Er tötete Frau und Baby – weil er nachts helfen wollte.
„Messer in der Hand“Vater (44) tötet Frau und Baby – Prozess-Start in Düsseldorf

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Ehefrau und Baby getötet - Sicherungsverfahren gestartet.
Ein unfassbares Familiendrama beschäftigt jetzt das Landgericht Düsseldorf. Ein 44-jähriger Akademiker steht im Fokus eines Sicherungsverfahrens. Ihm wird vorgeworfen, vor knapp fünf Monaten seine 31-jährige Ehefrau und den gemeinsamen Säugling, nur zwei Monate alt, mit einem Küchenbeil ermordet zu haben.
Der Angeklagte sprach vor dem Richter über die schreckliche Nacht: „Ich erinnere mich nur, dass ich aufgewacht bin mit einem Messer in der Hand.“ Seine psychischen Probleme seien nicht neu. Er berichtete, dass er schon seit 2009 unter schlimmen Depressionen und einem Gefühl von „totaler Hoffnungslosigkeit“ leide.
Diagnose: Paranoide Schizophrenie und akute Psychose
Ein Sachverständiger diagnostizierte bei dem 44-Jährigen zusätzlich eine paranoide Schizophrenie. Seine eigenen Empfindungen schilderte der Angeklagte so: „Ich nehme dann unwirkliche Dinge wahr und bin sehr erregt“. Für die Anklagebehörde ist der Fall klar: Der Mann habe zum Zeitpunkt des Verbrechens unter einer akuten Psychose gelitten, was ihn wahrscheinlich schuldunfähig macht.
Eine Haftstrafe im Gefängnis wird es für ihn wohl nicht geben. Stattdessen könnte der als psychisch kranker und für die Allgemeinheit gefährlicher Täter eingestufte Mann für immer in einer geschlossenen psychiatrischen Klinik untergebracht werden.
Die heile Welt zerbrach: Vom Glück ins unendliche Leid
Die Liebesgeschichte des Paares begann in China. Dort absolvierte der slowakische Angeklagte im Jahr 2019 ein Praktikum und lernte seine zukünftige chinesische Ehefrau kennen. Die Hochzeit folgte ein Jahr vor der schrecklichen Tat, und das Paar teilte sein Glück mit strahlenden Bildern in den sozialen Netzwerken. Nur vier Monate vor dem Drama zog das Paar in eine neue Bleibe in Düsseldorf; die 31-Jährige erwartete ihr Kind und war hochschwanger.
Die Geburt der gemeinsamen Tochter im September schien das Glück zu krönen. Nichts deutete auf die kommende Katastrophe hin. Es existiert sogar ein Video, das den Vater zeigt, wie er augenscheinlich voller Freude sein Baby in den Armen wiegt.
Verhängnisvoller Entschluss: Tabletten wegen Baby abgesetzt
Dann aber traf er eine folgenschwere Entscheidung. Der Angeklagte erklärte, er habe die ihm verschriebenen Arzneimittel nicht mehr genommen, damit er seiner Frau nachts bei der Versorgung des Babys beistehen könne. „Die Beruhigungsmittel haben mich immer so müde gemacht.“ Seine Frau habe von seiner Erkrankung gewusst und ihn inständig gebeten, die Tabletten nicht wegzulassen.
Vor fünf Monaten löste die Bluttat in dem Düsseldorfer Wohnhaus Fassungslosigkeit aus. In der Wohnung fand der Rettungsdienst die toten Körper der Akademikerin und des kleinen Babys. Laut Informationen der dpa hat der Beschuldigte im Anschluss an die Tat versucht, sich selbst zu töten. Mit einem Messer fügte er sich lebensbedrohliche Verletzungen zu, ehe er den Notruf alarmierte. Den eintreffenden Helfern soll er sogar noch selbst die Wohnungstür aufgemacht haben.
„Mein Mandant leidet massiv unter dem Verlust der beiden“, äußerte sein Verteidiger Lars Horst neben dem Gerichtssaal. Wegen zweifachen Totschlags sind für das Verfahren bis zum 23. Juni vier zusätzliche Termine geplant. (dpa/bearbeitet durch Gemini 2.5 Pro)
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