Monatelange Ermittlungen, internationale Zusammenarbeit und schließlich der Zugriff: Wie Ermittler aus NRW die Qilin-Gruppe infiltrierten – und jetzt eine Festnahme vermelden können.
„Statt Sushi gibt es jetzt Käsekuchen“Herbert Reul jubelt über „historischen Erfolg“

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Herbert Reul (CDU), Innenminister von Nordrhein-Westfalen, verkündet den Ermittlungserfolg im Kampf gegen eine russische Hackergruppe.
Nordrhein-Westfalens Ermittlern ist ein Schlag gegen die weltweit tätige russische Hackergruppe „Qilin“ gelungen. „Wir haben einen der führenden Köpfe gefasst, mit Hilfe der japanischen Polizei konnten wir den 28-jährigen Russen im Mai in Tokio festnehmen“, sagte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU). Der Mann sei am vergangenen Freitag nach Deutschland überführt worden. Das sei „ein historischer Erfolg“ gegen die Hackergruppe.
Der Mann habe im Mai Urlaub in Japan machen wollen und sitze nun in einer deutschen Justizvollzugsanstalt: „Statt Sushi gibt es jetzt Käsekuchen in einer deutschen JVA“, sagte Reul.
Herbert Reul jubelt über „historischen Erfolg“
Seit 2024 habe die Hackergruppe weltweit wohl fast 4.000 Unternehmen erpresst. In Deutschland seien es 150 gewesen, davon 30 in NRW. „Die Dunkelziffer ist wahrscheinlich noch höher.“ Die Lösegeldforderungen hätten sich auf fast drei Milliarden US-Dollar belaufen, mehr als 140 Millionen Dollar seien bezahlt worden, sagte Reul. Qilin gehöre zu den aktivsten und skrupellosesten Verbrecherbanden weltweit.
Justizminister Benjamin Limbach (Grüne) berichtete von geduldiger Detailarbeit, mit der die deutschen Ermittler dem russischen Hacker auf die Schliche gekommen seien. Ermittlerinnen und Ermittler des Landeskriminalamtes und der Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime (ZAC) infiltrierten die Hackergruppe und beobachten sie monatelang.
Man habe unzählige digitale Spuren verfolgt, sagte Limbach. „Am Ende stand ein Name hinter dem Pseudonym.“ Die beiden Minister bedankten sich bei Japan, das den russischen Hacker nach Deutschlands ausgeliefert habe, obwohl es kein Auslieferungsabkommen gebe. Das zeige, dass der globale Kampf gegen Cybercrime funktioniere. Zuvor hatte die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ über den Ermittlungserfolg berichtet. (dpa)
