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Großeinsatz im Bahnhof SiegburgFestnahme in ICE – Mann (20) wollte „Menschen abstechen“

Aktualisiert:

In einem ICE hat die Bundespolizei einen Messer-Mann festgenommen. Er plante offenbar einen Anschlag, so erste Informationen. Der Zug hielt außerplanmäßig in Siegburg.

Alarm am Bahnhof in Siegburg! In einem Wagen des ICE 19 auf dem Weg von Aachen nach Frankfurt/Main entzündete ein 20-jähriger Mann am Donnerstag (2. April 2026) gegen 21 Uhr zwei nicht näher definierte pyrotechnische Gegenstände.

Der ICE wurde in Siegburg an Gleis 6 gestoppt und umgehend geräumt. Die Bundespolizei rückte zu einem Großeinsatz an. Auch ein Teil des Bahnhofgeländes wurde vorsorglich gesperrt. Am Freitagmorgen (3. April) hat der Staatsschutz der Bonner Polizei die Ermittlungen übernommen. 

Bedrohungslage: Großeinsatz im ICE-Bahnhof Siegburg

Die Ermittlungen werden in enger Abstimmung mit der Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf geführt. Es geht unter anderem um den Verdacht der gefährlichen Körperverletzung sowie von Verstößen gegen das Sprengstoff- und Waffengesetz.

Dabei wird insbesondere die Motivlage des 20-Jährigen geprüft. „Eine politische Motivation kann derzeit nicht ausgeschlossen werden“, so ein Polizeisprecher.  Der Tatverdächtige befindet sich seit seiner Festnahme im Polizeigewahrsam. Ob er einem Haftrichter vorgeführt wird, ist noch unklar.

Der maskierte Mann soll in dem ICE zwei bislang nicht näher bestimmte pyrotechnische Gegenstände entzündet haben. Nach ersten Informationen sollte es sich um zwei Böller mit Soft-Air-Kugeln handeln, die er in den Gang geworfen haben soll und die explodiert seien. Mindestens zwölf Mitreisende wurden leicht verletzt. Eine Person erlitt vermutlich ein Knalltrauma und kam in ein Bonner Krankenhaus, konnte aber nach kurzer Behandlung wieder entlassen werden.

Der mutmaßliche Täter, ein deutscher Staatsbürger aus Aachen, wurde von Einsatzkräften der Bundespolizei festgenommen. Andere Reisende hatten ihn in der Zugtoilette eingeschlossen. 

„Polizeieinsatz“ wird auf einem Display an einem Bahnsteig im Bahnhof Siegburg angezeigt, auf dem ein ICE der Deutschen Bahn steht. Ein Mann hat laut Bundespolizei in einem ICE in Nordrhein-Westfalen mit einem Anschlag gedroht und mehrere Menschen leicht verletzt.

Copyright: Roberto Pfeil/dpa

„Polizeieinsatz“ wird auf einem Display an einem Bahnsteig im Bahnhof Siegburg angezeigt, auf dem ein ICE der Deutschen Bahn steht. Ein Mann hat laut Bundespolizei in einem ICE in Nordrhein-Westfalen mit einem Anschlag gedroht und mehrere Menschen leicht verletzt.

Der Mann habe, so eine Bundespolizei-Sprecherin am Donnerstagabend, ein großes Messer in seinem Rucksack gehabt und gedroht, „mehrere Leute abstechen“ zu wollen. Bei seiner Durchsuchung wurden zudem ein Maske, ein weiteres Messer sowie zwei frei verkäufliche Rauchkörper entdeckt.

Zugverkehr wurde zeitweise eingestellt

Die betroffenen 183 Fahrgäste wurden in einer nahegelegenen Turnhalle von der Feuerwehr versorgt und durch Notfallseelsorger betreut. Bundespolizeikräfte durchsuchten den Zug, entdeckten aber keine gefährlichen Gegenstände. Der Zugverkehr wurde wegen des Einsatzes zeitweise eingestellt, betroffen waren unter anderem der RE9 und die Linien S12 und S19 der S-Bahn

Der Zug und das betroffene Bahngleis wurden gegen 00.45 Uhr freigegeben, nachdem die Spurensicherung der Polizei den mutmaßlichen Tatort untersucht hatte. (red/mit dpa)

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