen einer Infineon-Tochter ist vor dem Landgericht Arnsberg schon wieder kurzfristig geplatzt.
Der Hammer-Grund: Gegen die zuständige Richterin wurde am Abend zuvor ein Befangenheitsantrag eingereicht. Der Vorwurf stützt sich darauf, dass die Juristin 2022 bei einem Zivilprozess dabei war, in dem eine Firma, die der Angeklagte leitete, zur Zahlung von 4,25 Millionen Euro Schadenersatz verdonnert wurde. Eine Entscheidung über den Antrag steht noch aus.
Angeklagter soll Millionen für Luxusleben abgezweigt haben
Es ist schon der vierte Anlauf für diesen Prozess, der bereits mehrmals gescheitert war – unter anderem, weil Schöffen als möglicherweise befangen galten. Im Zentrum steht der frühere Manager einer Tochtergesellschaft des Chip-Produzenten Infineon mit Firmensitz in Warstein.
Die Vorwürfe wiegen schwer: Laut Anklage soll er einzig über ein von ihm selbst geschaffenes Treuhandkonto mittels mehrerer Buchungen 7,5 Millionen Euro beiseitegeschafft haben. Das Geld floss angeblich in private Immobiliendeals und einen luxuriösen Lebenswandel.
Ehepaar aus Düsseldorf wegen Beihilfe mitangeklagt
Aber das ist noch nicht alles. Zusätzliche Millionen, auch Kredite von seinem Arbeitgeber, soll der Manager durch den Kauf von zwei Zulieferbetrieben und die Schaffung einer eigenen Holdinggesellschaft unterschlagen haben. Bei diesem zweiten Tatkomplex ist zusätzlich ein Paar aus Düsseldorf angeklagt. Sie sollen dem ehemaligen Manager geholfen haben.
Ein brisantes Detail: Nach Gerichtsangaben hat der Beschuldigte im September 2020 bei seinem Arbeitgeber ein Geständnis abgelegt. Ein Sprecher der Firma sagte jedoch bei einem früheren Termin, ihm sei wohl keine andere Möglichkeit geblieben. Die Unterschlagungen wären sonst ohnehin bald ans Licht gekommen.
Nebenklägerin sieht „hohe kriminelle Energie“
Die geschädigte Firma, ein Joint Venture von Siemens und Infineon, tritt im Verfahren als Nebenklägerin auf. Ein Sprecher erklärte am Rande eines vorherigen Prozessbeginns im Jahr 2024, der Angeklagte habe mit „hoher kriminelle Energie“ gehandelt – unter anderem durch den Einsatz von Strohmännern und das Fälschen von Urkunden. (dpa/red)
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