Wetter in NRW Gefahr durch Glatteisregen – hier kann's besonders heikel werden

Corona-Angst in NRW Schülerin (13) verweigert Unterricht mit Ungeimpften – unfassbar, wo sie lernt

Die Heinrich Heine-Realschule in Hagen-Boelerheide

Eine 13 Jahre alte Schülerin der Heinrich-Heine-Realschule (Foto) in Hagen-Boelerheide verweigert aus Angst vor einer Corona-Infektion den Unterricht und lernt statt dessen auf dem Schulhof. 

Seit Tagen lernt Realschülerin Yasmin aus Hagen bei Eiseskälte an einem eher ungewöhnlichen Ort. Das hat das Jugendamt auf den Plan gerufen – inzwischen bahnt sich wohl eine Lösung an.

Im Fall der Hagener Schülerin Yasmin (13), die aus Angst vor einer Corona-Infektion seit Wochenbeginn trotz Kälte auf Unterricht auf dem Schulhof besteht, zeichnet sich ein Kompromiss ab. Das sagte ein Sprecher der Bezirksregierung Arnsberg am Donnerstag auf dpa-Anfrage nach einem Austausch mit der Leitung der Heinrich-Heine-Realschule.

Die 13-Jährige solle nun in einem separaten Raum innerhalb des Schulgebäudes online am Unterricht teilnehmen. Man habe durchaus auch Verständnis für die Sorgen des Kindes, es handele sich um eine „gewisse Spagat-Situation.“

Hagen: Schülerin lernt aus Protest auf dem Schulhof

Die Siebtklässlerin verweigert als Risikopatientin auch nach einer Dreifach-Impfung einen gemeinsamen Unterricht mit ungeimpften Schülern – aus Angst vor einer Ansteckung mit dem Corona-Virus.

Die Schule hatte dem Mädchen Pult und Stuhl auf den Schulhof gestellt, wo sie online am Unterricht teilnahm. Während der Pausen oder zum Aufwärmen nutzte die Schülerin einen freien Raum im Gebäude, wie ein Sprecher der Stadt Hagen schilderte.

Das Jugendamt habe aus Sorge um die Gesundheit eine Stellungnahme des schulpsychologischen Dienstes angeregt, damit der Schule eine Grundlage gegeben wird, Distanzunterricht zu ermöglichen, sagte Stadtsprecher Michael Kaub.

Unterricht auf Schulhof in Hagen: Jugendamt schaltet sich ein

Eine längerfristige Unterrichtung auf dem Schulhof werfe angesichts der Jahreszeit die Frage nach dem Gesundheitsschutz und dem Kindeswohl auf. Man stehe in Kontakt mit der Familie, die sich kooperationsbereit zeige. Die Realschule war auf dpa-Anfrage zunächst nicht zu erreichen.

Der Sprecher der Bezirksregierung betonte, das Recht auf schulische Bildung sei auch in Pandemie-Zeiten auf „vertretbare, angemessene und vernünftige Art und Weise“ umzusetzen. „Man wird das eng begleiten müssen - mit Sorgfalt, Verständnis, aber auch Konsequenz“, erläuterte Christoph Söbbeler.

Die Landesschülervertretung NRW kann den Protest des Mädchens gut nachvollziehen. „Es ist aber zugleich ein Armutszeugnis, dass es eine solche Aktion braucht“, sagte Johanna Börgermann vom LSV-Vorstand. Angesichts der stark steigenden Infektionszahlen müsse es Wechselunterricht geben - und zudem endlich dafür gesorgt werden, dass Online-Unterricht auch zu Hause funktioniere. (dpa)

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