69 ungeklärte Taten Profiler des LKA rollen diese Düsseldorfer Fälle neu auf

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Zwei von 69 ungeklärten Fällen: Die achtjährige Debbie Sassen (links) verschwand am 13. Februar 1996 auf dem Heimweg von der Schule bis heute spurlos. Rita Solinas (47) wurde am 16. Oktober 1993 in einem Maisfeld in Weckhoven vergewaltigt und dann erstochen.

Düsseldorf – Das Landeskriminalamt (LKA) schreibt mit Chef-Profiler Andreas Müller (55) und seinem Team Kriminalgeschichte: Die Fallanalytiker haben für landesweit 900 gemeldete und seit 1970 ungeklärte „Cold Cases“ (also „kalte Fälle“ ) eine neue Datenbank erstellt.

Darunter befinden sich 69 Mordakten aus Düsseldorf. Die Profiler wollen mit Fachwissen vieler Disziplinen und modernster Kriminaltechnik die Vergangenheit systematisch aufrollen und Täter fassen, die noch unerkannt unter uns leben.

Ermittler hoffen auf neue Hinweise aus Düsseldorf

Profiler hatte das LKA schon immer. Sie haben schwierigste Fälle geknackt. Jetzt gehen sie an „Cold Cases“ ran, drehen nach und nach die „Altfälle“ um.

  • Darunter ist auch der Fall Debbie Sassen, die als Achtjährige vor 22 Jahren vermutlich entführt und getötet wurde. Wegen Mordverdachts kam er mit in die Datenbank.
  • LKA Chef-Profiler Andreas Müller und sein Team „Operative Fallanalyse“ sind unerbittliche Jäger, aber auf die Mordermittler vor Ort können und werden sie nicht verzichten. Andreas Müller: „Wir arbeiten eng mit den Mordermittlern vor Ort zusammen und hoffen, ihnen neue Daten, neue Verknüpfungen, neue Auswertungen liefern zu können. Die Kollegen vor Ort werten unsere Arbeit aus und werden im günstigsten Fall die Festnahmen vorbereiten.“

193.000 Fallakten in der neuen Datenbank des LKA

  • Seit 1970: 900 Opfer, 900 ungeklärte Schicksale, 900 Fälle von Verzweiflung und Ungewissheit, Angehörige, die nie eine Antwort bekamen. Andreas Müller will mit seinen Kolleginnen und Kollegen der „Operativen Fallanalyse“ (OFA) alles bündeln, was zu den Tätern führen könnte.
  • Dazu gehören 1,2 Millionen DNA-Datensätze, 193.000 „Fallakten“ mit 71.000 Spurendaten. Sie werden verglichen mit den Daten und Asservaten der 900 Fälle. Allein diese Daten systematisch zu digitalisieren, ist schon Sisyphos-Arbeit!

„Wir haben Jahre gebraucht, um dieses Team aufzubauen“

  • Dazu kommen noch die Ergebnisse der Fallanalyse, Expertisen von Laborwissenschaftlern, forensischen Psychiatern, Rechtsmedizinern, Kriminaltechnikern, Funkzellen-Fachleuten und weiteren außerpolizeilichen Disziplinen. Andreas Müller will das nötige Netzwerk schaffen, wie das Netz einer Spinne, in der sich Täter verfangen sollen.
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Profiler-Chef Andreas Müller (55) vom Landeskriminalamt und sein Team rollen aktuell 900 bis zu 48 Jahre alte Mordfälle wieder auf.

Andreas Müller: „Ich hatte ein entscheidendes Erlebnis. Es gab vor über zehn Jahren eine Fallkonferenz in Paderborn, die mir den Impuls gab für das Profiler-Team und die Einbindung vieler Disziplinen. Das war der Startschuss für ein gewaltiges Vorhaben. Bevor man bei uns Profiler wird, muss man acht Jahre lang durch eine mehrjährige Spezialfortbildung. Wir brauchen präsente Fachleute, keine Durchläufer. Wir haben Jahre gebraucht, um dieses Team aufzubauen. Wir hatten Erfolge, aber wir wollen mehr. Wir wollen im Umfeld von Tätern das Schweigen brechen, kalte Spuren heiß machen und Mördern ein Profil und einen Namen geben.“

Die Erfolgsquote liegt bei 90 Prozent

  • Die 69 Fälle aus Düsseldorf, das waren Fälle, in denen die dafür zuständigen Düsseldorfer Ermittler die Akten erst mal schließen mussten. Trotzdem wurden sie immer wieder mal überprüft. Trotz der ungeklärten Fälle war die „Erfolgsquote“ immer über 90 Prozent.

(exfo)

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